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Leben und lieben lassen

Verzichten Sie auf Blutwürste und essen Ihr Steak nur durchgebraten? (Lev 19,26) Ziehen Sie in Betracht, Ihre Tochter als Sklavin zu verkaufen? (Ex 21,7) Verweigern Sie einer menstruierenden Frau das Händeschütteln zur Begrüssung, weil Sie dadurch bis am Abend unrein bleiben? (Lev 15,19) Hegen Sie Mordpläne, weil Ihre Nachbarin am siebten Wochentag arbeitet? (Ex 35,2) Achten Sie darauf, dass Ihre Kleider nicht aus zweierlei Fäden, zum Beispiel Baumwolle und Polyester, gemacht sind? (Lev 19,19) Lassen Sie Ihren Bart und Ihre Haare an den Schläfen zugestutzt? (Lev 19,27) Sind Sie dafür, dass sowohl Einheimische als auch Ausländer gesteinigt werden, wenn diese Gotteslästerung betreiben? (Lev 24,16) Sind Sie aus religiösen Gründen gegen Tattoos? (Lev 19,28) Ich vermute, dass Sie auf die vorangehenden Fragen mehrheitlich mit Nein geantwortet haben. Es handelt sich dabei nämlich um alttestamentliche Reinheitsvorschriften, die nicht mehr direkt in die Moderne passen wollen. In diesen Geboten steckt ganz deutlich der Zeitgeist ihrer agrarischen und patriarchalen Entstehungsjahre. Interessanterweise wird aber auch heute noch mit zwei Stellen aus dem biblischen Buch Levitikus argumentiert, wenn es um gleichgeschlechtlich Liebende geht. Man hält deren Lebensart für ungut. Hier will man die Bibel also wortwörtlich verstehen, im Falle der Fragen am Anfang tut man das nicht. Das ist inkonsequent. Lieber lasse ich meine Mitmenschen leben und lieben, wie sie geschaffen wurden. Ja dazu, dass auch gleichgeschlechtliche Paare eine Ehe eingehen können. Und natürlich Ja dazu, dass diese Verbindung in einer Trauung unter den Schutz Gottes gestellt werden kann. 



17.10.2019 :: Susanne Kühni, freischaffende reformierte Theologin, Langnau

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