Abstimmen?

Gute Vorsätze sind wichtig, damit wir unsere täglichen Herausforderung bewältigen können. In vielen Haushaltungen liegen die Abstimmungsunterlagen noch im einem Stapel unerledigter Post. Gerne ermutige ich Sie, an der Abstimmung vom 27. September teilzunehmen. Gerade in unserer Gegend ist die Stimmbeteiligung oft tief. Demgegenüber beobachte ich, dass vielen Bürgern die Zukunft des Landes und der Gesellschaft ein Anliegen sind. 

Eine begrenzte, massvolle Zuwanderung ist wichtig, damit sich auch zukünftige Generationen in unserem kleinen, schönen Land bewegen können. Das neue Jagdgesetz ist definitiv kein Wolf-Abschussgesetz. Wer das behauptet, hat die Abstimmungsbotschaft nicht gelesen und nicht verstanden, wieviel Schutz den Wildtieren und der Natur zukünftig, mit dem neuen Jagdgesetz, eingeräumt wird. Neue Kampfflugzeuge sind kein Luxus. Gute funktionierende Technik für eine sichere und eigenständige Schweiz. Deshalb empfehle ich, überall ein Ja auf den Stimmzettel zu schreiben, Stimmausweis unterschreiben, zurück ins Couvert und ab die Post.

Daniel Zürcher, Emmenmatt 

Geht das gut?

In der Botschaft des GGR Langnau (offizielles Abstimmungsbüchlein, Seite 5 unten) steht, dass ein «Strassenbauprojekt» für die Einfahrt/Ausfahrt Kantonsstrasse (Sägegasse) erst noch «konkretisiert werden muss». Eine Bauplanung mit viel Mehrverkehr ohne seitens der Gemeinde eine konkrete Verkehrsplanung zu fordern? Wollen wir das so?

Daran stört sich schon der GGR am 28. Oktober 2019 (Seite 8, Punkt 6 Mitte), darum «ist der Verkehrsführung... besondere Beachtung zu schenken.»

Dennoch ist nun (nur dank des Referendums der IG Anwohner) zuerst über die Zonenplanänderung abzustimmen. Geht das gut? Darum Nein.

Claudia Gertsch, Langnau

Artenschutz im wilden Westen von Luzern

Wir beklagen Amazonasbrände, Bienen- und Artensterben. 100 Wölfe über die ganze Schweiz verteilt, sind doch keine Zahl verglichen mit 250’000 meist ungeschützte Schafe, die auf einen Schlag auf Schweizer Alpweiden sömmern. Das sind 2500 Schafe pro Wolf: ohne Hirt und Hund ein alpiner McSheep Drive-in. Die Rotwild-Bestände hingegen sind explodiert. Zum Leidwesen der Weisstanne. Ergo kommt der Wolf. Auch wenn gewildert («schiesse-schufle-schwige»). Bevor wir den Wolfsschutz lockern, muss sichergestellt werden, dass die mehrheitlich durch städtische Steuerzahler finanzierten Flächen- und Alpsömmerungsbeiträge nur bei optimalem Herdenschutz fliessen. 

Wir sollten stolz darauf sein, dass im so zentral gelegenen Entlebuch noch jedes grosse Wildtier der Schweiz, von Auerhahn und Birkhuhn, über Gams, Luchs, Murmeltier, Rothirsch bis zu Steinbock und Steinadler, auf kleinster Fläche vorkommt: das ist das überzeugendste Tourismus-Argument. 

Deshalb Ja zu mehr Wildnis im wilden Westen von Luzern mit Wolf und Nein zum neuen Jagdgesetz. Denn die Biosphäre Entlebuch ist der erste «Naturpark von nationaler Bedeutung», ja trägt «Biodiversität» im Namen: warum nicht auch «Modellregion» für Herdenschutz und Wolfsmanagement? Entweder Biosphäre oder nicht. 

Michael Fankhauser, Marbach

Jagdgesetz ist kein Abschussgesetz

Das revidierte Jagdgesetz ist kein Abschussgesetz. Es berücksichtigt neu, dass die Kantone die Jagd nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit planen und sich untereinander absprechen müssen. Der Bund legt lediglich die Grund-sätze dazu fest. 

Das geltende Jagdgesetz stammt aus dem Jahr 1986. Damals gab es in der Schweiz keinen einzigen Bären und keinen Wolf. Wölfe verletzen oder töten jährlich zwischen 300 und 500 Nutztiere, allen voran Schafe, Ziegen und Rinder. Landwirtschaft und Alpwirtschaft sind im besonderen Masse durch die Rückkehr von Grossraubtieren gefordert. Es kann soweit kommen, dass einzelne Gebiete gar nicht mehr bewirtschaftet -werden. Dafür nimmt die Verbu-schung zu.

Es ist eine Illusion, zu glauben, Grossraubtiere könnten sich hier unkontrolliert ausbreiten, ohne dass dies früher oder später zu Problemen führt, da sie keine natürlichen Feinde haben. Eine massvolle Regulierung unterstützt das Miteinander.

Das revidierte Jagdgesetz fördert die Lebensräume von Wildtieren und stärkt die Natur- und Artenvielfalt. Es schafft mehr Sicherheit für Tier, Landschaft und Mensch. Daher sage ich am 27. September Ja zu einem fortschrittlichen und nachhaltigen Jagdgesetz. 

Erwin Dahinden, Schüpfheim

Ja zu einer offenen Schweiz

Seit Jahren bin ich klar für eine offene und vernetzte Schweiz und die bilateralen Verträge. 

Die Kündigungsinitiative ist in meinen Augen ein zerstörerischer und kopfloser Angriff ohne «Plan B» in Bezug auf die Bilateralen. Der Kanton Bern besteht zu über 99 Prozent aus KMU, diese sind das Rückgrat und das Herz unserer Wirtschaft. Unser Wohlstand hängt davon ab, dass unsere Unternehmen heute und auch morgen Zugang zu möglichst vielen Ländern auf der ganzen Welt haben und nicht isoliert sind. Unsere Unternehmen brauchen weiterhin Marktzugang und den Erfahrungsaustausch. Ja zu einer offenen und vernetzten Schweiz und Ja zu einem starken KMU-Kanton Bern heisst Nein zur Kündigungs-Initiative am 27. September.

Toni Lenz, Langnau

«Am Ilfiskreisel»: absurde Argumente

Das Ja-Komitee «Am Ilfiskreisel» schmückt seine Argumentation unter anderem mit den -Begriffen Nachhaltigkeit und Mehrwert. Wo aber sind Nachhaltigkeit und Mehrwehrt für Langnau, wenn die Planungsvorlage hauptsächlich Einkaufstourismus und den daraus entstehenden Mehrverkehr mit sich bringt? Das absurdeste Argument stammt jedoch vom Präsidenten des Gewerbevereins in der «Wochen-Zeitung» vom 27. August 2020. Zitat: «Die Ergänzung bestehender Einkaufsmöglichkeiten stärkt Langnau und bringt potenzielle Laufkundschaft für die ansässigen Läden im Dorf.» Hierzu darf man wirklich nur sagen «glauben macht seelig», wird die Kundschaft von Aldi und Konsorten doch nur aus einem Grund nach Langnau fahren: Billig einkaufen! Wenn man sich die Zusammensetzung des Pro-Komitees ansieht, ist es nachvollziehbar, dass mit allen Mitteln versucht wird, die Vorlage durchzuboxen. Mühe muss man aber damit haben, dass Gemeinderat und Parlament in dieser Sache fast geschlossen hinter der Vorlage stehen und somit kein bisschen Umweltbewusstsein an den Tag legen.

Peter Moser, Kehrgässli, Langnau

Jagdgesetz kontra Biodiversität

Am 27. September stimmen wir über das Jagdgesetz ab. Wir entscheiden, ob geschützte Wildtiere künftig leichter abgeschossen werden können. Wo immer der Mensch Kontrolle über alles ergreift, gerät das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen. Ohne Beutegreifer wie Luchs und Wolf breiten sich Hirsche, Rehe, Gämsen und Wildschweine weiter aus. Ihre Beuteselektion konzentriert sich auf geschwächte, kranke Tiere. Ganz im Gegensatz zu menschlichen Jägern, die in erster Linie eine schöne Trophäe anstreben! Auch das Verhalten der Rehe und Hirsche verändert sich durch die Rückkehr des Wolfes und dessen regulierende Einwirkung: Sie werden vitaler, wandern mehr umher und fressen nicht immer an denselben Orten.

Nutztierrisse lassen sich mit angemessenen Schutzmassnahmen gut vermeiden. Schafe sterben rund 20-mal häufiger durch Vernachlässigung ihrer Halter. 

Dass eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Wolf möglich ist, wurde vielfach bewiesen. Es gibt keine nachweislichen Angriffe von Wolf und Luchs auf Menschen. Sie fürchten uns mehr als wir sie – aus gutem Grund. 

Nein zu diesem irreführenden Gesetz, Ja zu Artenvielfalt!

Judith und Brigitte Zehnder, Schüpfheim

Die Agrarpolitik 22+ gehört schubladisiert

Die Agrarpolitik 22+ soll sistiert werden – das ist die seit langem beste agrarpolitische Nachricht aus Bern. Einmal mehr hat der Ständerat beziehungsweise die zuständige Kommission gezeigt, dass unser demokratisches Zweikammersystem gut ist und dass der Ständerat seine wichtige Rolle als ausgleichendes Gremium wahrnehmen will.

Ich hoffe, dass man sich mal etwas vertieft Gedanken macht. Die sich stets wiederholenden Reformpakete gehören schubladisiert. Immer wieder neue Agrarsysteme sind für die Planungs-
sicherheit der Bauern verheerend und kosten viel Geld. Bereits das heutige System ist kompliziert und administrativ aufwändig. Auf unserem kleinen Bio-Betrieb kostet die jährliche Kontrolle immer gut 1000 Franken. Das neue System wäre noch viel komplizierter und aufwändiger.

Ich hoffe, dass es unter dem Einbezug des Bauernverbandes gelingt, eine nachhaltige Agrarpolitik aufzugleisen. Man muss sich klare Ziele setzen, beispielsweise hinsichtlich Ernährungssicherheit und Umwelt. Die Bauern wollen Nahrungsmittel produzieren und bei der Energiewende mitarbeiten.

Hans Schüpbach, Biembach