Kostenexplosion und Menschentragödie

Wir richten immer mehr eine sogenannte professionelle Welt ein, in der in den Bildungsstätten, sozialen Einrichtungen, Alters- und Pflegeheimen und in Psychiatrien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von Jahr zu Jahr mehr Psychopharmaka verabreicht werden. Das entlastet zwar kurzfristig die Lohnkosten für Förderung, Betreuung und Gesundwerdung, wird aber zu 100 Prozent dem Gesundheitswesen verrechnet. Dieser im Grunde genommene Wärme- und Liebesentzug wird eine immer grössere, gesellschaftsüberfordernde, menschliche Zeitbombe, weil schwer unterdrückt wird, was Menschen von ihrer innersten Einzigartigkeit her entwickeln können müssten. Diese kalte, sogenannte Professionalität verkrüppelt immer mehr das seelische Innenleben und hat Auswirkungen auf Körper und Geist, vor allem bei jungen Menschen.. Text: Michel Seiler, Trubschachen

Wir werden wieder total abhängig

Leserbrief zum Artikel «Der Stein des Anstosses», erschienen in der «Wochen-Zeitung» der vergangenen Woche:

Wann merken Bauunternehmer oder Politiker, dass man mit
China das gleiche macht wie vorher mit Russland? Man wird total abhängig von diesem Land. Ich glaube, sie merkten oder wüssten es schon, aber der kurzfristige Gewinn ist zu verlockend – und das mit verheerenden Folgen. 

Es wird auf dasselbe hinauslaufen wie beim Krieg der Russen gegen die Ukraine. China hat ja auch schon angefangen, sich in andere souveräne Staaten einzumischen. Aber glauben Sie mir, liebe Leute, das mit China wird dann noch ein paar Nummern grösser als mit Russland. Text: Sepp Kunz, Schüpfheim

Ist der Tierschutz noch glaubwürdig?

Der Schweizerische Tierschutz fordert die Bauern auf, ihre
Wiesen vor dem Mähen nach Rehkitzen abzusuchen, damit sie beim Mähen nicht getötet werden, was ich voll unterstützen kann. Im Gegenzug aber schützt der gleiche Tierschutz Wölfe, die in der ganzen Schweiz unsere eigen gezüchteten Tiere (Schafe, Ziegen, Kälber etc.) oder Wild angreifen und zerreissen. Sie erleiden einen qualvollen Tod, werden vermisst oder müssen notgeschlachtet werden. 

Ich frage mich schon: Bin ich hier im falschen Film? Kann der Tierschutz hier einfach wegschauen und die armen, vom Wolf gerissenen Tiere so qualvoll sterben lassen?


Text: Erwin Dahinden, Schüpfheim

Die Mitte sagt Ja zur Pfarrmatte

Es braucht dringend ein neues Schulhaus. Das heutige hält den Anforderungen modernen Unterrichts nicht mehr Stand und ist sanierungsbedürftig. Gleichzeitig kann der Pfarrsaal erneuert werden. Weiter ist ein Gemeindesaal dringend notwendig, da in Zukunft nur noch ein Restaurantsaal in Escholzmatt zur Verfügung stehen wird – wie lange bleibt unklar. Der Bedarf ist deshalb gross! 

Ausserdem gilt es zu verstehen, dass wir mit diesem Projekt unsere Gemeinde im Ganzen stärken. Unsere nachfolgenden Generationen sollen eine angemessene Infrastruktur erhalten. Fehlt diese, fehlen Veranstaltungen, fehlt Kultur und es fehlen Vereine. Und diese sind verantwortlich für ein intaktes Dorfleben, was wiederum entscheidend ist für eine gute Lebensqualität. Der Neubau Pfarrmatte ist daher ein zentrales Projekt für die Zukunft unserer Gemeinde und unserer Kinder. Es betrifft uns alle! Daher Ja am 12. Juni!


Text: Mario Henz

Beste Erfahrungen mit Gemeindesaal

Als 1987 der Gemeindesaal Marbach eingeweiht wurde, ging man von einer jährlichen Belegung von zirka 15 Anlässen pro Jahr aus. Heute sind es mehrere Anlässe pro Woche, teilweise sogar pro Tag, weil der Saal für viele Vereinsaktivitäten zur Verfügung steht: Proben, Aufführungen, Lottos, Musikschulvorträge, Weihnachtsessen, Empfänge und weiteres. Die Saalbelegung hat ihre Obergrenze erreicht, sodass kaum noch zusätzliche Aktivitäten und Anlässe weiterer Vereine stattfinden können. Kurz und gut: Wir Marbacher Vereine könnten uns das Organisieren unserer Vereinsleben ohne Gemeindesaal gar nicht mehr vorstellen. Alles ist vorhanden, kaum etwas muss extra beschafft werden: Bühne, zwei abtrennbare Säle, ein grosses Foyer mit Vorplatz, stabiles Inventar und vor allem eine komplett eingerichtete Küche für eine rentable Festwirtschaft. Deswegen halten sich zusätzliche Kosten für Anlässe wie auch die Arbeitseinsätze in vertretbaren Grenzen. Solche Voraussetzungen würden wir auch den Escholzmatter Vereinen gönnen. Wir empfehlen daher ein Ja zum Pfarrmattenprojekt.


Text: Rolf Lötscher

Mit Vernunft zurück zum Volk

Ein Lichtblick am Horizont: Schüpfheim hat ab dem 1. September einen neuen Gemeindepräsidenten! Neue Besen kehren gut, sagt man. Und diesen sprichwörtlichen Besen braucht es, um den Weg frei zu machen, dass die Behörden wieder näher zur Bevölkerung aufschliessen. Hanspeter Staub scheint mir trotz fehlender politischer Führungserfahrung das Rüstzeug mitzubringen, das Verhältnis Behörde und Volk wieder auf ein ursprüngliches, normales Niveau zu bringen. Auf ihn warten einige gewichtige Aufgaben. Bei einem Gang durch das Dorf wird klar, dass die Einkaufsmöglichkeiten für den kleinen Bürger erstickt werden, dass das Strassendorf seine Parkplätze braucht, eine Verlangsamung des Verkehrs nicht sonderlich intelligent ist, dass das Schächliquartier einen vernünftigen Zubringer braucht und der Dorfeingang im Unterdorf ordentlich gestaltet wird mit einer perfekt beschrifteten Orientierungstafel.Vor allem aber, dass das Gemeindehaus bei den Wahlen 2023 mit volksverbundenen Gemeinderatsmitgliedern ausgestattet werden muss! Ich wünsche mir, dass wir dann auch wieder Gemeindeversammlungen abhalten, welche dem Namen gerecht werden: Gemeinsam zusammenkommen, ohne irgendein Modell. In diesem Sinne: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.


Text: Hans Schmid, Schüpfheim

Körper geschändet und ausgeweidet

Menschen, die nicht schriftlich bekunden, dass bei ihnen nach ihrem Tod keine Organe entnommen werden dürfen, werden in Zukunft wohl automatisch zu Organspendern. Wer weiss aber, was mit unserer Seele geschieht, wenn unserem Körper Organe noch vor unserem letzten Atemzug entnommen werden? Früher hat man die Verstorbenen ein paar Tage aufgebahrt und Totenwache für sie gehalten. Man hat für sie gebetet, damit ihre Seele in Ruhe und Frieden ihren Körper verlassen durfte. Heute machen wir aus dem Tod ein Geschäft! Viele junge Menschen oder auch behinderte Menschen denken nicht an den Tod und werden sich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen. Dadurch wird zugelassen, dass ihr Körper «nach ihrem Tod» geschändet und ausgeweidet wird.


Elsi Reimann, Langnau

Was können wir für den Weltfrieden tun?

Eine verbreitete Haltung ist, dass ich als kleiner, einfacher Mensch nichts tun kann. Dass es allein in der Hand der Herrschenden liege und der Krieg erst aufhöre, wenn sie zur Vernunft gekommen sind. Abgesehen davon, dass es eine ziemlich hohe Erwartung ist, Psychopathen/Machthaber zur Vernunft zu bringen, finde ich das sehr kurzsichtig. Krieg und Frieden geht uns alle an. Entsprechend können wir alle etwas bewirken.

Es sind ja nie die Machthaber selbst, die die Drecksarbeit an der Front tun – sie brauchen und benutzen dafür stets Menschen. Wären diese – also wir alle – nicht selbst voll von Krieg (Streit, Gehässigkeit, Angst), dann würde keiner von uns sich dazu bringen lassen, in den Krieg zu ziehen, und auch nicht dazu, mit Worten, Gedanken und Gefühlen mitzukämpfen. Krieg hört auf, wenn wir aufhören, mitzuspielen. Solange der Krieg in uns ist, werden wir immer wieder neue Feinde finden, die wir bekämpfen oder vernichten müssen. Frieden muss zuerst in uns und unserem persönlichen Leben gesucht und verwirklicht werden; dann breitet er sich unter den Menschen, in den Völkern aus.

Ja, es ist ein längerer Weg, den wir für wirklichen Frieden gehen müssen, aber es ist der einzige nachhaltige und ganzheitliche. Und ganz ehrlich: Gibt es etwas Wichtigeres als Frieden auf der Erde? 


Tamara Hofer, Marbach