Initiativen bringen Krankheit und Tod?

Leserbrief zum Leserbrief «Initiativen bringen Krankheit und Tod», erschienen in der Ausgabe von letzter Woche: 

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum immer weniger Vögel zwitschern oder weshalb die summenden Bienen je länger je mehr verstummen? Sie finden die Antwort innerhalb derselben Wiese, in der Sie die Kleinstlebewesen vermissen. Sie behaupten, die Annahme der Initiativen würden Krankheiten und Tod bedeuten, aber Sie reden am Thema vorbei. Denn es sind die verwendeten Giftmittel, welche uns Schaden zufügen. Die Spermienqualität der Männer in der Schweiz hat drastisch abgenommen, die Biodiversität in der Natur noch viel mehr. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass Pestizide einen grossen Teil dazu beitragen. Ein Körper kann diese Stoffe nicht komplett abbauen, so sammeln diese Stoffe sich nur noch mehr an. Lassen Sie mich zum Schluss noch etwas zum Wasser sagen. Klarer wird das Wasser nicht, sondern höchstens weniger giftig. Und was bringen uns Pestizide, wenn diese schlussendlich für Krankheiten verantwortlich sind? Und was nützt uns CH-Qualität, wenn diese gleichgesetzt mit ausländischen Produkten ist? 

Noa Liechti, Langnau

CO2-Ausstoss in der Schweiz steigt nicht

Zur Kolumne «Jetzt können wir etwas tun» von Tabea Bossard-Jenni in der «Wochen-Zeitung» vom 22. April.

Die Kolumnistin stellt die Folgen von Klima- und Wetterereignissen wie Überschwemmungen, Erdrutsche, Gletscherschmelze als Katastrophen dar, deren Ursache der immer noch steigende CO2-Ausstoss ist. Dieser soll durch Umdenken und Verzicht reduziert werden, sonst könnten wir unsere Lebensgrundlagen nicht erhalten. Dieser Angstmacherei möchte ich entgegnen: Der CO2-Ausstoss der Schweiz steigt nicht. Er ist seit 1990 – trotz Bevölkerungswachstum – um zirka 20 Prozent zurück­gegangen. Den Folgen von Klima- und Wetterereignissen sollten – statt mit Ideologie und Dogma – mit realen Massnahmen wie Uferverbauungen, Wasserrückhaltebecken, neuen Anbaumethoden begegnet werden. Diese Instrumente können punkto Kosten und Wirksamkeit überprüft werden. Auf die Wirksamkeit nicht überprüfbar ist die CO2-Reduktion. Jederzeit beweisbar aber ist, dass eine Reduktion von CO2 das Pflanzenwachstum (Fotosynthese) bremst und dadurch die Nahrungsmittel knapper werden. Ein Klimawandel in Richtung warm ist für die Menschheit ein Segen, in Richtung kalt eine Katastrophe (Ausfall von Ernten, Hunger, Energiemangel usw.). Das Klima wandelt sich immer. Der Wandel selber kann nicht bekämpft werden. Der Mensch kann sich nur den Folgen anpassen. Anpassen ist seit jeher das Erfolgsrezept der Lebewesen.

Alfred Gerber, Schüpbach

Agrarinitiativen: Gefahr für alle

Die Annahme der Trinkwasser- und Pestizidinitiativen hätte grosse negative Folgen für das Emmental und Entlebuch. Schweizweit rechnet man mit einem Verlust von 160´000 Arbeitsplätzen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Viele KMU und der Landwirtschaft nahestehende Unternehmen würden direkt betroffen sein. Zudem zerstört man viele bäuerliche Existenzen, ohne dass dabei Umwelt und Klima profitieren könnten. Leider wissen viele Menschen nicht, von was sie sprechen,wenn man in einem Beruf mitreden möchte, den man nicht erlernt hat und auch nicht mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen kann. Das trifft auch bei den Initianten dieser Mogelpackungen zu. Jeder Mensch, der seinen Beruf liebt, verbessert sich ständig und bringt neue Ideen ins Spiel, denkt an die Zukunft! Genau das verfolgt auch die Landwirtschaft seit hunderten von Jahren.Ich kenne keinen Bauern und keine Bäuerin, die nicht besorgt sind, dass es ihren Tieren oder Pflanzen gut geht.Dazu haben wir Boden, Wald und Wasser, zu dem wir Sorge tragen und über viele Generationen immer wieder weitergeben. Darum lehnt diese gefährlichen Initiativen ab. Sie machen uns abhängig vom Ausland und gefährden unser Essen.

Ueli Gfeller, Landwirt und Grossrat, Schangnau

«Initiativen bringen Krankheit und Tod»

Wenn die Trinkwasser- und Pestizidinitiativen angenommen werden, so erreichen wir genau das Gegenteil von dem, was sich deren Initianten einbilden. Die Konsumenten kaufen mit den Augen. Und ohne Pflanzenschutzmittel werden unsere Produkte viel weniger schön als die ausländischen. Das Ausländische wird gekauft, das in der Schweiz Produzierte bleibt in den Regalen liegen. Manche Grossisten nehmen es aus «Qualitätsgründen» gar nicht an. Und weil unsere Landwirtschaft stark extensiviert werden muss, müssen wir auch viel grössere Mengen Fleisch importieren, und dieses Fleisch stammt vielfach aus miserabler Tierhaltung. Die Tiere stehen auf Vollspaltenböden und in riesigen Hallen. Wenn ein Tier krank ist, wird der ganze Bestand mit Antibiotika behandelt. Vom Verzehr dieses Fleisches werden wir antibiotikaresistent; wenn wir zum Arzt müssen, kann er uns nicht mehr helfen und wir sterben. Obst und Gemüse werden im Ausland viel öfter und intensiver mit Gift behandelt als in der Schweiz. Der Verzehr davon macht viele von uns zu Allergikern. Das Beste für unsere Gesundheit wäre eine voll produzierende Landwirtschaft im eigenen Land. Was nützt uns glasklares Wasser, wenn wir mit der eingeführten Nahrung unsere Gesundheit zerstören?

Hans Hirschi, Hinter Hauenen, Trubschachen

«Die Initiativen sind kontraproduktiv»

Die am 13. Juni zur Abstimmung kommenden Trinkwasser- und Pestizidverbotsinitiativen tönen auf den ersten Blick sehr gut, vor allem auch aus der Optik der Bio-Landwirtschaft. Beide Initiativen zeigen ein aktuelles Problem auf. Aber leider sind die darin formulierten Lösungsansätze weder zielbringend noch nachhaltig für unser Land, ja sie wirken sogar kontraproduktiv.

Die Trinkwasserinitiative zielt darauf ab, die Direktzahlungen anders zu verteilen, was für gewisse Produktionszweige (zum Beispiel Eier und Pouletfleisch) eine starke Produktionseinschränkung, ja sogar eine Produktionsverhinderung zur Folge hätte, weil man beispielsweise im Berggebiet nicht alles Getreide selber anbauen kann. Man würde also die einheimische Produktion herunterfahren und die Nahrungsmittel importieren. Genau das Gleiche würde bei einer Annahme der Pestizidverbotsinitiative passieren. Die inländische Produktion würde sinken und der Einkaufstourismus
würde angekurbelt.

Fazit: Die zwei Initiativen senken die Inlandproduktion, fördern den Import und den Einkaufstourismus. Deshalb ist auch die CO2-Bilanz für beide total negativ. Deshalb hoffen die Bauern am 13. Juni auf eine Ablehnung der zwei nicht nachhaltigen Initiativen.

Hans Schüpbach,  Biobetrieb, Biembach

Auch Langsamfahrer büssen

Zum Bericht «1731 Fahrzeuge zu schnell unterwegs» in der «Wochen-Zeitung» vom 25. März 2021.

Ich bin absolut dafür, dass man die zu schnell Fahrenden büsst und bestraft, aber wieso gibt die Kantonspolizei nicht auch den zu langsam Fahrenden eine Busse? Die nerven mich auch total! Sepp Kunz, Oberberg, Schüpfheim

Baum gefällt, Wohnhaus nicht in Sicht

Zum Artikel «Linde muss Wohnhaus weichen» in der «Wochen-Zeitung» vom 25. März 2021.

In der Bildlegende steht, dass die über 100-jährige Linde, die übrigens in einem kleinen Park mit zwei Bänken stand, einem Wohnhaus weichen musste. Allerdings wurde keine entsprechende Baueingabe publiziert und keine Profile gestellt. Das erwähnte Wohnhaus ist nicht in Sicht. Angesichts der Empörung im Dorf über das Fällen des gesunden Baums liegt die Vermutung nahe, dass bei einer entsprechenden Baueingabe gerade wegen der Linde mit Einsprachen zu rechnen gewesen wäre. Durch das vorzeitige Fällen des Baums wurde dieses Problem beseitigt. Die Linde war auch kein Besen, wie zu lesen ist, denn die ehemalige Besitzerin liess sie regelmässig fachmännisch pflegen. Ein wunderschöner, gesunder Baum, der als Dorflinde noch einige hundert Jahre hätte weiterleben können, wurde – so scheint es – ohne triftigen Grund gefällt. Nachdenken erlaubt.

Marianne Hartmann, Zäziwil

Warum nicht eine Bio-Biosphäre?

Leserbrief zum Artikel: «Im Entlebuch hat es wenige Bio-Höfe – doch der Trend weist nach oben», erschienen in der Ausgabe der letzten Woche:  

Die Gründe, warum es in der Biosphäre so wenig Bio gibt sind nun klar. Es ist Zeit, diese zu hinterfragen, um Bio-Auflagen wie auch Subventionskriterien anzupassen. Logisch wäre: die UBE wird nach 20 Jahren – wie das Puschlav oder die Unesco Biosphäre Münstertal/Mustair – eine hundertprozentige Bio-Landwirtschaftsregion. Die meisten Auflagen wären auch im Entlebuch leicht zu erfüllen. Es braucht nur Einsicht und Wille – dank Respekt vor dem Nutztier und der genutzten Natur. Hut ab vor den Bauern, die es bereits tun. Ziel muss mehr Wert-Schöpfung sein, dank regionaler, konsequenter Nachhaltigkeit. Für bessere Schweinefleisch- und Milchpreise – weil Echt Entlebuch. Die Kosteneinsparungen für Futtermittel, Treibstoffe, Pestizide und Antibiotika kompensieren den Produktionsmengen-Verlust.

Michael Fankhauser, Marbach