Mit Vernunft zurück zum Volk

Ein Lichtblick am Horizont: Schüpfheim hat ab dem 1. September einen neuen Gemeindepräsidenten! Neue Besen kehren gut, sagt man. Und diesen sprichwörtlichen Besen braucht es, um den Weg frei zu machen, dass die Behörden wieder näher zur Bevölkerung aufschliessen. Hanspeter Staub scheint mir trotz fehlender politischer Führungserfahrung das Rüstzeug mitzubringen, das Verhältnis Behörde und Volk wieder auf ein ursprüngliches, normales Niveau zu bringen. Auf ihn warten einige gewichtige Aufgaben. Bei einem Gang durch das Dorf wird klar, dass die Einkaufsmöglichkeiten für den kleinen Bürger erstickt werden, dass das Strassendorf seine Parkplätze braucht, eine Verlangsamung des Verkehrs nicht sonderlich intelligent ist, dass das Schächliquartier einen vernünftigen Zubringer braucht und der Dorfeingang im Unterdorf ordentlich gestaltet wird mit einer perfekt beschrifteten Orientierungstafel.Vor allem aber, dass das Gemeindehaus bei den Wahlen 2023 mit volksverbundenen Gemeinderatsmitgliedern ausgestattet werden muss! Ich wünsche mir, dass wir dann auch wieder Gemeindeversammlungen abhalten, welche dem Namen gerecht werden: Gemeinsam zusammenkommen, ohne irgendein Modell. In diesem Sinne: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.


Text: Hans Schmid, Schüpfheim

Körper geschändet und ausgeweidet

Menschen, die nicht schriftlich bekunden, dass bei ihnen nach ihrem Tod keine Organe entnommen werden dürfen, werden in Zukunft wohl automatisch zu Organspendern. Wer weiss aber, was mit unserer Seele geschieht, wenn unserem Körper Organe noch vor unserem letzten Atemzug entnommen werden? Früher hat man die Verstorbenen ein paar Tage aufgebahrt und Totenwache für sie gehalten. Man hat für sie gebetet, damit ihre Seele in Ruhe und Frieden ihren Körper verlassen durfte. Heute machen wir aus dem Tod ein Geschäft! Viele junge Menschen oder auch behinderte Menschen denken nicht an den Tod und werden sich mit diesem Thema nicht auseinandersetzen. Dadurch wird zugelassen, dass ihr Körper «nach ihrem Tod» geschändet und ausgeweidet wird.


Elsi Reimann, Langnau

Was können wir für den Weltfrieden tun?

Eine verbreitete Haltung ist, dass ich als kleiner, einfacher Mensch nichts tun kann. Dass es allein in der Hand der Herrschenden liege und der Krieg erst aufhöre, wenn sie zur Vernunft gekommen sind. Abgesehen davon, dass es eine ziemlich hohe Erwartung ist, Psychopathen/Machthaber zur Vernunft zu bringen, finde ich das sehr kurzsichtig. Krieg und Frieden geht uns alle an. Entsprechend können wir alle etwas bewirken.

Es sind ja nie die Machthaber selbst, die die Drecksarbeit an der Front tun – sie brauchen und benutzen dafür stets Menschen. Wären diese – also wir alle – nicht selbst voll von Krieg (Streit, Gehässigkeit, Angst), dann würde keiner von uns sich dazu bringen lassen, in den Krieg zu ziehen, und auch nicht dazu, mit Worten, Gedanken und Gefühlen mitzukämpfen. Krieg hört auf, wenn wir aufhören, mitzuspielen. Solange der Krieg in uns ist, werden wir immer wieder neue Feinde finden, die wir bekämpfen oder vernichten müssen. Frieden muss zuerst in uns und unserem persönlichen Leben gesucht und verwirklicht werden; dann breitet er sich unter den Menschen, in den Völkern aus.

Ja, es ist ein längerer Weg, den wir für wirklichen Frieden gehen müssen, aber es ist der einzige nachhaltige und ganzheitliche. Und ganz ehrlich: Gibt es etwas Wichtigeres als Frieden auf der Erde? 


Tamara Hofer, Marbach

Zwei Bäume und keine Streifen

Mit dem Antrag des Vereins Dorfbild Langnau werden nun am Schrattenweg zwei Bäumchen gepflanzt, welche 25´000 Franken kosten. Dies in einem Quartier, welches in Sachen Bäume, Sträucher und Gartenanlagen kaum zu überbieten ist. Unter dem Vorwand von städtebaulichen Massnahmen werden sicher noch einige folgen. 

Auch im Verkehr trägt die Obrigkeitshörigkeit seltsame Blüten. Dass es in den 30er-Zonen keine Fussgängerstreifen geben soll, ist wohl eine der dümmsten Ideen der Schreibtischtäter. Den Kindern bringt man von klein auf bei, die Strasse nur bei Fussgängerstreifen zu queren. Beim Länghusplatz, wo täglich weit über hundert Schulkinder mehrmals die Strasse queren, will das Regierungsstatthalteramt keine Fussgängerstreifen erlauben. Die Zählungen haben ergeben, dass dort zu wenig Bewegungen sind. Hat man diese Zählung in den Schulferien gemacht?

Werner Herrmann, Langnau

Geschichte einer 5G-Antenne in Oberburg

Plötzlich war sie da, die 5G-Antenne! Vorab stand ein einzelnes, komisches Bauprofil in der Gewerbezone Chipf. Kurze Zeit später erschien im Anzeiger das Baugesuch eines Telekom-Anbieters. Wie es in einer Demokratie möglich ist, legten wir Anwohner mit 170 Unterschriften Einsprache gegen dieses Projekt ein. Leider ohne Erfolg. Die Gemeinde Oberburg als zuständige Baubehörde hat das Verfahren an andere Stellen weitergeleitet! Einer Firma in unmittelbarer Nähe der Antenne kommt offenbar die Wirtschaftlichkeit vor der Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Diese sind den Strahlen der 5G-Antenne während der Arbeitszeit ausgesetzt! Fragwürdig? Mit gutem Willen hätte es geeignetere Standorte in der Umgebung gegeben.

Liebe Leser, seid auf der Hut, falls Ihnen in Ihrer Gemeinde das gleiche Schicksal droht wie uns. Ich wünsche Ihnen eine strahlenfreie Zukunft.


Peter Aegerter, Oberburg

Bauernfängerei bei Tempo-Zonen

Das Schlagwort «Erhöhung der Verkehrssicherheit» wird stets an erster Stelle erwähnt, um den Bürgerinnen und Bürgern zu suggerieren, Tempo-Zonen seien unbedingt nötig. Hier die Unfallzahlen gemäss Astra: Dorfstrasse Lützelflüh (generell 50) sechs Unfälle in zehn Jahren, das heisst pro Jahr ein halber Unfall. Das beweist, dass die motorisierten Verkehrsteilnehmer grossmehrheitlich korrekt fahren. In den Quartieren waren es sogar nur vier Unfälle. Diese Bauernfängerei findet im ganzen Kanton statt. Die rot-grüne Zonen-Euphorie aus Bern ist seit Jahren – dank bürgerlicher Unterstützung – auf das Land übergeschwappt; seit Jahrzehnten in Burgdorf und nun überall. Mit dieser Schlagwort-Politik werden ohne Not (Unfallzahlen) flächendeckend Tempo-30-Zonen realisiert. Dabei werden auch die dafür notwendigen und zweifellos sehr hoch ausfallenden Kosten klein geredet respektive eben gar nicht aufgelistet. So wie im Fragebogen betreffend Auswahl der vorgeschlagenen Varianten «Tempo-Zonen Unterdorf Lützelflüh».


Text: Roland Schmutz, Lützelflüh

Die Zukunft gehört dem Gewerbe

Christine Bouvard verlässt das Deck der Schüpfheimer Politik. Und die Nachfolge? Entweder sucht sie das Weite oder will sich nicht bemerkbar machen. Und trotzdem braucht es schon bald einen neuen Kapitän für die Gemeinde. 

Gerade in dieser Zeit wäre es wichtig, dass jemand Bodenständiges, jemand aus dem Volk, jemand mit einer Stimme die Verantwortung übernimmt. Es braucht auch jemanden von der Front, jemand, der den Puls der Bevölkerung kennt. Da kann eigentlich nur ein Mann oder eine Frau des Gewerbes in Frage kommen. Wir brauchen endlich wieder eine Person, welche die PS auf den Boden bringt. Und nur ein Mann oder eine Frau des Gewerbes kann uns wieder zur Normalität zurückführen. Genau diese Leute wissen, was die Bedürfnisse sind. Und drum sei der Aufruf gewagt, dass sich jemand meldet und Verantwortung übernimmt.

Aber die Person sollte ergänzt werden durch einen Gemeindeammann, welcher weiss, von was er spricht, einem Bauverwalter, der das Bauwesen nicht nur aus dem Internet kennt und weitere Mitglieder, die wissen, was Schüpfheim braucht. Noch haben wir Zeit, die Perle zu finden.


Text: Klaus Schmid, Schüpfheim

Wohin Tamedia?

Im Herbst fehlt die «Sonntags-Zeitung» in meinem Briefkasten. Über Kontakt bitte ich die Tamedia, mir das Exemplar mit der Post zuzustellen. Es folgen sicher vier Mails mit der Meldung, es werde sich sobald wie möglich jemand bei mir melden. Es ist nie geschehen! Seit dem 28. Dezember 2021 kann ich als «BZ»-Leser mit einem Zweijahresabonnement für 989 Franken die Abo-Beiträge in der «BZ»-App nicht mehr lesen. Auch die digitale Ausgabe ist «natürlich» nicht lesbar. Möchte ich eine «BZ»-Umleitung vornehmen, unmöglich. Kann mich nicht einloggen. Der Kundendienst konnte mir am Telefon nicht weiterhelfen. Er müsse das Problem an die IT-Kollegen weiterleiten. Es folgen verschiedene Mail-Korrespondenzen. Am 31. Januar ist es endlich so weit: Die Beiträge sind wieder mit der «BZ»-App lesbar. Die Freude dauert ganze zwei Tage: Am 2. Februar funktioniert nichts mehr. Genau so wie bei einer Kollegin, bei der es seit dem 28. Dezember überhaupt nie mehr geklappt hat. Und heute entnehme ich dem Briefkasten die «Schweizer Familie». Das «wöchentliche» Magazin als Doppelnummer! Sie stehe im Zeichen des Winters. Es ist voraussehbar, dass nun in kurzen Abständen das Wochenmagazin zur Doppelnummer wird. Was für eine Meisterleistung dieses Grosskonzerns!


Andreas Reist, Lützelflüh-Goldbach



Stellungnahme Tamedia:

Wir bedauern, dass es zu diesen Unannehmlichkeiten gekommen ist und entschuldigen uns bei unserem Abonnenten für die entstandenen Umstände. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die technischen Probleme so rasch wie möglich zu beheben. Selbstverständlich werden wir die Zeit, in der er seine Zeitung aufgrund des fehlenden Zugriffs nicht lesen konnte, kostenlos in seinem bestehenden Abo verlängern.

Zur «Schweizer Familie»: Eine Änderung des Publikationsrhythmus ist nicht geplant. Die «Schweizer Familie» wird weiterhin wöchentlich erscheinen.


Nicole Bänninger, Leiterin Kommunikation Tamedia