Droht Lüthi das magerste Moto2-Jahr?

Mit dem sechsten Platz beim Grand Prix von San Marino ist Thomas Lüthi in die Top Ten des Gesamtklassements der Moto2-Klasse vorgestossen. Sehr viel mehr wird für den Emmentaler in diesem Jahr voraussichtlich nicht möglich sein. Eine WM-Spitzenplatzierung wie in den letzten Moto2-Jahren ist derzeit, mit nur 45 Punkten nach sieben Grand Prix, kilometerweit entfernt: Lüthi war Vizeweltmeister 2016 und 2017 mit 234 beziehungsweise 243 Punkten und WM-Dritter 2019 mit 250 Zählern. Sein bisher magerstes Moto2-Jahr hatte der seit vorletzten Sonntag 34-jährige Routinier 2013, als er mit 155 Punkten WM-Rang 6 belegte.

Wie sehr Lüthi dieses Jahr um den Anschluss an die Spitze kämpft, zeigt auch der sechste Platz vom vergangenen Sonntag – es ist das bisher zweitbeste Resultat nach Rang 5 beim vorletzten GP in Spielberg (Ö). Beim San-Marino-GP sei die Leistung «solide» gewesen, meinte Lüthi, der von Startposition 10 ins Rennen gegangen war. «Das Rennen war sehr zäh und teilweise hart. Ich musste wirklich kämpfen.» Der tolle Start hat am Ende wenig genützt. «Zwei Runden vor Schluss klappte das Vorderrad meines Motorrads ein. Das war das Zeichen, dass ich den Rückstand von einer halben Sekunde zum Vordermann nicht mehr aufholen kann. Ich war zu sehr am Limit und deshalb musste ich den für die Umstände guten sechsten Platz akzeptieren.»

Lüthi erhofft sich am kommenden Wochenende eine Steigerung, wenn die Motorrad-WM für ein zweites Wochenende auf dem Rundkurs nahe des Ferienortes Rimini gastiert. «Es ist gut, dass wir jetzt noch mal auf der gleichen Strecke fahren werden, weil wir mit den Motorrad-Daten weiterarbeiten können, die wir am vergangenen Wochenende gesammelt haben.» Voraussichtlich wird es wieder für eine Top-Ten-Klassierung reichen. Die Konkurrenz bleibt ja auch nicht stehen.

17.09.2020 :: Werner J. Haller

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