Nun doch alles anders?

Mit Veränderungen ist das so eine Sache... Manchmal wünschen wir uns nichts sehnlicher als Veränderungen. Das zeigt sich zum Beispiel am Jahresanfang, die vielen guten Vorsätze betreffend. Auf der anderen Seite stehen aber auch viele Leiderfahrungen dahinter - Probleme bei der Arbeit oder Schwierigkeiten in engen Beziehungen -
die unsere Sehnsucht nach etwas Neuem wachsen lassen. Veränderungen können uns aber auch an unsere Grenzen führen - wenn wir sie nicht selbst gewählt haben oder wenn das Ergebnis einer absehbaren Veränderung anders aussieht, als wir es erwartet hatten.

Warum können uns Veränderungen derart herausfordern? Weil sie Unsicherheit und Kontrollverlust mit sich bringen. Unser Gehirn bevorzugt Vertrautes und Vorhersehbarkeit, es versorgt uns mit guten Gefühlen, wenn es bei Vertrautem bleiben darf: Unser Angstzentrum bleibt ruhig, das Gehirn spart Ressourcen.

Trotzdem spielen bei unserem persönlichen Umgang mit Veränderungen auch noch andere Aspekte eine Rolle: Was für ein Typ bin ich? Eher ängstlich oder wagemutig? Wie bin ich erzogen worden? Wurden Veränderungen eher als Bedrohung oder als Chance wahrgenommen?

Mir hilft es, mir über meinen eigenen Umgang mit Veränderungen Gedanken zu machen - um zu verstehen, warum ich wie reagiere. Und mir hilft es zu verstehen, wenn in meinem Umfeld Menschen auf eine Neuerung ganz anders reagieren als erwartet. Denn jede und jeder hat seine ganz eigene Geschichte mit diesem Thema. Und was sagt der christliche Glaube zum Thema Veränderungen? Die Bibel stellt sie als einen wesentlichen Bestandteil unseres Lebens dar - und weiss um die daraus resultierende Verletzbarkeit unseres Lebens. Mitten darin finden wir das Bild von Gott als sicheren Fels, einem Ort von Beständigkeit, Schutz und Zuverlässigkeit. Diese Zusage nehme ich immer wieder dankbar an und bin so froh, dass sie uns allen gilt.

28.05.2026 :: Silke Mattner

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