Liegenschaftsverkauf wird geprüft – entschieden ist noch nichts

Liegenschaftsverkauf wird geprüft – entschieden ist noch nichts
Das Ried-Schulhaus gehört immer noch der Gemeinde. Ob das so bleiben wird, ist derzeit noch offen. / Bild: zvg
Trub: Das Ried-Schulhaus wird zwar nicht mehr als solches genutzt, trotzdem herrscht Leben in ihm. Doch seine Zukunft ist offen, denn es besteht Sanierungsbedarf.

Seit 2005 wird im Ried-Schulhaus in Trub nicht mehr unterrichtet, der Pausenlärm ist verstummt. Aber der Ort ist nicht vereinsamt, vielfältiges neues Leben ist im Ried eingezogen: Familien und Vereine freuen sich am grosszügigen, gemeindeeigenen Brätliplatz, die Jugend aus dem Brandöschgraben trifft sich auf dem Rasen zum Fussballspiel, der Samariterverein führt im ehemaligen Schulzimmer seine Nothelferkurse durch, die Spielgruppe ist dankbar für die idealen Räumlichkeiten und den weiten Auslauf, die beiden Mietwohnungen sind besetzt, die Mieter zufrieden. Drängt sich da überhaupt eine Änderung auf? Kann die Gemeinde nicht einfach die bisherige breite Nutzung weiterlaufen lassen?

Verkauf ist weiterhin eine Option

Der Gemeinderat hat die Zukunft des Ried-Schulhauses schon an mehreren Sitzungen umfassend diskutiert, aber noch keinen Entscheid gefällt. Der Zustand des Gebäudes (Isolation, Heizung) sei nicht mehr optimal, erklärt Gemeindeschreiber Ernst Kohler. Eine kurzfristige Renovation dränge sich aber nicht auf. Sicher sei für den Gemeinderat, dass die Kosten einer späteren, umfassenden Sanierung nicht dem Steuerzahler zugemutet werden dürften. Die Gemeinde habe eine Verkehrswertschatzung in Auftrag gegeben. Ein Verkauf der ganzen Liegenschaft werde als Option geprüft. «Im Moment ist aber sehr vieles einfach noch offen», betont der Gemeindeschreiber. Ein Teilverkauf, wie er von einem Mieter gewünscht werde, komme für den Rat vorerst nicht in Frage. «Wir wollen keine Filetstücke aus dem ganzen Objekt herausbrechen», meint Kohler dazu. Der Gemeinderat hofft, den Stimmbürgern bis in einem Jahr einen Vorschlag präsentieren zu können, wie er die Zukunft des Ried-Schulhauses sieht. Sicher wird der Brätliplatz auch am nationalen Wandertag der «Schweizer Familie» im Mittelpunkt stehen, wenn nächsten Herbst wohl einige tausend Wanderfreudige das Trub besuchen werden.

Mieter und Nutzer sind zufrieden

Nicole Locher, die seit fünf Jahren die Spielgruppe leitet, wäre glücklich, wenn sie weiterhin an diesem idealen Ort bleiben könnte: «Wo finde ich ähnlich kindgemässe Bedingungen? Ich hoffe, dass der Gemeinderat die Spielgruppe im Auge behält und uns im Falle eines Verkaufs einen anderen, ebenso geeigneten Raum weiterhin kostenlos zur Verfügung stellt.» Sie glaubt, dass auch im Trub die Einsicht in die Bedeutung der Spielgruppe als Vorbereitung für den frühen Kindergarteneintritt gewachsen sei, hätten doch in den fünf Jahren rund 70 Kinder die Spielgruppe besucht.

Eine Familie mit vier Kindern und ein älteres Ehepaar leben gegenwärtig in den beiden Mietwohnungen. «Für uns braucht es im Moment gar keine Renovation. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Wohnung», sagt eine der Mieterinnen und lobt zudem die Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Beim Samariterverein Trub ist man froh um den Raum, den die Gemeinde unentgeltlich für die internen Übungen und die öffentlichen Nothelferkurse zur Verfügung stellt. Die Präsidentin Alexandra Bickel ist zuversichtlich, dass die Gemeinde den Verein auch bei einem allfälligen Verkauf nicht im Stich lassen würde. «Im Dorfschulhaus oder auch im Kloster liesse sich bestimmt ein Platz für uns finden», ist sie überzeugt.

13.01.2022 :: Ruedi Trauffer