«Der Tod ghört äbä zum Läbä», höre ich in Trauersituationen immer wieder. Diese Trostfloskel ist oft gut gemeint und Ausdruck menschlicher Anteilnahme. Der Tod trifft uns schliesslich alle. An dieser Aussage hat mich jedoch immer etwas gestört. Sie kommt mir nicht tröstlich, sondern als fatalistischer Selbstwiderspruch daher. Als ob man unter Zwang stünde, sich mit dem Tod arrangieren zu müssen, im Sinne von: «Was wott me, es isch wies isch.» Als ob man sich dem Tod unterwerfen oder mit ihm anfreunden müsse, wie man vor einer fremden Übermacht kapituliert. Tröstlicher und hoffnungsvoller ist für mich der biblische Gedanke des Apostels Paulus, den er im Lichte von Ostern ausführt. Er fasst den Tod konsequent als Gegensatz zum Leben auf, ähnlich wie sich Hass zur Liebe verhält. Denn wer würde schon behaupten, dass der Hass zur Liebe gehört? Paulus gibt sich kämpferisch und interpretiert die Auferstehung Christi als einen Feldzug Gottes gegen lebensfeindliche Mächte und Herrschaften in unserer Welt. Dieser Kampf wird erst enden, wenn der Tod als der Feind des Lebens schlechthin besiegt und Gott unterworfen ist. Die Auferstehung Christi betrachtet Paulus nicht als ein isoliertes Geschehen in der Welt, sondern als das entscheidende Ereignis, womit der christliche Glaube steht oder fällt. Sie ist der Anfang eines Erneuerungsprozesses der ganzen Schöpfung, an dem alle teilhaben werden, die mit Christus verbunden sind. Die entscheidende Schlacht habe Gott bereits gewonnen, doch der Kampf dauert an, bis «in Christus alle lebendig gemacht werden». Dabei lenkt er den Blick nicht auf die Welt unserer alltäglichen Erfahrungen, in der der Tod zu siegen scheint, sondern auf Ostern. Der Auferstandene offenbart Gott als unbeugsamen Kämpfer für das Leben und nicht als Freund des Todes. Lasst im Glauben mitkämpfen und nicht aufgeben!