Die nigelnagelneue Kunstrasenbahn wird verlegt; der Radlader bringt bereits die nächste Rolle. / Bild: Bruno Zürcher (zue)
Schüpfheim: Aktuell laufen die letzten Arbeiten am neuen Kunstrasenfeld beim Sportplatz Moosmättili in Schüpfheim. In der zweiten Junihälfte wird die Fläche dem Betrieb übergeben.
Ein gutes Jahr ist es her. Da stimmte die Bevölkerung mit 1525 Ja gegen 604 Nein einem Sonderkredit für die Erweiterung der Sportanlage Moosmättili zu. Letzte Woche wurde mit dem Ausrollen des Kunstrasens die letzte Etappe in Angriff genommen. Das neue Spielfeld soll in der zweiten Junihälfte zur Nutzung freigegeben werden.
Eine vielschichtige Angelegenheit
Mathias Held von der Firma Jenzer+Partner AG aus Aarberg leitet die Bauarbeiten vor Ort. Die wichtigsten Schritte in der Planung, erläutert Held, waren die Platzierung des Feldes im vorhandenen Perimeter sowie die Erschliessung des Feldes mit Wegen, Wasser und Strom. Wichtig sei auch die Evaluation der Baugrundverhältnisse gewesen. Diese bestimmten, so Held, den Aufbau des Platzes. Und dieser Aufbau ist nicht ganz trivial. «Über dem Baugrund - mit Sickerleitung - liegt eine knapp 40 Zentimeter dicke Kiesschicht mit gröberen Steinen, darüber eine fünf Zentimeter dicke Schicht mit feinerem Kiesgemisch. Diese wird abgedeckt mit einer zweieinhalb Zentimeter dicken, wasserdurchlässigen Elastikschicht. Sie dient dem Spielkomfort, der Stossdämpfung und dem Verletzungsschutz. Am Schluss dann der vier Zentimeter dicke, ebenfalls wasserdurchlässige Kunststoffrasen», so Held.
Bessere Ökobilanz als früher
Eine hohe Nutzungsintensität und die Verfügbarkeit bei fast jeder Witterung. Das seien schlussendlich die matchentscheidenden Kriterien gewesen, den neuen Sportplatz mit einem Kunstrasen auszustatten. Dies sagt Thomas Tanner, Abteilungsleiter Bau- und Infrastruktur von der Gemeinde Schüpfheim. Die bessere Verfügbarkeit gestatte es den Vereinen, auch in den Wintermonaten länger draussen zu trainieren. «Damit», so Tanner, «entlasten wir die Sporthallen, die in der Folge den Hallensportarten flexibler zur Verfügung stehen.» Die Gemeinde sei sich selbstverständlich gewisser ökologischer Nachteile dieser Lösung bewusst. Aber Tanner weist darauf hin, dass die
Ökobilanz der heutigen, unverfüllten Kunstrasenprodukte immerhin deutlich besser ausfalle als noch vor einigen Jahren. Konkret habe man auf ein System mit Granulatfüllung oder recyclierbaren Komponenten verzichtet und sich für ein unverfülltes Produkt entschieden. Gleichzeitig könne mit der gewählten Lösung der Abrieb auf ein Minimum reduziert werden.
Mehr investiert - Unterhalt günstiger
Klar, räumt Tanner ein, seien die Investitionskosten - im Vergleich zu einem Naturrasen - um einiges höher. Sie belaufen sich auf gut drei Millionen Franken. Die Aufwendungen für den Betrieb und Unterhalt könne er zwar noch nicht genau quantifizieren. «Sicher aber ist, diese werden geringer sein als bei einem Naturrasen, obwohl auch der Kunstrasen wöchentlich durch die Gemeinde gereinigt werden muss. Damit kann die Ansammlung von organischem Material im Teppich verhindert werden.» Dafür entfielen Mähen, Düngen und das Markieren des Spielfelds. Mit grossen Sanierungen rechne er nicht, so Tanner. Die Lebensdauer des Kunstrasens, werde auf 15 Jahre veranschlagt. Die darunterliegende Elastikschicht soll hingegen mehrere dieser Kunstrasen-Lebenszyklen überdauern.