Auf der rund 7,3 Kilometer langen Strecke gibts Informationen zu Natur, Tieren, Pflanzen, Biodiversität und der Landwirtschaft. / Bild: Pedro Neuenschwander (pnz)
Ramsei/Zollbrück: Der Bauernlehrpfad über den Benzenberg hat ein Facelifting erhalten und präsentiert sich in neuem Gewand. Letzten Freitag fand die Eröffnungsfeier statt.
«Als mir vor drei Jahren eine Gemeinderätin aus Lützelflüh gesagt hat: ‹Entweder entfernt ihr den heutigen Bauernlehrpfad oder ihr macht was Neues›, hat es mich schon etwas nachdenklich gestimmt», sagte Heinz Kämpfer an der Eröffnungsfeier. Kämpfer war viele Jahre lang Präsident von Landwirtschaft Emmental und ist der Projektleiter von «Sanierung Bauernlehrpfad».
So habe er nach Rücksprache mit dem heutigen Vorstand die Gelegenheit gepackt und eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Dies mit dem Ziel, dem Pfad neues Leben einzuhauchen. Denn viele der bestehenden Informationstafeln waren veraltet und widerspiegelten nicht mehr den aktuellen Stand der Landwirtschaft. Zudem haben Witterung und Zeit ihre Spuren hinterlassen. Es sei ein Glück gewesen, dass sich viele Kolleginnen und Kollegen spontan für die Mitarbeit in der Gruppe entschieden und Sponsoren das Unterfangen unterstützt hätten, sagte Kämpfer.
Elf Themen-Stationen
«Ziel der Erneuerung war, den Pfad moderner, verständlicher und attraktiver zu gestalten», so Beat Gerber, Landwirt aus Langnau und heutiger Präsident von Landwirtschaft Emmental. Neue Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel, Tierwohl und moderne Technologien in der Landwirtschaft seien stärker integriert worden.
Auch die Gestaltung wurde aufgefrischt. Rund 100 Arbeitsstunden hat Ulrich Hirsbrunner investiert, um elf wetterfeste Tafeln mit imprägniertem Holz und regensicherem Dach herzustellen. Das einheitliche Erscheinungsbild der Stationen sei ein wichtiges Element im Erneuerungsprozess gewesen, hielt Gerber fest. «Die Infotafeln wurden möglichst themengerecht positioniert.» So präsentiert sich der Bereich Wasser neben einem Brunnen, die Station Bienen und Insekten steht in der Nähe eines Bienenhauses, der Acker- und Futterbau wird in saftigen Feldern erläutert und dort, wo die Tourismus-Tafel steht, bietet sich bei klarem Wetter ein herrlicher Ausblick bis ins Oberland.
Brücke zwischen Stadt und Land
Jung und Alt können mit dem öffentlichen Verkehr nach Ramsei anreisen und nach dem Absolvieren des 7,3 Kilometer langen Wegs über den Benzenberg in Zollbrück per Bahn oder Bus wieder abreisen. Bei der Brätli-
stelle können sich die Wandersleute stärken. Das Angebot richtet sich auch an Schulklassen. Begegnungen mit Landwirten sollen dazu beitragen, das Verständnis zwischen Stadt und Land zu fördern. «Ganz speziell und neu ist, dass bei jeder Station über einen QR-Code ein vertiefendes Quiz über die diversen Themen abgerufen werden kann, was den Besuch zusätzlich bereichert», erklärten die Projektmitglieder.
Beat Gerber ist stolz auf die geleistete Arbeit der Projektgruppe, die viel Zeit und Herzblut investiert habe. Er hoffe, dass der Lehrpfad einen grossen Zuspruch in der Bevölkerung finde. Künftig kümmere sich Landwirtschaft Emmental um den Unterhalt.