Bauernhäuser bei Hirserenbad mit Mättenberg. Aquarell über Bleistift von Clara Vogelsang-Eymann. / Bild: Roth-Stiftung Burgdorf
Heimisbach: Die Sonderausstellung im Simon-Gfeller-Museum zeigt die Vielfalt des Emmentals. Es sind die Originalbilder von Illustrationen, die Neuausgabe von «Eichbüehlersch» zieren.
Das Buch «Eichbüehlersch» von Simon Gfeller, dem einzigen Roman, den der Meister der Kurzgeschichten verfasst hat, wurde neu verlegt. Den Band zieren 40 Bilder mit Bauernhöfen und Landschaften, die der Geschichte entsprungen sein könnten. Die Roth-Stiftung Burgdorf, als Besitzerin der Kunstwerke, stellt nun die Originale der Bilder in den Nebenräumen des Simon-Gfeller-Museums aus.
Das Simon-Gfeller-Museum im Ortsteil Thal befindet sich im alten Schulhaus. Das passt mehr als nur vorzüglich, waren der Dichter wie auch seine Frau Meta doch beide Lehrer. Dem Dichter zu Ehren nannte das Dorf Dürrgraben sich fortan «Hei-misbach» – wie der Titel der berühmten, ortsansässigen Erzählung lautet. Wer diese Schulstube betritt, spürt den Geist Gfellers über den mit Tintenfässern bestückten Holzpulten schweben. Man kann sich den Anschauungsunterricht am ausgestopften Hasen oder an der alten Weltkugel vorstellen. Wandtafel und Kreide, die alten Fotos an den Wänden, versetzen einen zurück in Zeiten, als Mädchen noch Zöpfe und Schürzen trugen, und die Buben Hosenträger und Holzschuhe. Nebenan in der Studierstube findet man Originalschriften und -bilder von Gfeller, sowie Tabakpfeife, Brille, Schreibmaschine und alte Buchausgaben seiner Werke.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Gegenüber, getrennt durch den Gang, gelangt man in die Ausstellungsräume mit den Originalbildern der Illustrationen im Buch «Eichbüehlersch». In Landschaftsgruppen unterteilt findet man da Emmental, Oberemmental, Langnau und Umgebung, Oschwand, Heimiswil, Affoltern, Schaufelbühl, und den «Weg zu Eichbühl». Es sind Ölgemälde, Aquarelle, Lithografien, Holzschnitte, Radierungen, Tusche- und Bleistiftzeichnungen oder Fotografien. Gegenstand ist fast immer ein Gehöft oder landwirtschaftliche Gebäudegruppen wie Scheune, Schopf, Speicher, Ofenhaus, Stöckli, gelegen auf einsamer Höhe. Dazu die atemberaubende Aussicht über Hügel und Täler, manchmal auch zu den Alpen – und die Einsamkeit. Als Signatur liest man oft bekannte Namen wie Gartmeier, Anliker, Baumann, Meister, Zbinden, Hesse. Natürlich sucht man vergebens den «Eichbüehlerhof», dieser existiert ja nicht real.
Ernst Roth bemerkt im Nachwort des Buches: «Mit der Auswahl der Bilder zeigen wir die Vielfalt des Emmentals, die auch Simon Gfeller in seinen Schriften eingefangen hat.» Und Elisabeth Schenk Jenzer, Präsidentin der Simon Gfeller Stiftung schreibt zur Neuauflage des Buches: «Der Roman erzählt die Geschichte eines Hofs, einer Familie. Die Bilder hingegen zeigen viele verschiedene Bauernhöfe im Emmental. Wir können uns weitere Geschichten und Schicksale vorstellen.»