Das Schulzimmer wurde zur Freude der Schüler für drei Tage mit der Werkstatt getauscht. Luca Zürcher und Benjamin Kläy im Einsatz. / Bild: hol
Trubschachen: Acht Jugendliche vom Schulhaus Hasenlehn haben eine Zuschauertribüne für Veranstaltungen in der Aula gebaut. Die Schüler haben ganze Arbeit geleistet.
Die Situation bei Theateraufführungen und Konzerten von Schulen ist bekannt. Die Stuhlreihen befinden sich oft alle auf gleicher Höhe, so dass sich die Sicht auf die Darbietungen aus den hinteren Reihen deutlich verschlechtert. «Diesen Umständen möchten wir entgegenwirken, um allen Besucherinnen und Besuchern von Veranstaltungen der Schule Trub-Trubschachen bessere Sichtverhältnisse zu bieten», erklärte der Lehrer Nicola Antener bei der Vorstellung des Projekts. Von Antener ging die Initiative für das Schulprojekt aus.
Gebaut werde eine Zuschauertribüne im Baukastensystem, bei der jede der neun Reihen um fünfzehn Zentimeter ansteige. Dabei seien die Elemente so konstruiert worden, dass Schülerinnen und Schüler der Oberstufe die Tribüne eigenständig aufstellen und platzsparend wieder versorgen können, betonte Antener. Raymond Vogel von der Zimmerei Hirschi AG hat ein entsprechendes Konzept mit den Bauplänen für die Machbarkeit dieser Vorgaben ausgearbeitet.
Drei Tage als Zimmermann
Rudolf Ramseier, Schreiner und Lehrer für das Fach Werken, empfing die acht Schüler aus der neunten Klasse der Schule Hasenlehn, welche sich freiwillig für das Projekt gemeldet hatten. In der Werkhalle der Zimmerei Hirschi erwarteten sie für drei Tage anstelle des üblichen Schulunterrichts handwerkliche Aufgaben. Zimmermann Kevin Gerber hatte am Tag zuvor den Arbeitsraum eingerichtet und das Material bereitgestellt.
Hundertdreissig Quadratmeter Holzplatten und ein Kilometer Holzleisten warteten auf die Weiterverarbeitung durch die Schüler. Zusammen mit Rudolf Ramseier und Kevin Gerber haben die Schüler aus dem Berg von Platten und Leisten massgetreue Einzelteile für die geplanten Tribünenelemente zugeschnitten. In vier Zweiergruppen wurde während drei Tagen mit vollem Einsatz gemessen, gefräst, gebohrt und verschraubt.
Ein erfolgreicher Projektabschluss
Für die acht Schüler war die körperliche Arbeit keine besondere Herausforderung. Jeder von ihnen wird im Sommer eine handwerkliche Lehre als Strassenbauer, Maurer, Landwirt oder Zimmermann antreten. Auf jeden Fall seien sie lieber hier am Arbeiten, als im Klassenzimmer am büffeln, war die einstimmige Meinung der Gruppe. Nach drei intensiven
Tagen hatten sie es geschafft. Alle Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse konnten die 27 Podestelemente mit den Seitenwänden und Treppen in der Aula vom Schulhaus Hasenlehn zur fertigen Tribüne aufbauen. Dort soll das 7,50 mal 9 Meter grosse Meisterwerk für einige Tage zur Begutachtung aufgestellt bleiben, bevor es wieder in Einzelteilen unter der Bühne versorgt wird und auf den nächsten Einsatz wartet.