Dänu Wisler (rechts) und seine Band spielten in der Kulturmühle Lützelflüh mit vollem Einsatz. / Bild: zvg
Lützelflüh: Die Kulturmühle lud zum Konzert mit Dänu Wisler und Band ein. Der Künstler teilte Anekdoten und Sehnsüchte aus dem Tal. Vor dem Auftritt fand die Vereinsversammlung statt.
Der gebürtige Emmentaler Sänger und Gitarrist Dänu Wisler, seine beiden Söhne Lou an der Bassgitarre und Glenn am Schlagzeug sowie Michael Dolmetsch, der Tausendsassa an Keyboards und Handorgel, legten in der Kulturmühle ein fätziges Konzert auf die Bretter. Dass Moll-Tonarten nicht einfach traurig sind, konnte das Publikum im e-Moll-Song «Bahnhof» mit rockig-rhythmischen Gitarrenriffs erleben. Eine beschaulich-zärtliche Variante war dann im h-Moll-Song «Ämmital» mit den melancholisch-meditativen Melodien der Handorgel zu hören.
Auf versteckten Tanzböden
Dänu Wisler lebt unterdessen im Toggenburg. Seine Erinnerungen ans Emmental, an die bäuerlich verbrachte Kindheit, wurden durch das Teilen von Anekdoten und Sehnsüchten neu belebt. In die knisternde Geschichtsstunde passten der Boogie-Woogie «I d'Chäsi mitem Hund», das bluesige «Härdöpfugstüd», oder auch der lupfig-stampfende «Mischtträppeler». Letzterer verweist auf die früheren illegalen Tanzveranstaltungen auf den versteckten Tanzböden des Emmentals. Dass der Sänger das eine oder andere «Meitschi» anhimmelte und dies schwelgend umgesetzt hat, wie im Lied «Meitschi vo Appezäll» oder in «Stärnperle-Nacht», konnte man in den Klängen berührt nachempfinden. Er griff dabei mit vollem Körpereinsatz in die Gitarrensaiten, als müsste er wie früher im Emmental die Kartoffeln mit seinen blossen Händen aus den Furchen graben. Begeistert applaudierten die Zuhörenden dann auch nochmals zur letzten Zugabe von Dänu Wisler und seiner Band «Wenn i hei chume (is Ämmital) würds nümme sii wies isch gsii» und gingen etwas wehmütig aber sichtlicht zufrieden nach Hause.