Die Baustelle im Dorf Schlosswil kann zwar von Autos, aber nicht von grossen Fahrzeugen passiert werden. / Bild: Silvia Wullschläger (sws)
Schlosswil: Seit Montag ist das Dorf vom ÖV abgeschnitten. Wegen einer Baustelle kann das Postauto bis voraussichtlich Ende Mai nicht durchfahren. Geplant war das nicht.
Auf der Dorfstrasse in Schlosswil haben die Arbeiten für die Sanierung der Wasserleitung und der behindertengerechte Umbau der Bushaltestelle «Kreuz» begonnen. Das hat nun Folgen für den Postautoverkehr. Seit Anfang Woche bis voraussichtlich Ende Mai wird das Dorf Schlosswil mit den Haltestellen «Kreuz», «Dorf» und «Mühlestrasse» nicht mehr bedient. Die Haltestellen «Lochi» und «Ried» in Fahrtrichtung Grosshöchstetten mussten verschoben werden. Die Bürgerinnen und Bürger wurden letzten Freitag in einem Brief informiert. Gewollt war dieser Betriebsausfall nicht. «Auch wir wurden davon überrascht», sagt die zuständige Gemeinderätin Claudia Eichenberger. Erst letzten Donnerstag sei ihnen von der Postauto AG die neue Situation eröffnet worden.
Schlaufe via Thali nicht möglich
Dass es im Bereich der Baustelle zwischen Restaurant Kreuz und Kirche eng werden wird, sei bekannt gewesen, sagt Eichenberger. Deshalb habe die Postauto AG im Januar zugesagt, kleinere Fahrzeuge einzusetzen mit dem Hinweis, dass es in Stosszeiten möglicherweise nicht für alle einen Sitzplatz haben werde. «Nun stehen diese Fahrzeuge leider nicht zur Verfügung», sagt Eichenberger. Der Vorschlag der Gemeinde, das Dorf Schlosswil wie früher auf einer Schlaufe via Thali zu bedienen, sei abgelehnt worden. Dies mit der Begründung, dass die Anschlüsse in Worb und Grosshöchstetten nicht gewährt werden könnten. Sie verstehe, dass Leute, die den ÖV nutzen, verärgert sind über diese kurzfristige Änderung, sagt Eichenberger.
Fahrzeuge sind in Reparatur
Die Postauto AG hätte die Fahrgäste aus Schlosswil weiterhin gerne abgeholt, heisst es bei der Medienstelle. Die beiden kleineren Midi-Busse seien aber in Reparatur. Und andere so schmale Fahrzeuge habe man nicht zur Verfügung. Und selbst mit diesen sei die Durchfahrt in dieser Bauphase sehr eng und es könne zu Schäden kommen. «Noch kleinere Fahrzeugtypen auf der Strecke einzusetzen, ist keine Option, da sie nicht genügend Platz bieten für alle Fahrgäste», so die Medienstelle der Postauto AG. Alle Beteiligten seien mit Hochdruck daran, Lösungen zu finden, betont Claudia Eichenberger. Als Sofortmassnahme habe die Gemeinde nun bei der Haltestelle Ried einen provisorischen Veloabstellplatz installiert. «So können die Leute vom Dorf mit dem Velo diese Bushaltestelle erreichen», sagt Eichenberger. Geplant sei, «die Anwohnerinnen und Anwohner raschestmöglich zu informieren», wie es weitergehe.
Rückstand bei den Arbeiten
Bis Ende Mai sollten die Bauarbeiten so weit fortgeschritten sein, dass die engste Stelle für das Postauto wieder befahrbar ist. Ob das zeitlich reicht, wird derzeit abgeklärt. Letzte Woche seien die Bauarbeiten nicht planmässig vorangeschritten, sagt Bauleiter Marc Binggeli von der FLM Bauingenieure AG. «Zum einen gab es Verzögerungen, um die Durchfahrt für das Postauto zu gewährleisten. Bei jeder Durchfahrt mussten Stahlplatten über Teile des Grabens verlegt werden.» Zum andern sei man auf unerwartet verlaufende Leitungen im Untergrund gestossen. Nun habe man vereinbart, Beschleunigungsmassnahmen zu prüfen, um den Rückstand aufzuholen. «Das Bauunternehmen stellt zusammen, was dazu nötig ist», so Binggeli. Es werde mehr Personal und Maschinen sowie zusätzlichen Platz für den Materialumschlag brauchen. «Das bleibt nicht ohne Kostenfolge.» Und es droht noch weiteres Ungemach. So seien beim Aushub Altlasten wie Ziegel und Belag zum Vorschein gekommen, sagt der Bauleiter. Die zugezogene Umweltbaubegleitung habe Proben entnommen. Je nach Ergebnis müsse das Material gesondert entsorgt werden. Dies könne zu weiteren Verzögerungen führen.