«Das Dorf freut sich auf den Grossanlass»

«Das Dorf freut sich auf den Grossanlass»
Hier, direkt vor dem Schloss Oberdiessbach, wird die Arena für 7'000 Zuschauende stehen. / Bild: Rolf Eicher (rei)
Schwingen: In zehn Tagen startet mit dem Emmentalischen Schwingfest in Oberdiessbach die Berner Kranzfestsaison. OK-Präsident Ulrich Friedli spricht über die Vorbereitungen.

«Bisher läuft alles wie vorgesehen und wir sind im Zeitplan», sagt Ulrich Friedli, der OK-Präsident des Emmentalischen Schwingfests. Die kleinen Zelte wurden bereits in der Vorwoche auf dem Gelände unmittelbar vor dem Schloss aufgestellt. Am Wochenende folgten die Fundamente für die Tribüne, die 5'500 Sitz- und 1'500 Stehplätze umfasst.

Rund 800 Helfende stehen im Einsatz, um bei der Durchführung des Fests sowie beim Auf- und Abbau zu helfen. Viele stammen aus den drei Trägervereinen - Schwingklub, Jodlerklub und Hornussergessellschaft. Aber auch Leute aus anderen Vereinen oder aus dem Dorf und der Umgebung helfen tatkräftig mit. «Noch fehlen einige Helfer fürs Fest, aber es sind noch ein paar Tage Zeit», sagt Friedli. «Insgesamt haben wir sehr gut Helfer gefunden. Man merkt, dass sich die Leute auf den Grossanlass im Dorf freuen.» Alle seien entgegenkommend gewesen, vom Landbesitzer über die Anwohner bis hin zur Gemeinde. «Das freut mich am allermeisten», sagt der OK-Präsident.


«Die Bedingungen haben geändert»

Die Vorfreude sei nicht nur bei den Schwingfans spürbar, sondern auch bei den Einwohnern. Denn es geht nicht nur ums Schwingen, sondern um den Anlass an sich, beginnend mit der Öffnung der Festwirtschaft am Donnerstag. Am Freitag folgen die Marschmusikparade und der Alpaufzug, am Samstag der Jungschwingertag und das Amtsjodlertreffen, bevor am Sonntag, 3. Mai, mit dem Schwingfest der Aktiven der Höhepunkt ansteht. Oberdiessbach trägt nach dem Emmentalischen Jubiläumsschwingfest 1998 sowie dem Bernisch Kantonalen 2011 zum dritten Mal ein grosses Fest aus. Helfen diese Erfahrungen? «Was den Standort betrifft, definitiv», sagt Ulrich Friedli. «Aber die Bedingungen haben sich enorm geändert.» Der Aufwand sei grösser geworden, weil das Interesse am Schwingsport und die Erwartungshaltung enorm gewachsen seien - nicht zuletzt durch das Fernsehen. «Das ist zum einen ein Segen. Zum anderen stossen wir langsam aber sicher an die Grenze.» Ein Fest dieser Grösse in dieser kurzen Zeit durchzuführen, sei für ein einzelnes Dorf eine enorme Herausforderung. Der Zusammenhalt und die Vernetzung seien zum Glück in Oberdiessbach sehr gut, weiss Friedli, der selbst seit über 40 Jahren in der Brass Band Oberdiessbach in verschiedenen Funktionen aktiv ist und politische Ämter innehatte. Für die diesjährige Ausgabe ist Ulrich Friedli aber guten Mutes. Gedanken macht er sich nur über eines: «Es gibt immer Faktoren, die man nicht beeinflussen kann - vor allem das Wetter.» Wenn das schlecht sein sollte, werde das Parkieren mühsamer. «Wir haben aber grossen Aufwand betrieben, damit man auch bei schlechtem Wetter ohne dreckige Füsse ans Fest kann», sagt Friedli. Auch der Aspekt der Sicherheit sei bei einem Event dieser Grössenordnung nicht zu unterschätzen. Der Aufwand sei immens. «Am Ende ist das Einzige, was wir tun können, sämtliche Vorschriften peinlichst genau einzuhalten.»


Schlussgangteilnehmer erneut dabei

Das Emmentalische ist das erste grosse Fest des Jahres im Berner Gauverband. Entsprechend darf das Publikum auch auf sportlicher Ebene etwas erwarten. «Für viele Schwinger ist der Auftakt in die Kranzfestsaison wichtig, entsprechend hoch ist das Interesse», freut sich Friedli. Rund 12 bis 14 Eidgenossen werden im Sägemehl stehen, darunter die letztjährigen Schlussgangteilnehmer Michael Moser und Adrian Walther. Ein Schwinger wird auf jeden Fall besonders im Fokus stehen: der einheimische Thomas Sempach. Ob der 41-jährige fünffache Eidgenosse antreten wird, ist allerdings noch unklar. Was der OK-Präsident aber sagen kann: «Er war einer der ersten, der auf dem Platz stand und bei den Aufbauarbeiten mitgeholfen hat.» Für den Nachwuchsschwingertag am Samstag sind über 400 Jungschwinger angemeldet. «Wir errichten extra zusätzliche Sägemehlringe ausserhalb der Arena», berichtet Ulrich Friedli. Der Nachwuchsschwingertag ist ihm ein grosses Anliegen. «Diese Jungs sind die Zukunft, die Helden von morgen. Deshalb wäre es schön, wenn auch am Samstag schon viele Leute vor Ort sind und die Schwinger anfeuern.»

23.04.2026 :: Micha Strohl (msz)