Eine Ausstellung, die von den Farben und den Facetten des Lebens erzählt

Eine Ausstellung, die von den Farben und den Facetten des Lebens erzählt
Dieses Kombinationswerk von Ida Wyttenbach und Liane Winters zeigt, wie unabhängige Bilder zu einem neuen Ganzen werden können. / Bild: Beatrice Keck (keb)
Schüpfheim: «Das Leben ist bunt» - so lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Entlebucherhaus. Sieben Künstler und Künstlerinnen stellen Werke aus, die eine frohe Vielfalt zeigen.

So bunt und abwechslungsreich wie das Leben präsentiert sich die aktuelle Kunstausstellung. Nicht nur, was die Wahl der Farbtöne in den gezeigten Werken angeht. Nein, auch die verarbeiteten Materialien, die Arten der Entstehung, die unterschiedlichen Formate, die ausgedrückte Lebensfreude und Ausstrahlung sowie die Hintergrundgeschichten der Arbeiten zeugen von lebendiger Vielfalt. Sieben Künstlerinnen und Künstler zeigen aktuell im Entlebucherhaus Museum Kultur in Schüpfheim ihre Werke. Unter grossem Publikumsandrang feierte die Ausstellung mit dem Namen «Das Leben ist bunt» ihre Vernissage.


Ausdruck und Lebensfreude

Ganz fein, schier unscheinbar, warten die Zeichnungen von Edith S. Ambühl auf die aufmerksame Betrach­terin. Die Zeichnungen sind in den Jahren 1994 bis 2000 in Portugal entstanden. In dieser Zeit begleitete Ambühl ihre Tochter Sophie als Kind und Jugendliche zum Tanzunterricht und zu -workshops. Zeichnend hielt sie das Wachsen und Entfalten der Fähigkeiten sowie der Persönlichkeit ihrer Tochter durch die und in der Bewegung fest. Aus den Zeichnungen wurde später ein Buch. Ihre neueste Publikation mit dem Titel «Wir Schatten», entstanden während des Lockdowns, wird im Rahmen der Ausstellung am 3. Mai im Entlebucherhaus präsentiert. Die kreisrunden «Energiebilder» von Urs Heinrich fallen aus dem gewohnten eckigen Rahmen von Gemälden. Zur Herstellung legt er runde Holzplatten auf eine Töpferscheibe. Auf den rotierenden Untergrund trägt er dann sorgfältig Acrylfarben in unterschiedlicher Breite und verschie­denen Farbtönen auf. «Meine Hände tragen die Farbe auf, ohne Konzept, die Bilder geschehen», erklärt der Künstler. Ebenso aus dem Rahmen fallen die form- und farbkräftigen Werke von Daniela Bianchi. Mit ihren fröhlichen, kräftigen Farbtönen und grosszügigen Formen erinnern sie an afrikanische Kunst. Ihre Farbaufträge werden ergänzt durch applizierte Wolle.


Unterschiedliches wird ein Ganzes

Ida Wyttenbach und Liane Winters lernten sich vor 20 Jahren kennen. Seither verbindet die beiden eine künstlerische Zusammenarbeit. Beide betätigen sich zumeist alleine in ihrem jeweiligen Atelier. Regelmässig kommen sie aber zum Austausch und zur Kooperation zusammen. So entstehen ihre Werke «Im Duo Miteinander - Solowerke paarweise neu interpretiert». Unabhängige Werke werden zu einem verblüffenden, neuen Ganzen. Acrylbilder in Giess-Mischtechniken, in allen Farben des Regenbogens und von Kleinst- bis Grossformaten, trägt Beatrice Ineichen zur wunderbaren Ausstellung bei. Ihre Bilder seien «Abbilder aller Facetten des Lebens» und zeigten «die Faszination der unendlichen Fülle und Möglichkeiten, der Harmonie des Farbenspiels, ohne Anfang und Ende», erklärt die Künstlerin. Bewegung, Emotion und Freiheit möchte Jonas Deubelbeiss in seinen Werken sichtbar machen. Er arbeitet vorwiegend mit abstrakten Darstellungen, die durch kraftvolle Linienführung, dynamische Farbstriche und starke Kontraste geprägt sind. Kuratorin Simone Stenger hat es erneut verstanden, die unterschiedlichsten Werke von verschiedenen Künstlern zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Die lebensfrohe Ausstellung ist noch bis am 17. Mai zu sehen.

23.04.2026 :: Beatrice Keck (keb)