Trotz Gewinn ist nicht alles rosig

Langnau: Die Rechnung der Gemeinde Langnau schliesst mit einem Gewinn; prognos­tiziert war ein Verlust. Bei den Investitionen ist man dagegen weniger auf Kurs.

Die Rechnung 2025 der Gemeinde Langnau schliesst im Gesamthaushalt mit einem Ertragsüberschuss von 80'000 Franken ab, was gegenüber dem Budget einer Besserstellung von 1,98 Millionen entspricht. Im Allgemeinen Haushalt wurde ein Ertragsüberschuss von 590'000 Franken erzielt. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 1,26 Millionen. «Zur Besserstellung haben im Wesentlichen die Steuererträge beige­tragen, welche ausser bei den juristischen Personen über sämtliche Steuerarten hinweg um 1,28 Millionen über dem erwarteten Wert lagen», hält der Gemeinderat in seiner Mitteilung fest. Des Weiteren habe der Kanton 420'000 Franken höhere Entschädigungen für die Sozialhilfe bezahlt. Bei der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung wurden wie vorgesehen Aufwandüberschüsse verbucht. Die Spezialfinanzierung der Feuerwehr konnte mit einem Ertragsüberschuss von 50'000 Franken abschliessen.


Investitionen stauen sich an

Bei den Investitionen konnte nicht einmal ein Drittel der Vorhaben umgesetzt werden. Investiert hat Langnau im letzten Jahr 4,39 Millionen Franken, 10,41 Millionen weniger als geplant. Als grössten Posten mit 3,7 Millionen nennt Johann Sommer, Gemeinderat Finanzwesen, den Neubau des Feuerwehrmagazins, der erst in diesem Herbst beginnen soll. Weiter habe man in den Bereichen Wasser, Abwasser und Strassen 3,4 Millionen Franken weniger investiert. Der Druck auf den Unterhalt und die Erneuerung der Infrastruktur nehme damit weiter zu. Da es sich um Projektverzögerungen handelt, werden die nicht getätigten Investitionen die kommenden Jahresrechnungen belasten. Und das gefällt Finanzchef Johann Sommer nicht. Denn in den nächsten Jahren kämen weitere grosse Brocken dazu, etwa die Badisanierung mit rund 40 Millionen. Die Verschuldung steige an und irgendwann stehe die Frage im Raum, was man sich leisten wolle und könne, und was nicht.

23.04.2026 :: pd, Silvia Wullschläger (sws)