«Der Wunsch nach einem älteren und kräftigen Traktor war immer da»

«Der Wunsch nach einem älteren und kräftigen Traktor war immer da»
Simon Lehmann (links) und Daniel Stalder mit ihrem Hürlimann. Hier mit Normalausrüstung für den Forstbetrieb. / Bild: hol
Lützelflüh: Der dritte Platz an der Schweizermeisterschaft im Tractor-Pulling bringt Daniel Stalder eine Ehrung ein. An der «Lützufiir» wird er für seine Leistungen gewürdigt.

Die Tourismus- und Kulturkommission ehrt jedes Jahr anlässlich der «Lützufiir» Personen für aussergewöhnliche Leistungen in Sport, Beruf und Kultur. Zu den Ausgezeichneten zählt dieses Jahr auch Daniel Stalder. Er ist Meisterlandwirt und lebt mit seiner Ehefrau Rosmarie und den beiden Kindern Vanessa und Alessia auf seinem Bauernhof in der Moosmatt in Lützelflüh. Geehrt wird er für den dritten Rang an der Schweizermeisterschaft im Tractor-Pulling. «Eigentlich müsste mein Kollege Simon Lehmann auch dabei sein, denn der dritte Rang war nur durch unsere Teamarbeit möglich», betont Daniel Stalder. «Die Schweizermeisterschaft im Tractor Pulling wird nicht an einem einzelnen Finaltag ausge­tragen. Es zählen die Rangpunkte, die mit dem gemeldeten Traktor über die gesamte Saison erreicht wurden. Diese Punkte ergeben die Schlussrangliste», erklärt er. Dabei dürfe der Fahrer für die verschiedenen Wettkampftage ausgewechselt werden. «Simon hat mit seinen Einsätzen ebenfalls mit wichtigen Rangpunkten zum Erfolg beigetragen.»


Zwei Kollegen und ein Traktor

Der Wunsch nach einem älteren und kräftigen Traktor sei bei ihm und seinem Kollegen Simon Lehmann, Landwirt und Forstunternehmer aus Lützelflüh, schon lange da gewesen, so Stalder. «Als 2014 im Internet ein Hürlimann H6136 mit Jahrgang 1985 zu einem vernünftigen Preis angeboten wurde, haben wir nicht lange gezögert und den Traktor gemeinsam gekauft.» Danach wurde das Gefährt für das Tractor Pulling aufgerüstet. Nachdem 2015 der erste Startversuch in Zimmerwald gründlich daneben gegangen ist, erreichten sie zwei Wochen später in Schwadernau den siebten Rang. «In den folgenden Jahren haben wir den Hürlimann immer wieder nachgerüstet. Mit grösseren Rädern, wassergefüllten Reifen und gefrästen Profilen konnten wir die Kraftübertragung deutlich steigern», erklärt Stalder. Der Traktor werde, mit der Normalausrüstung, aber auch im Forstbetrieb von Simon Lehmann eingesetzt. Nach regelmässigen Erfolgen konnte das Team Stalder/Lehmann den Schweizermeistertitel 2019 in der Standardklasse 8 Tonnen feiern. Danach folgten zwei Vizemeistertitel und nun der dritte Rang in der Kategorie Farmstock 6,5 Tonnen.


Klare Regeln

Tractor Pulling ist ein Zugkraftwettbewerb, dabei gilt es, einen speziellen Bremsschlitten in zwei Durchgängen auf einer 100 Meter langen Wettkampfbahn so weit als möglich zu ziehen. Wer die 100-Meter-Marke erreicht («Full Pull»), qualifiziert sich für das Stechen und dort werden die jeweiligen Kategoriensieger ermittelt. Die Wettkämpfe unterliegen klaren Regeln. Beachtung findet dabei auch die Schonung des Geländes. Zum Thema Umweltschutz erklärt Stalder, dass sogenannte «Puller» der mittleren Kategorie ungefähr sechs Liter Diesel pro Wettkampftag verbrauchen. Mit den bestehenden Vorgaben halte sich somit die Luftverschmutzung und Bodenbelastung in vertretbaren Grenzen, findet Stalder.

16.04.2026 :: hol