Für die Bergbahnen Sörenberg war es teilweise zu warm, um zu beschneien. Trotzdem war die Skisaison erfreulich. / Bild: zvg
Entlebuch / Emmental: Trotz des im wortwörtlichen Sinn lauen Starts in den Winter sind die Anlagenbetreiber der Region grundsätzlich zufrieden mit der Skisaison. Aber nicht alle.
Sie hatten es nicht einfach. Die Anlagenbetreiber in unseren Skigebieten. Erst wenig bis kein Schnee, zu warm zum Beschneien, spät dann Schnee in rauen Mengen. Die Herausforderungen der zu Ende gegangenen Skisaison für die Anlagenbetreiber waren erheblich - und sie werden nicht geringer.
Leichtes Wachstum in Sörenberg
Das Fazit von Stefan Ryser, Direktor der Bergbahnen Sörenberg AG, fällt positiv aus. «Wir hatten eine erfolgreiche Saison mit leichtem Wachstum gegenüber dem bereits starken Vorjahr - dies trotz wetterbedingter Herausforderungen zu Saisonbeginn.» Die warmen Temperaturen hätten eine Beschneiung verunmöglicht. «Die Folge war», so Ryser, «ein reduziertes Angebot über Weihnachten und Neujahr.» Die wirtschaftliche Bilanz beurteilt Ryser als sehr erfreulich. Man habe drei Prozent mehr Ersteintritte als im Vorjahr verzeichnet. Im Fünfjahresschnitt liege man sogar mit elf Prozent darüber. Zu diesem guten Ergebnis hätten die Saisonkartenbesitzer - insbesondere dank des neu eingeführten Magic Passes - beigetragen. Das habe für eine stabilere Grundauslastung gesorgt. Mit dem Magic Pass verfüge man über ein innovatives Geschäftsmodell, das den Zugang zum Berg vereinfache, die Nachfrage über die Saison hinweg stabilisiere und damit eine nachhaltigere wirtschaftliche Basis schaffe. Die Wetterabhängigkeit bleibe aber auch künftig die zentrale Herausforderung. «Wir prüfen deshalb gezielte Investitionen in noch leistungsfähigere Anlagen, um die zunehmend kürzeren Beschneiungsfenster künftig noch effizienter nutzen zu können», erklärt Ryser.
Zufriedenheit in Bumbach
Kurz das ebenfalls positive Fazit von Hans Rudolf Egli, Präsident der Skilifte Bumbach Schangnau: «Wir sind sehr dankbar für den erfolgreichen Skiwinter. Die Saison fällt unter dem Strich ungefähr gleich gut aus wie die Saison 2024/25.» Aber auch sie hätten zu kämpfen gehabt mit den hohen Temperaturen. «Der geplante Saisonstart vom 20. Dezember war nicht möglich», räumt Egli ein. «Dank der technischen Beschneiung war das Skifahren in der Folge im ganzen Gebiet, ab Anfang Januar bis zum geplanten Saisonabschluss, möglich.» Die 63 Betriebstage seien gut frequentiert gewesen. Einzig gewisse Pisten - ohne technische Beschneiung - habe man an einzelnen Tagen geschlossen. Schön sei, so Egli weiter, dass man seit Jahren auf treue Gäste zählen könne und diesen Kreis seit 2023 mit Magic-Pass-Besitzenden erweitern konnte. Sportlich wie auch wirtschaftlich interessant seien zudem die zahlreichen Skirennen auf der Beat-Feuz-Rennstrecke gewesen. Angesprochen auf künftige Investitionen erwähnt Egli die in die Jahre gekommenen Bügel. Diese müssten ersetzt werden. Und im Hinblick auf die künftige Entwicklung des Skigebiets am Fuss des Hohgants gibt sich Egli kämpferisch: Prognosen wage er keine, das verkomme zu einem Kaffeesatz-Lesen. «Es schleckt keine Geiss weg, dass die Winter vor 50 Jahren strenger waren als heute. Solange sich aber noch genügend Leute mit Herzblut für die Skianlagen engagieren und der Betrieb am Schluss kostendeckend ist, bleibt das grösste und schönste Skigebiet im Emmental weiterhin gut im Schuss.»
Abnahme auf der Marbachegg
Zurückhaltender tönt es bei Stefan Wittwer, Betriebsleiter der Sportbahnen Marbachegg AG: «Der Winter ist Anfang Dezember erfreulich gestartet, aber der Schnee konnte sich leider nicht halten bis zum offiziellen Saisonstart. Und über die Festtage war zwar das Wetter top, aber die Schneeverhältnisse waren flopp.» Immerhin habe man auf der Gartenterrasse einen Grossaufmarsch von Fussgängern begrüssen dürfen. «Dies zeigt, dass die Sonnenterrasse im Entlebuch auch in schneelosen Zeiten ein lohnendes Ausflugsziel ist.» Besser dann die Situation in der Zwischensaison Januar/Februar. Gute Pisten hätten zu erfreulichen Zahlen an den Wochenenden geführt. «Gefreut hat mich auch, dass wir wieder häufiger Schulen auf der Marbachegg begrüssen durften. Das ist Nachwuchsförderung!» Insgesamt fällt die Bilanz hier aber schlechter aus als in der vorherigen Saison. Während der 80 Betriebstage habe nur an 50 Tagen Skibetrieb geherrscht, so Witwer. «So verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 20 Prozent bei den Ersteintritten.» Auch im Fünfjahresschnitt liege man mit sechs Prozent im Minus. Der Verkauf von Skikarten sei spürbar zurückgegangen - sicherlich auch eine Folge des Magic Passes. «Da Sörenberg nun auch im Magic-Pass-Verbund dabei ist, sind noch mehr Gäste aus unserem Einzugsgebiet auf die lukrative Karte umgestiegen. Diese neue Situation hatte natürlich negative Auswirkungen auf unsere Verkäufe an der Tageskasse», erklärt Wittwer. Handkehrum hätten die Ersteintritte mit dem Magic Pass deutlich gesteigert werden können - gegenüber der Vorjahrssaison um 50 Prozent.