Nevio Reist erzielte für die U21-Elit letzte Saison 30 Skorerpunkte. / Bild: Peter Eggimann (ped)
Eishockey: Die Schweizer U18-Nati spielt an der WM um den Wiederaufstieg in die höchste Division. Mit Nevio Reist und Niclas Rentsch sind zwei Spieler der SCL Young Tigers mit dabei.
Am Samstag spielt die Schweiz zum Auftakt der U18-Weltmeisterschaft in Polen gegen die Gastgeber. Weil die Eidgenossen im vergangenen Jahr aus der Top-Division abgestiegen sind, müssen sie in der Division I, Gruppe A antreten, also auf der zweithöchsten Stufe. Die Gegner dort sind Kasachstan, Polen, Slowenien, Ukraine und Ungarn. Nur der Gewinner der Sechsergruppe schafft den Aufstieg. «Der sofortige Wiederaufstieg muss unser Ziel sein», sagt Nevio Reist, Stürmer der SCL Young Tigers.
Die Schweiz hat auf dem Papier klar die Favoritenrolle inne. Einfach wird die Aufgabe dennoch nicht. «Polen kann sicher vom Heimvorteil profitieren. Kasachstan war auch schon in der Top-Division, und das Team der Ukraine ist physisch sehr stark», so die Einschätzung von Reist. Weil die Schweiz an vergangenen Turnieren meist als Aussenseiter angetreten ist, sei in der Vorbereitung auch die neue Favoritenrolle thematisiert worden. Ansonsten mache man alles so wie an jedem anderen Turnier auch, erklärt Reist. «Der Staff weiss genau, was uns erwartet. Wir werden gut eingestellt sein.»
Grosse interne Konkurrenz
Zum Staff gehört auch Samuel Balmer, Headcoach der U18-Elit der SCL Tigers. Neben Nevio Reist ist mit Niclas Rentsch ein weiterer seiner Schützlinge im WM-Aufgebot. Moritz Rüegsegger ist auf der Pikett-Liste. Er ist einer von fünf Spielern, die letzte Woche im Vorbereitungscamp in Herisau dabei waren, nun aber vorläufig nicht mit nach Polen reisen.
Der Druck von aussen, Aufsteigen zu müssen, sei im Camp in Herisau nicht wirklich spürbar gewesen, erzählt Nevio Reist. Dafür vielmehr der Druck, sich aufdrängen und gegen die starke interne Konkurrenz durchsetzten zu müssen. «Das war zu Beginn nicht ganz einfach, da wir zwischen dem Ende der Meisterschaft und dem Beginn der WM-Vorbereitung eine relativ lange Pause hatten», erklärt der 17-Jährige. Gemeinsam mit den gleichaltrigen Niclas Rentsch und Moritz Rüegsegger trug er dazu bei, dass die U21-Elit der Young Tigers lange eine überragende Regular Season spielte. «Ab Januar haben wir aber etwas nachgelassen.» Und in den Playoffs war dann bereits im Viertelfinal gegen Lausanne Endstation. «Wir haben dann gemeinsam mit anderen Langnauer Spielern, die sich Hoffnungen auf irgend ein Natiaufgebot machen durften, eine Trainingsgruppe gebildet und uns so fit gehalten», erzählt Reist. Dennoch habe es im
U18-Nati-Camp etwas Anlaufzeit gebraucht. Insgesamt sei er mit seiner Leistung aber zufrieden gewesen, sagt der rechtsausgelegte Stürmer.
Am Samstag stand zum Abschluss des Camps ein Testspiel gegen Deutschland an, gestern Mittwoch in Polen noch eines gegen Ungarn. «So hatten wir erst noch einen starken Gradmesser, und mit Ungarn einen Gegner, der die Konkurrenz an der WM optimal simuliert», so Reist.
Hohe Intensität in Spiel
Nevio Reist hat vor drei Jahren von Langenthal zu den damaligen U17 der SCL Young Tigers gewechselt. «Ausschlaggebend war das familiäre Umfeld, in dem ich mich wohl fühle, so-wie die guten Bedingungen mit dem Campus», erklärt er. Aktuell pendelt er vom Elternhaus in Bützberg nach Langnau, wo er eine KV-Sportlehre absolviert. «Klar ist das manchmal streng, aber dank der Flexibilität des Arbeitsgebers machbar.»
Hockeytechnisch charakterisiert er sich als Stürmer, der eine hohe Intensität ins Spiel bringen kann und Stärken im Defensiv-Spiel hat. Am meisten Verbesserungspotenzial sieht er im Puckmanagement, also mit der Scheibe im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen. Daran arbeitet er auch mit seinen Coaches bei den SCL Young Tigers.
In der nächsten Saison will Nevio Reist einen weiteren Schritt vorwärts machen, in der U21-Elit gut aufspielen und sich so für Trainings mit der ersten Mannschaft oder für das Partnerteam Chur empfehlen. So dass sein Traum, in der National League zu spielen, in Erfüllung geht.