Proporz-Glück für die SVP und die GLP

Proporz-Glück für die SVP und die GLP
Bild: Rudolf Burger (bur)
Kanton Bern: Die SVP kann in den Wahlkreisen Emmental und Mittelland-Süd je ein Mandat dazugewinnen, dies dank der Mithilfe der Mitte und der FDP. Auch die GLP profitierte.

Markantestes Ergebnis im Wahlkreis Emmental ist der Vormarsch der SVP, die sich - entsprechend dem Trend
im ganzen Kanton Bern - gegenüber ihrem Stimmenanteil von 34,5 auf 38,5 Prozent verbessern konnte. Das schlägt sich - dank der Listenverbindung mit der Mitte und der FDP - im Gewinn des einzigen Restmandats nieder. Gerechnet ohne Listenverbindungen wäre für die sieben Mandate der SVP ein Stimmenanteil von 43,8 Prozent nötig. Trotz des Sitzgewinns ist es der SVP indes nicht gelungen, den Frauenanteil zu erhöhen. Das zusätzliche Mandat für die Liste «Unteres Emmental» geht an Rudolf Sommer aus Wynigen. Als Neugewählter auf der SVP-Liste «Oberes Emmental» zieht der Unternehmer Ernst Kühni in den Grossrat ein. Vor vier Jahren war er auf dem ersten Ersatzplatz gelandet.


Zwei Bisherige im Pech

Die Ergebnisse im Wahlkreis Emmen­tal produzierten aber auch zwei Pechvögel. Wie es sich auch bei den letzten Nationalratswahlen zeigte, werden die Frauenlisten der SP im Vergleich mit den Männerlisten immer stärker. Die Frauenliste kam am Wochenende auf doppelt so viele Stimmen wie die Männerliste. Damit fielen ihr bei der Sitzverteilung beide Mandate zu. Bei den Wahlen 2022 hatte die SP-Männerliste noch 36 Prozent der Stimmen der Frauenliste geholt, jetzt nur noch knapp 33 Prozent. Dieser Rückgang führte dazu, dass der Burgdorfer Stadtpräsident Stefan Berger trotz gutem persönlichen Resultat sein Mandat verlor. Pech hatte auch der bisherige Gross­rat Francesco Rappa. Auf der Mitte-Liste «Unteres Emmental» holte er zwar leicht mehr Stimmen (3998) als der wiedergewählte Mitte-Grossrat Jürg Rothenbühler auf der Liste «Oberes Emmental» (3916); weil aber die «untere» Liste auf rund 500 Kandidatenstimmen weniger kam, fiel das einzige Mitte-Mandat der «oberen» Liste zu. Die Mitte half mit, der SVP das zusätzliche Mandat zu sichern, muss sich aber neu mit nur noch einem Sitz begnügen. Für die Mitte, so scheint es, wird es im Kanton Bern immer schwieriger, ihren Platz zu behaupten. Die FDP, die GLP, die Grünen, die EVP und die EDU können wie bisher auf je ein Mandat zählen.


Mittelland Süd: GLP wieder im Glück

Die GLP ist im Wahlkreis Mittelland-Süd die Profiteurin der Listenverbindung mit der EVP, der Mitte und der Piratenpartei. Wie schon 2022 ist ihr Stimmenanteil von 10,1 Prozent geringer als jener der Grünen (10,9 Prozent), den Grünliberalen fällt aber dank den «überschüssigen» Stimmen aus der Listenverbindung mit den drei oben genannten Parteien das einzige Restmandat zu. So kann nun Maja Neuenschwander aus Rubigen als dritte der GLP in den Grossen Rat einziehen.


Zwei neue SVP-Frauen

Die SVP steigerte ihren Stimmenanteil markant von 26,8 auf 30,8 Prozent und gewann ein siebtes Mandat hinzu. Bemerkenswert ist, dass gleich zwei Frauen neu gewählt wurden: Leana Waber aus Kiesen und Christa Krähenbühl, Gemeindepräsidentin aus Oberhünigen. Frauen stellen damit neu die Hälfte der 20 Mandate im Wahlkreis Mittelland-Süd. Leidtragende des SVP-Erfolgs ist die FDP, die mit Peter Riem über nur noch einen Vertreter im Grossrat verfügt. Ansonsten haben die Wahlen nichts verändert: Die Bisherigen wurden bestätigt, vier bei der SP, zwei bei den Grünen und je eine Person bei Mitte, EVP und EDU.

02.04.2026 :: Rudolf Burger (bur)