Oberdiessabchs Trainer Jeremy Tomasetti gibt Anweisungen an seine Spielerinnen. / Bild: Lars Kauz
Volleyball: Mit einer 1:3-Niederlage gegen Bellinzona Volley schliesst das NLB Damen-Team von Oberdiessbach die Saison ab. Trainer Jeremy Tomasetti sieht eine Leistungssteigerung.
27 Punkte aus 24 Spielen holte Oberdiessbach in der Saison 2025/2026 – zwei mehr als in der Spielzeit zuvor (25 Punkte), allerdings hatte man da auch zwei Spiele weniger bestritten. In beiden Saisons resultierte daraus Tabellenrang 9 von 12 Teams, respektive 13 Mannschaften, wenn man das Nachwuchsteam NNV Eaglets Volley Aarau mitzählt, das mit einem Fixplatz ausser Konkurrenz spielt.
Grosse Personalprobleme
Während dieser neunte Rang in der vergangenen Saison noch die Teilnahme an den Playouts bedeutete, blieb er in der aktuellen Spielzeit ohne Folgen. Grund dafür ist ein neuer Modus: Heuer bestreiten nur noch die beiden letztplatzierten Teams die Abstiegsspiele. Zudem sei der neunte Rang diesmal anders einzuordnen als noch in der Saison 2024/2025, sagt Trainer Jeremy Tomasetti: «Das Niveau in der NLB war diese Saison besonders hoch. Dass wir die Meisterschaft dennoch auf dem 9. Schlussrang beenden konnten, spricht für eine Leistungssteigerung unserer Mannschaft.»
Dass das Saisonziel – ein Platz unter den ersten sechs – verpasst wurde, führt er nicht nur auf die starke Konkurrenz zurück. Einmal mehr machten interne Personalprobleme dem Team zu schaffen. Das ohnehin knapp besetzte Team aus dem Emmental musste verletzungsbedingt auf wichtige Pfeiler verzichten. Hinzu kam, dass einzelne Spielerinnen das Team während der Saison aufgrund anderer Prioritäten zumindest vorübergehend verliessen. Dadurch konnte das Team sein Potenzial nie voll ausschöpfen.
Zwar gelang es dem Verein dank guter Kontakte meist rasch, Ersatz zu finden. Dennoch fehlte oft die nötige Abstimmung auf dem Feld. Besonders Kommunikationsfehler in der Annahme sowie Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Zuspielerin und Angreiferinnen hätten sich bemerkbar gemacht. Der Trainer wünscht sich diesbezüglich mehr Commitment seiner Spielerinnen. «Wir sind ein Hobby-Team, spielen aber trotzdem in der zweithöchsten Liga der Schweiz – da braucht es eine gewisse Verpflichtung.»
Umso dankbarer ist Tomasetti um alle Spielerinnen, die spontan eingesprungen sind und das Team bestmöglich unterstützten, wie beispielsweise die 47-jährige Andrea Messerli. «Sie war der Hammer», schwärmt der Trainer.
Insgesamt ein positives Fazit
Trotz der erwähnten Schwierigkeiten ist Tomasetti stolz auf seine Mannschaft. Mit dem kleinsten Trainingspensum der Liga habe man dennoch gut mithalten können. Immer wieder forderte Oberdiessbach Teams aus dem vorderen Tabellenviertel heraus – und bezwang sie teilweise sogar. So gelang etwa gegen den Tabellenvierten Kanti Baden vor dessen Heimpublikum ein klarer 3:0-Sieg. «Das war wohl unser bestes Spiel der Saison», sagt Tomasetti. Taktisch und technisch habe man über die gesamte Spieldauer eine abgeklärte Leistung gezeigt – etwas, das dem Team sonst zu selten gelungen sei.
Zu häufig hätten sich während eines Spiels kurze Schwächephasen eingeschlichen, welche zu unnötigen Satzverlusten führten. In solchen Momenten wünscht sich der Trainer mehr Verantwortung von seinen Spielerinnen. «Ich versuche zwar mit allen möglichen taktischen Mitteln Einfluss zu nehmen. Für die Kommunikation auf dem Feld sind aber die Spielerinnen verantwortlich.» Insgesamt zieht er jedoch ein positives Fazit: «Alles in allem bin ich mit der Saison zufrieden». Mehr sei mit den personellen und zeitlichen Ressourcen nicht herauszuholen gewesen. Und er betont dabei einmal mehr, wie einzigartig die Stimmung innerhalb der Mannschaft auch in schwierigen Phasen gewesen sei.
Zukunft des Trainers ungewiss
Nach dem letzten Saisonspiel machte sich bei Tomasetti Wehmut bemerkbar: «Am Samstag nach dem Spiel war ich traurig. Nicht wegen des Resultats, sondern weil ich wusste, dass das womöglich mein Abschluss mit dem Team war.» Als Vater zweier Kinder und weiterhin aktiver Spieler könne er seinen Spielerinnen nicht das bieten, was er selbst von einem Trainer erwarten würde. In dieser Saison konnte er meist nur ein Training pro Woche leiten. Mehrmals übernahm deshalb Assistenztrainer Beat Bichsel auch an Spieltagen die Verantwortung.
Ob Tomasetti dem Team in Zukunft zumindest als Assistenztrainer erhalten bleibt, lässt er derzeit offen. Ebenso wenig Klarheit herrscht momentan bezüglich Kaderzusammensetzung in der kommenden Saison. Es sei an den Spielerinnen selbst, sich um die Rekrutierung ihrer künftigen Mitspielerinnen zu kümmern. Klar ist einzig, dass Oberdiessbach mit frischem Elan im kommenden September in ihre dritte NLB-Saison starten wird.