Die alte Schüpbachbrücke benötigt eine neue Fahrbahn

Die alte Schüpbachbrücke benötigt eine neue Fahrbahn
Die aus dem 19. Jahrhundert stammende Schüpbachbrücke wird in den kommenden Monaten saniert. / Bild: Daniel Schweizer (sdl)
Schüpbach: Ab 30. März bleibt die Holzbrücke bis zirka Anfang Oktober für den motorisierten Verkehr gesperrt. Grund sind Sanierungsarbeiten an der Brücke aus dem 19. Jahrhundert.

Die Holzbrücke in Schüpbach wird saniert. Nach dem Gerüstaufbau wird die Brücke ab dem 30. März für den motorisierten Verkehr vollständig gesperrt und eine Umleitung wird eingerichtet. Für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für Velofahrende ist die Passierbarkeit gewährleistet. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Anfang Oktober 2026.


Ersatz des Fahrbahnaufbaus

«Die zentrale Massnahme ist der vollständige Ersatz des bestehenden Fahrbahnaufbaus», wie Michael Bill, Projektleiter Kunstbauten beim Tiefbauamt des Kantons Bern, auf Anfrage erläutert. Der bisherige Trägerrost werde zurückgebaut und durch eine moderne Konstruktion mit Furnierschichtholzplatten ersetzt. Darauf würden eine neue Abdichtung mit Bitumenbahnen sowie eine Gussasphaltfahrbahn eingebaut. Die Kons­truktion der historischen Holzbrücke bleibe jedoch grundsätzlich erhalten, betont Bill. Auch die tragenden Bögen sowie das Tragwerk würden nicht verändert. Die kantonale Denkmalpflege sei selbstverständlich in das Projekt eingebunden und bereits in der Projektierungsphase konsultiert worden, erklärt Michae Bill weiter. Ziel der Zusammenarbeit sei, den historischen Charakter der Brücke möglichst zu erhalten. Entsprechend werde bei der Sanierung grossen Wert darauf gelegt, neue Bauteile in Material und Dimension an den Bestand anzupassen. Anders als beispielsweise bei der Steinbachbrücke in Trubschachen sei ein vollständiger Ersatz der Brücke hingegen nie in Betracht gezogen worden. «Der überwiegende Teil der tragenden Konstruktion der historischen Holzbrücke befindet sich nach wie vor in einem guten Zustand», so Bill. Die festgestellten Schäden beträfen hauptsächlich die Fahrbahn und einzelne Bauteile darunter.


Beeindruckende Ingenieursbaukunst

Der Projektleiter Bill ist sichtlich begeistert ob der Schüpbachbrücke. Sie sei ein beeindruckendes Beispiel historischer Ingenieursbaukunst. «Besonders faszinierend ist», findet Michael Bill, «dass ein Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert mit einer Spannweite von rund 50 Metern noch heute für 28 Tonnen zugelassen ist.» Jetzt bestehe die Herausforderung darin, diese historische Konstruktion mit modernen technischen Lösungen so zu sanieren, dass sie auch in Zukunft sicher genutzt und langfristig erhalten werden könne. Nach der erfolgten Sanierung der Bubeneibrücke im letzten Jahr, ebenfalls in Schüpbach, soll noch in diesem Jahr mit der ersten Etappe zur Sanierung der Dörflibrücke in Eggwil begonnen werden.

Die erste Brücke wurde im Jahr 1550 gebaut

Die erste Brücke über die Emme bei Schüpbach entstand im Jahr 1550. Die Nachfolgerin, eine Jochbrücke von 1652, wurde im Jahr 1837 durch ein Hochwasser zerstört. Darauf wurde 1839 die noch heute bestehende Holzbrücke errichtet. Ein Versuch von 1968 hat ergeben, dass für diese Brücke keine Gewichtsbeschränkungen nötig sind. Dies macht die Schüpbach-Brücke zur weitest gespannten Holzbrücke der Schweiz, die noch der vollen Belastung des Verkehrs ausgesetzt wird. In den Jahren 1934 und 1986 wurde die Brücke verstärkt.


Quelle:

Inventar historischer Verkehrswege Schweiz

An der neuen Steinbachbrücke wird wieder gebaut

Eigentlich hätte die neue Steinbachbrücke in Trubschachen - der Ersatz für die gedeckte Holzbrücke - letzten Sommer, vor Wiederinbetriebnahme des Bahnverkehrs, fertiggestellt sein sollen. Planungs- und Ausführungsfehler führten jedoch zu Verzögerungen. Seit Mitte Februar, nach dem Vorliegen des Sanierungskonzepts, wird an der neuen Brücke wieder gearbeitet. Wie der Gemeindepräsident von Trubschachen, Bernhard Kunz, auf Anfrage informiert, würden die beiden Portale im Süden und Norden bis auf Fahrbahnhöhe zurückgebaut und anschliessend neu erstellt. Danach erfolge die Verstärkung der Fahrbahn.


Fertigstellung bis im Herbst

Die Korrekturmassnahmen an der Brücke und die Installation des neuen Bahnüberganges, beziehungsweise der Bahninfrastruktur (Bahnschranke und weiteres) der SBB, sollen gemäss dem aktuellen Bauprogramm im Sommer abgeschlossen werden. Danach stünden noch die Dacharbeiten und die Installation der PV-Panels an. «Anfang Herbst», hofft der Gemeindepräsident, «sollten diese Bauarbeiten nach heutiger Einschätzung definitiv abgeschlossen sein.»

Zu den anfallenden Mehrkosten kann sich Gemeindepräsident Kunz nicht äussern. Das sei Bestand des laufenden Verfahrens. «Wichtig ist mir», betont Kunz, «dass die Gemeinde als Bauherrin möglichst keine Mehrkosten berappen muss.» Man sei bemüht, sich in diesem ganzen Verfahren dereinst gütlich zu einigen.

19.03.2026 :: Daniel Schweizer (sdl)