Das Interesse am Projekt ist gross – gibt es bald wieder einen Dorfladen?

Das Interesse am Projekt ist gross – gibt es bald wieder einen Dorfladen?
Sich treffen, wie am Frühlingsmärit beim Sternenzentrum. Der neue Laden soll auch ein Ort der Begegnung werden. / Bild: zvg
Walkringen: In der Gemeinde soll ein neuer Dorfladen aufgebaut werden, wie die Projektgruppe informierte. Er soll als Genossenschaft geführt und 24 Stunden am Tag zugänglich sein.

120 Stühle reichten nicht aus, um allen Interessierten im Saal des Sternenzentrums in Walkringen eine Sitzgelegenheit zu bieten. Ursula Röthlisberger von der Projektgruppe zeigte sich überwältigt von der Menge der Anwesenden. In der Einleitung erinnerte sie daran, dass noch vor wenigen Jahren 13 Läden in der Gemeinde vorhanden waren. «Und nun ist es, seit der Schliessung des letzten Ladens vor rund drei Jahren, nicht mehr möglich den Grundbedarf in Walkringen abzudecken», so Röthlisberger. Dies habe eine Gruppe von Walkringerinnen und Walkringern dazu bewegt, sich Gedanken über eine neue Einkaufsmöglichkeit zu machen.


Laden macht Gemeinde attraktiv

«Wir vermissen einen Laden», diesen Satz habe Stefan Röthlisberger, ein weiteres Mitglied des Projektteams, in den vergangenen Monaten immer wieder gehört. Nicht zuletzt auch von der älteren Bevölkerung, die er in der Gruppe «50plus» vertritt. «Es besteht die Gefahr, dass Walkringen zum Schlafdorf wird», fasste er die Befürchtung vieler Einheimischen zusammen. Auch Gemeindepräsident Christof Aeschlimann meinte: «Ein Dorfladen erhöht die Attraktivität einer Gemeinde.» Die Initiative für den Laden liege aber ganz klar bei der Projektgruppe. Durch die Gemeinderätin Ramona Wegmüller, die in die Gruppe delegiert sei, sei jedoch ein enger Austausch da. Wie sich die Gemeinde finanziell beteiligen wird, ist im Moment gemäss Aeschlimann noch offen.


Hybrid-System geplant

Stefan Röthlisberger formulierte anschliessend das Konzept eines zukünftigen Dorfladens: «Geplant ist ein Hybrid-System mit teilweise betreuten Öffnungszeiten. In der restlichen Zeit könnte das Geschäft mit einem Code zugänglich sein.» Der Laden soll als Genossenschaft von der Bevölkerung getragen werden und auch lokalen Produzentinnen und Produzenten eine Chance geben, ihre Produkte zu verkaufen. «Daneben finden wir es auch wichtig, mit einer Kaffee-Ecke das Lokal als Treffpunkt zu beleben», so Röthlisberger.

Die finanziellen Herausforderungen des Dorfladens erläuterte Karen Wiedmer: «Neben dem Genossenschaftskapital als Eigenmittel versuchen wir, Beiträge von der Regionalkonferenz Mittelland oder anderen Institutionen zu erhalten.» Das Projekt sei klar förderungswürdig, aber im Moment sei man noch dabei, die verschiedenen Gesuche einzureichen.


Standort als Knackpunkt

Einig waren sich alle Anwesenden, dass der Standort des neuen Dorf­ladens für ein Gelingen des Projekts entscheidend sei. Simon Gerber schilderte anschaulich, welche Standorte man in den letzten Jahren geprüft oder auch wieder fallen gelassen habe. Im Moment stünden zwei Möglichkeiten im Raum, einerseits im Erdgeschoss des alten Schulhauses, andererseits im Gebäude der Milchgenossenschaft am Bahnhof. «Wir sind jederzeit offen für weitere Standorte, einfach zentral müssen sie sein», so Gerber.

In der anschliessenden Diskussion zeigte sich, dass viele Anwesende das Projekt und die Initiative der Gruppe unterstützen. Mit einem Fragebogen kann man sich jetzt für die Genossenschaft anmelden oder generell Rückmeldungen abgeben.

Applaus erhielt Ursula Röthlisberger für die Aussage, dass Walkringen ja auch noch aus Schwendi, Bigenthal, Wydimatt oder Wikartswil bestehe. «Wieso nicht einen Hauslieferdienst anbieten?», trug sie zum Schluss eine weitere Idee vor.

19.03.2026 :: Kathrin Schneider (skw)