Leiter Sport Pascal Müller. / Bild: zvg
SCL Tigers: Nach dem Spiel in Biel spricht Leiter Sport Pascal Müller über die ausbleibenden Resultate, das fehlende Selbstvertrauen im Team und weshalb er nicht nach Ausreden sucht.
Pascal Müller, die entscheidende 1:5-Niederlage in Biel war die fünfte im fünften Spiel nach Olympia. Wo sehen Sie die Gründe für diesen Negativlauf, der das Team letztlich die Play-Ins gekostet hat?
Gegen Ende der Saison geht es nicht mehr nur darum, gute Leistungen zu zeigen, sondern darum, zu punkten. Und das ist uns nicht gelungen. Wir haben kein Resultathockey mehr hinbekommen. Wir haben es nicht geschafft, bei den knappen Niederlagen den einen oder anderen Punkt mitzunehmen. Diese Punkte haben nun gefehlt.
41 Runden lang sah es so aus, als würden die SCL Tigers die Top 10 erreichen. Hätte die Mannschaft Ihrer Meinung nach den Sprung in die Play-Ins verdient gehabt?
Am Ende der Qualifikation sind jene Teams in den Top 10, die es auch verdient haben. Deshalb müssen wir ehrlicherweise sagen, dass wir es nicht verdient haben.
18 Niederlagen in dieser Saison fielen mit nur einem Tor Unterschied aus. Macht es das zusätzlich bitter, weil man sehr oft nah dran war?
Es ist schön, wenn wir nach knappen Niederlagen Anerkennung und Schulterklopfen erhalten, aber letztlich nützt uns das nichts. Wir haben vor der Saison nicht viel Kredit bekommen und uns trotzdem in eine gute Situation gebracht. Am Ende aber haben wir nicht genügend Punkte geholt und deshalb unser Ziel nicht erreicht.
Hätte man rückblickend etwas anders machen müssen?
Wir hatten keine Baisse mit fünf, sechs klaren Niederlagen in Folge, wo wir katastrophal gespielt haben und zwingend etwas hätten ändern müssen. Vielleicht hätte uns gegen Ende Saison eine richtige Klatsche mal gutgetan. So war halt immer das Gefühl vorhanden, dass man gut gespielt hat und nah dran war.
War es am Ende auch eine Frage des Selbstvertrauens?
Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, das Selbstvertrauen sei gegen Schluss noch gleich gross gewesen wie während den guten Phasen. Insgesamt sind wir nie auseinandergefallen. Am Ende der Qualifikation hat bei uns vielleicht auch ein wenig die Cleverness und die Erfahrung gefehlt.
Sie könnten nun einfach die Ausrede benützen, dass die Mannschaft nach diversen Abgängen nicht mehr die gleiche Qualität hatte wie noch letzte Saison.
Ja, aber das machen wir nicht. Es ist ein normaler Prozess bei uns, dass wir den Abgang eines Leistungsträgers nicht eins zu eins abfangen können und es zwei, drei Jahre dauert, den nächsten Spieler auf dieses Niveau zu bringen. Das gehört einfach zu unserem täglichen Geschäft.
Seit Sie und Trainer Thierry Paterlini 2022 zu den Tigers gestossen sind, ging es Jahr für Jahr kontinuierlich aufwärts. Inwiefern wirft das enttäuschende Saisonende den Club in der Entwicklung zurück?
Das gesamte Trainerteam und der Staff leisten seit vielen Jahren hervorragende Arbeit, sonst wäre diese sportliche Entwicklung nicht möglich gewesen. Ja, in diesem Jahr stimmt das Resultat am Ende nicht. Trotzdem war auch sehr vieles gut. Wir müssen nun an den entscheidenden Schrauben drehen, um den nächsten Schritt zu machen.