Hier ist das Glück noch perfekt – Heidi (Elena Flury) und Daneli (Luca Hänni) tanzen verliebt. / Bild: zvg
Emmental: Im Film «Ewigi Liebi» wird das Emmental zur Bühne der grossen Gefühle.
Mit Bildern aus der Region stösst der Film auf reges Interesse beim hiesigen Publikum.
Was, wenn man mit der Jugendliebe zusammengeblieben wäre? Wie hätte die gemeinsame Zukunft wohl ausgesehen, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte? Im Film «Ewigi Liebi» wird dieses Gedankenspiel zum Kern der Geschichte.
Daneli (Luca Hänni?/?Pasquale Aleardi) und Heidi (Elena Flury?/?Susanne Kunz) erhalten 30 Jahre nach ihrer Trennung die Chance, in die Vergangenheit zurückzureisen. Sie können Fehler korrigieren und Missverständnisse aus dem Weg räumen, um vielleicht doch noch gemeinsam durchs Leben zu gehen. Dass die beiden unverrückbar füreinander bestimmt sind, ist im Film von Beginn weg klar. Und trotzdem fiebert man mit: Packen sie diese zweite Chance?
Regisseur Pierre Monnard bringt die Musicalverfilmung mit viel Herzschmerz und wuchtigem Kitsch auf die Leinwand. Grundlage ist das gleichnamige Bühnenstück von 2017, das die grössten Schweizer Mundarthits vereinte. Auch im Film treiben die Songs die Handlung voran: von «Alperose» über «Scharlachrot» bis hin zum titelgebenden «Ewigi Liebi». Sie fungieren dabei nicht nur als Begleitmusik, sondern werden von den Figuren im Musicalstil selbst gesungen.
Bekannte Orte und Gesichter
Rund zehn Mal zeigt die Kinogenossenschaft Langnau «Ewigi Liebi» – und dies immer vor ausverkauften Rängen. Auch das Kino Grünegg in Konolfingen nahm den Film ins Programm. Das regionale Interesse überrascht kaum, wurden doch viele Szenen hier gedreht (die «Wochen-Zeitung» berichtete). Über 20 Drehtage verbrachte die Filmcrew in Trub, Trubschachen, Langnau, Signau und Eggiwil. Viele der Drehorte sind gut zu erkennen. Im und vor dem «Löwen» Trub wird geliebt, gestritten und gesungen. Das ehemalige Kino Roxy in Signau mit der markanten Leuchtschrift bekommt einen Auftritt und bei einem unscheinbaren Wohnblock an der Langnauer Hinterdorfstrasse kommt es zum Showdown: Daneli fährt auf einer Hebebühne zum Balkon von Heidi und versucht singend, sie zurückzugewinnen.
Bei der Filmvorführung in der Kupferschmiede Langnau lebt das Publikum mit. Man erkennt «seine» Strasse, und ist überrascht, wie ein bestimmtes Gebäude zur Geltung kommt. Und es wird miteinander geflüstert, wenn bekannte Gesichter kurz auf der Leinwand auftauchen. Denn viele der Statistenrollen wurden mit Menschen aus der Region besetzt.
Während die Bilder aus dem Emmental oft in warmes Licht getaucht sind, erscheinen die Szenen, die in Zürich und Winterthur gedreht wurden, grau und kühl. Die Stadt, wo sich die gealterten Protagonisten wiedertreffen, steht für Einsamkeit und verpasste Chancen. Das Glück scheint dort fern – es liegt in der Heimat.
Eine grosse Portion Humor
Nebst dem Kitsch bietet der Film auch eine grosse Portion Humor. Etwa in jener Szene, in der ein Musikproduzent spätere Schweizer Hits wie «Bring en hei» als völligen Unsinn abtut. Umso amüsanter ist dies, weil die Figur vom Basler Sänger Baschi gespielt wird, der damit seinen eigenen Song disqualifiziert. Solche unterhaltsamen, ironischen Szenen ergänzen die Liebesgeschichte wohltuend.