«Achtung» - «fertig» - «Play-In»?

«Achtung» - «fertig» - «Play-In»?
Die SCL Tigers müssen lernen, Führungen über die Zeit zu bringen. Gegen den SCB führten die Langnauer mit 2:0 und ver­loren dennoch. / Bild: Peter Eggimann (ped)
SCL Tigers: Nach Olympia folgt der Endspurt in der Qualifikation der National League. Die SCL Tigers haben sechs Partien, um erneut den Sprung ins Play-In zu schaffen.

Die SCL Tigers möchten wie letzte Saison einen Qualifikationsrang zwischen sieben und zehn erreichen. Vor einem Jahr war es Platz 8 mit 75 Punkten. Danach gewannen sie die Play-In-Serie gegen Kloten und verlängerten die Saison mit der Teilnahme am Playoff. Dass in einer Best-of-7-Serie auch ein Aussenseiter nicht chancenlos ist, zeigten sie im Viertelfinal. Mit drei Heimsiegen glichen sie die Serie gegen Favorit Lausanne immer wieder aus und schieden erst im siebten und letzten Spiel aus.


Wie ist die Form nach Olympia?

Aufgrund der bisherigen Saison ist den Emmentalern ein ähnlicher Effort wie vor einem Jahr durchaus zuzutrauen. Die grosse Frage ist bei ihnen wie auch bei ihren Konkurrenten: Wie steht es nach der dreiwöchigen Olympiapause um die Form? Wenn in den verbleibenden sechs Partien etwas nicht erlaubt ist, dann ist es eine lange Anlaufzeit. Das ist bei einem Blick auf die Tabelle nach 46 von 52 Runden klar ersichtlich. Der Rückstand der Langnauer auf das sechstplatzierte Lausanne beträgt zwölf Punkte, Aufholjagd aussichtslos. Aber zwischen den Rängen 7 (Rapperswil) und 11 (Biel) ist noch gar nichts entschieden. Die SCL Tigers liegen nur drei Punkte hinter Rapperswil, aber auch nur fünf Punkte vor Biel. Rapperswil (67 Punkte), Zug (67), der SC Bern (64), die SCL Tigers (64) und Biel (59) kämpfen in den letzten sechs Partien um den Einzug ins Play-In. Dort werden die beiden letzten Playoffteilnehmer ermittelt. Kloten (53 Punkte) und Ambri (52) machen ziemlich sicher den Playoutgegner des Tabellenletzten Ajoie (39) unter sich aus. Die sechs Topmannschaften wer-den sich die direkte Playoffqualifikation wohl nicht mehr nehmen lassen: Davos (102 Punkte), Fribourg (88), Lugano (81), ZSC Lions (80), Servette (77) und Lausanne (76). Die SCL Tigers treffen in den verbleibenden Spielen noch auf Davos, Kloten, Rapperswil, Fribourg, Biel und die ZSC Lions. Auffällig ist, dass die Langnauer in allen drei Partien gegen die Lakers punktelos blieben. Am besten ist die Bilanz gegen Kloten - alle drei Spiele gingen an die Emmentaler, je einmal in der regulären Spielzeit, in der Verlängerung und im Penaltyschiessen.


Das spricht für die SCL Tigers

Die Heimstärke. Platz 4 mit 43 Punkten hinter Davos (61), Fribourg (56) und Servette (49). Nur in fünf von 23 Heimspielen blieben die SCL Tigers ohne einen einzigen Punkt. Schwachpunkt sind Verlängerungen und Penaltyschiessen. Stark ist dafür die Unterstützung: Neun der letzten zwölf Heimspiele waren ausverkauft. Die Stadionauslastung in den 23 Heimspielen beträgt 95,1 Prozent. Das ist Platz 5 in der National League. Das Powerplay. 31 ihrer 129 Tore erzielten die SCL Tigers im Powerplay. Auf noch mehr Überzahltore kommen nur die beiden Tabellenersten Davos und Fribourg mit je 35. Bei den 31 Toren stand Topskorer André Petersson 18 Mal auf dem Eis. Je 17 Mal waren Dario Rohrbach, Harri Pesonen und Saku Mäenalanen beteiligt. Oft erzielten die SCL Tigers auch ein Powerplaytor, wenn Juuso Riikola (15 Mal) oder Santtu Kinnunen (14 Mal) auf dem Eis standen. Das Boxplay. Das Unterzahlspiel ist kein Vergleich mehr zu den 34 Spie-len vor dem Jahreswechsel. Seit dem 2. Januar kassierten die SCL Tigers in 12 Spielen bei 23 Unterzahlsituationen nur noch zwei Gegentore. Die Torhüter. Das Trio Luca Boltshauser/Robin Meyer/Martin Neckar gehört zu den solidesten der National League. In praktisch jedem Spiel gaben sie der Mannschaft die Chance auf einen Punktgewinn. Mit Boltshauser im Tor erkämpften sich die Langnauer in 26 Spielen 31 Punkte, mit Meyer ebenfalls 31 aber in nur 18 Partien. Neckar kam zu drei Einsätzen, wobei die SCL Tigers mit ihm zwischen den Pfosten zwei Punkte gewinnen konnten.


Der Umgang mit Führungen

Verabschiedet in die Olympiapause haben sich die SCL Tigers mit einem Erfolgserlebnis. Sie entschieden das wichtige Heimspiel gegen Ambri mit 6:3 zu ihren Gunsten. Dieser Sieg war allerdings mehr wert als «nur» drei Punkte. Der Grund: Erstmals seit einiger Zeit gelang es den Emmentalern, mit einer Führung erfolgreich umzugehen. Zwischen der 32. und
43. Minute vergaben sie zwar eine 2:0-Führung, reagierten aber nur zwei Minuten später mit drei Toren innert viereinhalb Minuten. In den voran­gegangenen vier Spielen hingegen misslang der Umgang mit einem Vorsprung gründlich und kostete wertvolle Punkte. Gegen Lugano lagen die SCL Tigers bis dreieinhalb Minuten vor Schluss in Führung, am Ende siegte Lugano mit 3:4 nach Penalty. Oder gegen Ajoie führten die Langnauer bis viereinhalb Minuten vor Schluss mit 2:1, ehe die Jurassier ausgleichen und in der Verlängerung gewinnen konnten. Ein weiteres Beispiel gefällig? Gegen den SC Bern führten die SCL Tigers nach 22 Minuten mit 2:0 Toren. Aber bereits im Mitteldrittel gaben sie das Spiel aus der Hand, indem sie innert zwölf Minuten gleich drei Gegentore kassierten.

19.02.2026 :: Werner Haller (whz)