Drei Goalies, drei unterschiedliche Geschichten

Drei Goalies, drei unterschiedliche Geschichten
Akira Schmids spektakuläre Parade gegen Sidney Crosby. / Bild: SRF
Eishockey: Sie erlebten ganz unterschiedliche Momente an Olympia und haben eine grosse Gemeinsamkeit: Sie stehen im Tor: Martin Neckar, Akira Schmid und Saskia Maurer.

Die Röthenbacherin Saskia Maurer spielt heute Donnerstag mit dem Schweizer Nationalteam um die olympische Bronzemedaille. Um 14.40 Uhr beginnt die Partie gegen Schweden. Ob Saskia Maurer oder Andrea Brändli im Tor stehen wird, ist noch unklar. Die beiden teilten sich im Verlauf des Turniers die Spielzeit und wussten beide mit herausragenden Leistungen zu überzeugen. Während Brändli zu Beginn mit dem Noro-Virus ausfiel, führte Maurer die Schweiz gleich zum Auftakt zum einzigen Sieg in der Gruppenphase, einem 4:3 nach Penaltyschiessen gegen Tschechien. Das zweite Spiel gegen die späteren Finalistinnen Kanada ging zwar mit 0:4 verloren, dennoch zeigte die 24-jährige Emmentalerin eine bestechende Leistung, was das Schussverhältnis von 6:55 belegt. Beim 0:5 gegen die USA, den zweiten Finalisten, gab dann Andrea Brändli ihren Einstand. Im abschliessenden Gruppenspiel (1:3 gegen Finnland) hütete erneut Maurer das Tor. Die K.O.-Spiele gegen Finnland (1:0) und Kanada (1:2) musste Maurer von der Bank aus verfolgen. Dennoch hätte sie grossen Anteil, sollte die Schweiz ihre erst zweite Olympia-Eishockey-Medaille gewinnen.


Selbstkritischer Akira Schmid

Akira Schmid erhielt seine erste Chance an einem Olympiaturnier nicht unerwartet gegen Kanada mit lauter Superstars, die er aus der NHL kennt. Darunter auch seine drei Las Vegas-Klubkameraden Shea Theodore, Mark Stone und Mitch Marner. Der 25-jährige Langnauer zeigte eine solide Leistung mit einer Abwehrquote von 87,2 Prozent. Es hätte allerdings einen überdurchschnittlichen Auftritt des Goalies gebraucht, um die 1:5-Niederlage gegen Kanada zu verhindern. Aber der Schweizer Mannschaft gelang es nie, die Kon­trolle von Spiel und Gegner auch nur einigermassen zu übernehmen. Akira Schmid war mit seiner Leistung denn auch nicht zufrieden und meinte selbstkritisch: «Beim einen oder anderen Gegentor hätte ich entschlossener und schneller eingreifen müssen. Wenn mir dies gelungen wäre, hätte ich dem Team auch mehr helfen können.» In den restlichen drei Spielen der Schweiz kam Leonardo Genoni zum Einsatz. Mit einer überragenden Abwehrquote von 96,2 Prozent führte er das Team in den Viertelfinal gegen Finnland (nach Redaktionsschluss).


Neckar dankte seinem Papa

Yorick Treille, der Headcoach der Franzosen, hat sein Versprechen, in der Vorrunde jeden seiner drei Torhüter einzusetzen, eingehalten. Martin Neckar, der bei den SCL Tigers unter Vertrag steht und vorwiegend beim EHC Chur spielt, erhielt seine Chance gegen Tschechien (3:6), der Heimat seines Vaters. Das Olympia-Abenteuer dauerte für den 20-jährigen tschechisch-französischen Doppelbürger etwas mehr als zwei Drittel. Nach sechs Gegentoren wurde er durch Julian Junca ersetzt. Die Franzosen waren in allen Belangen überfordert. Und trotzdem lagen sie nach einem 0:2-Rückstand im Mitteldrittel während rund acht Minuten mit 3:2 in Führung. Diesen Moment werde er sein Leben lang nie vergessen, sagte Martin Necker. «Für einen Augenblick dachte ich: Gelingt uns eine Sensation? Diese Emotionen waren einfach unglaublich.» Martin Neckar machte auch am Rande des Turniers auf sich aufmerksam. Mit der Aufschrift «Merci Papa» auf seiner Maske. «Damit wollte ich mich bei meinem Vater bedanken für alles, was er für mich und meine Karriere gemacht hat.»

19.02.2026 :: Werner Haller (whz), Micha Strohl (msz)