SCL Tigers-Rückspiegel
Martin Gerber zeigte im Natidress herausragende Leistungen. / Bild: Peter Eggimann (ped)
Am Mittwoch, 18. Februar, können sich gleich drei aktuelle Trainer der SCL Tigers zusammensetzen und mit einem «Cüpli» auf einen unvergesslichen Moment in ihrer Spielerkarriere anstossen: Headcoach Thierry Paterlini, Assistent Steve Hirschi sowie Martin Gerber, der Coach der U16-Elit-Mannschaft. Sie waren vor 20 Jahren dabei, als der Schweizer Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Turin eine der grössten Sensationen der Eishockey-Geschichte gelang - ein 2:0-Sieg gegen Titelverteidiger Kanada. Damals, wie jetzt wieder in Mailand, traten die «Ahornblätter» mit einer NHL-Mannschaft der Superlative an. 94,7 Millionen Dollar betrug die gesamte Lohnsumme des Teams voller Superstars mit acht Olympiasiegern und je 14 Weltmeistern und Stanleycupsiegern. Nahezu 3300 Tore hatten Ausnahmekönner wie Joe Thornton, Joe Sakic, Dany Heatley und Konsorten in ihren NHL-Karrieren bereits erzielt. Doch einer liess sich an diesem 18. Februar 2006 einfach nicht bezwingen - Martin Gerber. Er wehrte 49 Schüsse ab, ein Wert, mit dem er noch heute auf Platz 1 der olympischen Shutout-Rekorde steht; vor dem Russen Nikolai Khabibulin (41 Paraden; 2002 Viertelfinal 1:0 gegen Tschechien). Für den heute 51-jährigen «Tinu» Gerber folgten in den vier Monaten nach Turin noch zwei weitere Höhepunkte. Mit Carolina gewann er den Stanley Cup und kurz danach wechselte er mit einem Dreijahresvertrag im Gesamtwert von 11,1 Millionen zu den Ottawa Senators. Steve Hirschi feierte damals mit Lugano den bis heute letzten Schweizer Meistertitel und Thierry Paterlini sicherte sich mit den ZSC Lions den Ligaerhalt erst im Playout. Neben den dreien gehörte noch ein weiterer «Langnauer» zu den «Helden von Turin» - Paul DiPietro. Ausgerechnet der kanadisch-schweizerische Doppelbürger erzielte gegen Kanada beide Tore. Sechs Jahre danach war er mit seinen Skorerpunkten eine Leaderfigur der SCL Tigers auf dem Weg zum 4:0-Gewinn der Playoutserie gegen Ambri und damit zum Ligaerhalt. Vor zwanzig Jahren gelang auch Bengt-Ake Gustafsson ein Exploit. Als erster Trainer der Olympiageschichte gewann er mit Schweden im gleichen Jahr die Olympia- und die WM-Goldmedaille. Und 2015 führte «Gus» die SCL Tigers als NLB-Meister dorthin, wo sie noch heute sind - in die National League.
12.02.2026 :: Werner Haller (whz)