Podeste zum Stehen, wie sie hier bereits montiert sind, gehören zu den geforderten Erneuerungen.
Emmental / Entlebuch: Bis Ende 2028 müssen Skilifte bestimmte Sicherheitsvorschriften erfüllen. Wegen der hohen Kosten könnte dies für die einen oder andere Kleinanlage das Aus bedeuten.
Diese Saison ist der Skilift Netschbüel in Eggiwil noch an keinem Tag gelaufen. «Leider hatte es nie genügend Schnee», sagt Vereinspräsident Christoph Brechbühl. Doch nicht nur der fehlende Schnee in dieser Höhenlage gibt ihm zu denken, sondern auch die Sicherheitsvorschriften, die bis Ende 2028 erfüllt werden müssen. «Bei uns steht einiges an, wir rechnen mit Kosten von 120'000 Franken.» Ein grosser Betrag für einen kleinen Lift. Erschwerend komme hinzu, dass der langjährige technische Leiter sein Amt abgebe und bis jetzt kein Nachfolger gefunden werden konnte, erklärt Brechbühl. Bis Frühling 2027 würden sie sicher weitermachen. «An der Hauptversammlung diesen Sommer werde dann der definitive Entscheid fallen, ob der Skilift bleibt oder nicht.»
Grundsätzliche Fragen
Auch in Linden macht sich der Verwaltungsrat der Skilift Schindelberg AG derzeit intensiv Gedanken über die Zukunft der Doppelliftanlage. «Wir müssen bis Ende 2028 verschiedenes an der Sicherheitsanlage erneuern, was Investitionen von rund 100'000 Franken nach sich ziehen wird», erklärt Verwaltungsratspräsident Hanspeter Thierstein. Das Geld liesse sich wohl auftreiben, der Skilift Linden sei bekannt und beliebt. Doch die Frage, welche Zukunft ein Skigebiet auf 900 bis 1100 Meter über Meer habe, sei damit nicht beantwortet, sagt Thierstein. Bis zur Aktionärsversammlung im Oktober würden sie verschiedene Varianten ausarbeiten. Diese reichen von investieren und weitermachen wie bisher über das Schliessen eines Lifts bis zum Einstellen des ganzen Betriebs. Anders als in Linden, wo die letzte Saison gemäss Thierstein top war, lief der Skilift in Schüpfheim seit 2020 nie mehr. Wie und ob es weitergeht, lässt Verwaltungsratspräsident Bruno Stalder offen. «Wir werden das an der Sitzung im Frühling besprechen.»
Checkliste als Hilfe
Beim Branchenverband Seilbahnen Schweiz kennt man die herausfordernde Lage kleiner Betriebe. Es sei wichtig, dass sie weiter funktionieren, denn sie seien besonders für Familien attraktiv, sagt Crispin Bieri, Leiter Technik. Der Verband berät Betriebe und erarbeitete mit der Kontrollbehörde sowie weiteren Branchenvertretern eine Checkliste. Dieses Hilfsmittel biete eine gute Grundlage, um den Zustand der eigenen Anlage beurteilen zu können. Auch mögliche Massnahmen würden aufgeführt. «Entscheidend ist, dass die Betreiber selbst aktiv werden und sich um Sicherheitsbestimmungen kümmern», betont Bieri. Umbauten und Nachrüstungen setzten oft eine gute Planung voraus.
Auf Kurs
Bereits gehandelt hat man in Bumbach. «Wir haben schon vieles angepasst und sind laufend dran», sagt der technische Leiter Samuel Reber. Aktuell würden sie einen neuen Bügel mit Kunststoffseil testen; in Bumbach sind die Bügel heute noch an Drahtseilen befestigt, was künftig nicht mehr erlaubt sein wird. Insgesamt 96 Bügel werden ersetzt. Ein weiterer grosser Posten sei die Erneuerung der Sicherheitsüberwachung an den Masten des oberen Lifts. Insgesamt rechnet Reber mit Investitionen bis Ende 2028 von rund 80'000 Franken. «Wir sind zuversichtlich, das stemmen zu können.»
Auch in den Skigebieten Marbachegg und Sörenberg ist man auf Kurs, wie die Verantwortlichen erklären. Die Arbeiten würden über die ordentliche Investitionsplanung laufen. Es gibt auch kleine Betreiber, die an die Zukunft ihres Skilifts glauben. Auf dem Chuderhüsi etwa. Die Vereinsmitglieder hätten beschlossen, die nötigen Investitionen von rund 80'000 Franken zu tätigen, sagt Präsident Bruno Lehmann. Für die Finanzierung werde man auf Eigenmittel, Sponsoring und Crowdfunding zurückgreifen. «Unser Angebot wird geschätzt, wenn wir offen haben, kommen die Leute. Ausserdem verfügen wir über technisch qualifiziertes Personal», so Lehmann. Das motiviere sie, den Lift auch in Zukunft zu betreiben.