In der zweiten Etappe soll die vor hundert Jahren gebaute Strasse (hier mit Blick Richtung Schüpfheim) verbreitert werden. / Bild: zvg
Flühli: Die Kantonsstrasse durch die Lammschlucht ist eng, kurvig und sanierungsbedürftig. Am 8. März befindet die Luzerner Stimmbevölkerung über den Kredit für die zweite Bauetappe.
Seit 2022 wird an der Kantonsstrasse K36 durch die Lammschlucht gebaut. Der erste Abschnitt des dreiteiligen Gesamtprojektes wurde im Herbst 2025 abgeschlossen. Nun steht der nächste grosse Schritt bevor: Am 8. März entscheidet die Luzerner Stimmbevölkerung über einen Kredit von rund 38 Millionen Franken für den Ausbau und die Sanierung des zweiten Abschnitts. Dieser umfasst die Strecke von Under Lammberg bis Under Tendli. Ziel des Projektes sei es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, die Strasse besser vor Naturgefahren zu schützen und die Unterhaltskosten zu senken, informiert das zuständige Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern (BUWD).
Vorarbeiten ab Herbst 2026
Der Kantonsrat hat das Projekt und den dafür nötigen Kredit beraten und einstimmig genehmigt. Wenn die Stimmbevölkerung ebenfalls Ja sagt, kann im Herbst 2026 mit den Vorbereitungen und 2027 mit den Hauptarbeiten begonnen werden. Der Abschnitt soll bis 2030 abgeschlossen sein. «Die Kantonsstrasse ist für die Einwohnerinnen und Einwohner, die lokale Wirtschaft und den Tourismus von ausserordentlicher Bedeutung», betont Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher des BUWD, in einer Medienmitteilung.
Der Zustand der Strasse, die Schüpfheim und Flühli verbindet, gilt als problematisch. Auch um die Bauten wie Auskragungen, Durchlässe und Brücken ist es schlecht bestellt. Viele dieser Anlagen stammen noch aus der Bauzeit vor rund 100 Jahren. Trotz Instandsetzungsmassnahmen und kleineren Umbauten entspreche die Strasse den heutigen Anforderungen nur noch beschränkt, schreibt das BUWD.
Insbesondere im zweiten Abschnitt ist die Strasse schmal und kurvig.
Das Kreuzen von Lastwagen, Postautos oder Reisecars sei nur mit Behinderungen möglich. Auch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Steinschlägen. Daher soll die Strasse ausgebaut und mit zusätzlichen Schutzmassnahmen geschützt werden.
Konkret ist auf diesem Abschnitt geplant, die Hänge bergseitig mit Futtermauern oder Randmauern zu versehen. Talseitig sind Rippenkonstruktionen vorgesehen. Die bestehenden Bogenbrücken innerhalb der Lammschlucht werden durch neue Bauten ersetzt. Weiter werden die Bachdurchlässe in die neuen Rippenkonstruktionen integriert werden.
Im Winter zweispurig befahrbar
Weil die Kantonsstrasse die zentrale Verkehrsverbindung für Flühli-Sörenberg ist, stellen die Bauarbeiten auch besondere Anforderungen an die
Verkehrsführung. Laut der Projektwebsite wird die Durchfahrt auch während der Bauarbeiten immer gewährleistet sein. Grundsätzlich wird der Verkehr einspurig geführt mit einer Lichtsignalanlage im 15-Minuten-Takt. Bei platzintensiven Arbeiten werden aber Vollsperrungen unvermeidbar sein. «Insgesamt während acht Monaten muss die Strasse komplett gesperrt werden, verteilt auf verschiedene Phasen», erklärt Abteilungsleiter Daniel Pfiffner. In diesen Fällen ist eine Umfahrung im 20-Minuten-Takt über die alte Flühlistrasse möglich. Während der Wintermonate ist die Lammschlucht zweispurig befahrbar. In dieser Zeit finden die Bauarbeiten ausserhalb der Fahrbahn statt.
Enge Platzverhältnisse
Logistisch sei diese zweite Etappe wesentlich schwieriger als die erste, sagt Pfiffner. «Bei der ersten Etappe konnten wir von unten hinfahren und hatten auch mehr Platz. Nun werden die Verhältnisse viel enger sein», erklärt der Abteilungsleiter.
Das Gelände ist steil und geologisch anspruchsvoll. Ist der Untergrund im zweiten Abschnitt ähnlich wie im ersten? «Davon ist auszugehen», sagt Daniel Pfiffner. Das Gebiet zeichne sich durch so genannte Wechsellagerungen aus, was bedeutet, dass sich sehr unterschiedlich stabile Schichten abwechseln. «Wir haben Prognosen erhalten, welche aufzeigen, wie der Untergrund aufgebaut ist», erklärt Daniel Pfiffner. «Von der ersten Etappe wissen wir aber auch, dass sich die dortige Geologie trotz genauer Prognosen auch kleinräumig rasch ändern kann.»