Riesiger Jubel: Die Skorps bezwingen die Wizards dank eines Treffers von Marla Siegenthaler in der Verlängerung. / Bild: Janine Sahli (jsb)
Unihockey: Skorpion Emmental dreht im Cup-Halbfinal ein packendes Derby gegen die Wizards Bern Burgdorf und gewinnt 5:4 nach Verlängerung. Coach Benjamin Abplanalp ordnet ein.
Benjamin Abplanalp, Gratulation zum Einzug in den Cupfinal. Es war ein super Spiel, oder?
Zumindest der Ausgang des Spiels war für uns super. Der Start überhaupt nicht. Die Wizards haben nach dem ersten Drittel hochverdient geführt. Wir konnten nicht umsetzten, was wir uns vorgenommen hatten. Insbesondere konnten wir ohne Ball zu wenig Druck aufbauen.
Im zweiten Drittel war Ihr Team dann besser. Was haben Sie in der ersten Pause in der Garderobe gesagt?
Eigentlich das gleiche wie vor dem Spiel. Ich habe nochmal an den Gameplan erinnert und an den Mut appelliert, konsequent Pressing zu spielen. Nur wenn wir ohne Ball aggressiv sind, wird auch unser Spiel mit Ball besser.
Drei Minuten vor Schluss lag Ihr Team noch 3:4 zurück. Waren Sie schon bereit, das Timeout zu nehmen und mit sechs Feldspielerinnen zu agieren, als der Ausgleich fiel?
Drei Minuten vor Schluss hatten wir einen Freistoss, da habe ich überlegt, das Timeout zu nehmen. Wir hatten aber im Staff vorgängig vereinbart, dass bei einem Tor Rückstand erst zweieinhalb Minuten vor Ende zu
tun – deshalb habe ich gewartet. Und dann traf zum Glück Janine Salzmann mit diesem Drehschuss aus spitzem Winkel traumhaft.
Im Final wartet nun Zug United. Was erwarten Sie von diesem Spiel?
Zug verfügt über herausragende Einzelspielerinnen und mit dem Duo Isabelle Gerig/Julia Croneld über die mit Abstand produktivsten Spielerinnen der Liga. Sie haben zwei starke Linien, in der Breite sehe ich uns aber im Vorteil. Wir werden mutig und produktiv sein müssen. Man kann gegen sie nicht alles verhindern, deshalb brauchen wir Tore.
Im ersten Aufeinandertreffen in der Meisterschaft habt ihr Zug 10:3 bezwungen. Was nehmen Sie aus
diesem Spiel mit?
Primär das Wissen, dass wir gegen sie 10 Tore erzielen können und sie zu bezwingen sind. Das Meisterschaftsspiel in zwei Wochen wird uns auch noch Erkenntnisse liefern. Vielleicht probieren wir dann auch noch etwas aus und passen unser Spielsystem leicht an.
Nun folgen fünf Auswärtsspiele in Folge, das nächste Heimspiel ist erst am 28. Februar.
Das kommt daher, dass Laupen im Herbst die Halle umgebaut hat und wir das Heimrecht abgetauscht haben. Zudem haben wir das Spiel gegen Zug von letztem Donnerstag auf beidseitigen Wunsch hin verschoben, um nicht drei Spiele in vier Tagen bestreiten zu müssen. So viele Auswärtsspiele in dieser ohnehin strengen Phase sind sicher nicht optimal, aber wir nehmen es so wie es kommt.
Wie sieht die Zielsetzung für den Rest der Qualifikation aus?
Wir setzten uns kein Rangziel. Die Liga ist dieses Jahr ausgeglichener als in früheren Saisons – es ist noch vieles möglich. Wir wollen uns die bestmögliche Ausgangslage für die Playoffs erarbeiten. Zudem wollen wir bis dahin das beste Pressing der Liga haben und dieses auch ummünzen können.
Wie steht es um die Verletzten sowie um Neuzugang Wilda Deland?
Wilda Deland ist von Beo zu uns gekommen, weil sie da nicht ganz glücklich war. Sie ist aus familiären Gründen zwischenzeitlich nach Schweden zurückgekehrt und hat erst vier reguläre Trainings absolviert; deshalb war sie am Wochenende auf der Bank. Sie ist nach dem Abgang von Doris Berger eine gute Ergänzung für unseren Kader und kann in Zukunft zu einer Option werden. Selma Bergmann hat sich vor Weihnachten eine Hirnerschütterung zugezogen und ist im Alltag noch immer eingeschränkt, das dauert also noch eine Weile. Corin Haldemann kann nach Kreuzbandriss wohl bald wieder ins Teamtraining zurückkehren, vorerst aber noch ohne Körperkontakt. Wir nehmen Schritt für Schritt und hoffen, dass sie in der entscheidenden Phase wieder eine Option ist.