Voll fokussiert: Sean Malone bei seinem Comeback gegen den HC Davos. / Bild: Peter Eggimann (ped)
SCL Tigers: Nach einem halben Jahr in Schweden gab Sean Malone am Samstag sein Comeback für die SCL Tigers. Der Amerikaner ist überglücklich, wieder in Langnau zu sein.
Nach dem 3:1-Heimsieg gegen Leader Davos wurde Sean Malone von den Fans noch einmal aufs Eis beordert und gefeiert. Es war sein erstes Spiel seit seiner Rückkehr aus Örebro – und seine insgesamt 100. Partie für
die SCL Tigers. «Ich wurde sehr herzlich empfangen. Auf Instagram habe ich viele Nachrichten erhalten», sagt der Amerikaner, dem die Freude anzumerken ist. «Die Unterstützung der Fans ist unglaublich.» Auch deshalb sei er vor dem Spiel gegen Davos nervös gewesen.
Orebrö, München, Rapperswil?...
Hinzu kommt, dass hinter Sean Malone strenge Tage liegen. Als Reaktion auf die Verletzung von Center Hannes Björninen nahm Pascal Müller, Leiter Sport der SCL Tigers, Kontakt mit Sean Malone und Örebro HK auf. Man wurde sich einig, Malones Vertrag in Schweden wurde aufgelöst und die Rückkehr in die Schweiz möglich. «Ich musste dann noch in München meine Visa abholen. Von da aus fuhr ich dann nach Rapperswil, wo ich mir das Spiel der SCL Tigers zu Ende angeschaut habe.» Nach der Partie habe er seine alten und neuen Teamkollegen dann im Bus getroffen. «Es war cool, alle zu sehen und ich wurde sehr warm empfangen.»
Zurück im vertrauten Umfeld
Bei Örebro HK, wo er im Sommer als Nachfolger von Björninen verpflichtet worden ist, lief es für Sean Malone nicht wie gewünscht. Der Stürmer konnte nicht an seine starken Statistiken aus den zwei Jahren bei den SCL Tigers anknüpfen. Und er habe zuletzt die Freude am Hockey verloren. Über die Gründe dafür mag er nicht vertieft sprechen. «Ich bin einfach überglücklich, wieder in Langnau, in einem vertrauten und familiären Umfeld zu sein», sagt er. Und auch die zusätzlichen Sonnentage werde er geniessen, fügt er lachend an.
Das Schweizer Hockey liege ihm mehr. «Ich kann hier mehr nach meinen Instinkten spielen und das Spiel lesen. In Schweden ist alles sehr strukturiert und defensiv-orientiert. Der Spassfaktor ist für mich hier höher und ich kann mehr mit dem Puck arbeiten.» Insgesamt habe er den Luftwechsel gebraucht und deshalb die Chance auf eine Rückkehr gerne angenommen.
Über die Saison hinaus in Langnau?
Für die kommende Saison sind bei Langnau sechs Ausländerpositionen vergeben. Weil der Club aber von Beginn an mit sieben Imports in die Saison gehen will, ist eine Position noch offen. Sean Malone ist dabei genauso ein Kandidat wie Captain Harri Pesonen. «Ich würde sehr gerne über die laufende Saison hinaus hier bleiben, weil ich mich hier wohl fühle», sagt der 30-Jährige. Allerdings mache er sich aktuell keine Gedanken darüber. «Mein Fokus liegt darauf, wieder auf mein Topniveau zu kommen und die bestmögliche Leistung zu bringen.»
Nach hektischen Tagen muss sich Sean Malone einleben – und zwar vorerst alleine. Seine Frau weilt in den USA. «Sie war mit mir in Schweden. Weil sie aber keine Krankenversicherung hatte und schwanger ist, kehrte sie in die USA zurück», berichtet er. Das Paar erwartet im Juni eine Tochter, die Vorfreude sei gross. «Ich hoffe, dass meine Frau bald herkommen kann, und ich sie in Person und nicht nur via Facetime sehe.» Aktuell sei es hart, ohne sie zu leben. «Umso schöner ist es, dass meine Teamkollegen für mich da sind.»