Der Start mit dem Magic Pass gelingt, der Zauber soll aber nicht verfliegen

Der Start mit dem Magic Pass gelingt, der Zauber soll aber nicht verfliegen
Der Magic Pass kann in Sörenberg seit dem letzten Mai genutzt werden - die ersten Erfahrungen sind positiv. / Bild: zvg
Sörenberg: Der Magic Pass beschert den Bergbahnen deutlich mehr Gäste - auch solche von weiter entfernten Regionen wie der Westschweiz. Nun gelte es, den Schwung mitzunehmen.

Die Erfahrungen der Bergbahnen Sörenberg AG nach acht Monaten mit dem Magic Pass sind positiv, wie Direktor Stefan Ryser erklärt. Aus finanzieller Sicht bringe der Pass gerade Anfang Sommer einen Liquiditätsschub, weil eine erste Zahlung durch den Verbund bereits im Mai entrichtet werde. Das ist für das nicht auf Rosen gebettete Unternehmen ein wichtiger Faktor. Noch im November 2024 sprach die Gemeindeversammlung von Flühli einen Sonderkredit von 750'000 Franken, um bei Bedarf die Liquidität sicherzustellen. Bis jetzt sei dieses Darlehen aber nicht angetastet worden, betont Ryser. Wie hoch der Beitrag des Verbunds im Mai ausgefallen ist, gibt Ryser nicht bekannt. Der Umfang liege im Bereich der früher verkauften Saisonkarten. Im Lauf des Jahres werden weitere Beiträge überwiesen, abgerechnet wird dann am Schluss der Magic-Pass-Saison Ende April. Ein wichtiger Wert für die Berechnungen ist die Anzahl an Ersteintritten. Als Ersteintritt gilt, wenn ein Gast das Drehkreuz einer Bergbahn an einem Tag das erste Mal passiert. «Je höher diese Frequenz, desto höher die Auszahlungen», bringt es Stefan Ryser auf den Punkt.


Rekord im Sommer

Den Bergbahnen Sörenberg ist der Start geglückt. «Wir haben einen Rekordsommer erlebt mit 130'000 Ersteintritten», sagt Ryser. Das sei ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 55 Prozent und 46 Prozent über dem Fünf-Jahres-Schnitt. Auch wenn man berücksichtige, dass der letzte Sommer teilweise verregnet war und die Luftseilbahn aufs Rothorn im Sommer 2023 wegen der Erneuerung stillstand, sei der Effekt des Magic Pass beachtlich. Auch der Start in die Skisaison stimmt Ryser zuversichtlich, obwohl die warmen Temperaturen im Dezember die Beschneiung verunmöglichten und der Skibetrieb über die wichtigen Feiertage nur eingeschränkt möglich war. «Wir haben bisher 26 Prozent mehr Ersteintritte zu verzeichnen als im Fünf-Jahres-Schnitt. Verglichen mit dem Vorjahr liegt die Zahl zwar 8 Prozent tiefer, doch die Saison 2024/25 war ausserordentlich gut», sagt Ryser. 41 Prozent der Ersteintritte erfolgten mit dem Magic Pass, 10 Prozent mehr als früher mit dem Saisonabo.


Gastronomie profitiert

Die positiven Auswirkungen spüre man auch in der Gastronomie; die Betriebe hätten den Umsatz steigern können. «Da der Magic-Pass-Kunde kein Ticket und keinen Skipass kaufen muss, ist er eher bereit, für die Konsumation mehr auszugeben», stellt der Bergbahnen-Direktor fest. Im Herbst, als im Flachland Nebel lag, seien zum Beispiel viele Leute aufs Rothorn gefahren und hätten dort zu Mittag gegessen. Ryser ist überzeugt, dass das gesamte Dorf vom höheren Gästeaufkommen profitieren kann. «Der Magic Pass fördert die Gesamtdestination Sörenberg.» Das Potenzial sei mit den insgesamt 320'000 Nutzerinnen und Nutzern gross und sie könnten neue Regionen erschliessen. Insbesondere gelte dies für die Romandie. Gerade im Sommer sei es aufgefallen, dass zahlreiche Gäste französisch gesprochen hätten. Diese Klientel sei auch deshalb interessant, weil sie aufgrund der etwas längeren Anreise öfter übernachten würde. 

Trotz der positiven Zwischenbilanz mit dem Magic Pass, auf den Lorbeeren ausruhen dürfe man sich nicht, betont Stefan Ryser.


Ab in den Franz-Kurs

Der News-Effekt werde spätestens nach dem zweiten Jahr vorbei sein, ist sich der Direktor bewusst. Es würden weitere Destinationen auch in der Zentralschweiz zum Verbund stossen. «Wir sind jetzt neu dabei, die Leute kommen schauen. Unser Ziel muss es sein, sie als wiederkehrende Gäste zu gewinnen.» Dazu müssten alle Leistungserbringer ihre Hausaufgaben machen und spezifische Angebote entwickeln. Ryser nennt Beispiele: Da die Gäste aus der Westschweiz später anreisen würden, biete sich statt Kaffee und Nussgipfel am Morgen eher Kaffee und Kuchen am Nachmittag an. Auch die Bergbahnen wollten ihr Angebot erweitern, im Winter etwa mit Schneeangeboten ohne Ski. Ein wichtiges Puzzleteilchen sei zudem die Sprache. So ist die Webseite der Bergbahnen Sörenberg neu auch in Französisch und Englisch zu lesen. Und die Mitarbeitenden können einen Französischkurs besuchen. «Es gilt, den Schwung zu nutzen.»

Auch Marbachegg und Bumbach in Betrieb

Der Magic Pass bietet Zugang zu rund 100 Skigebieten, davon 48 Destinationen, die auch im Sommer geöffnet sind. Die Jahreskarte gilt vom 1. Mai bis 30. April. Der Preis erhöht sich kontinuierlich. Im 2025 betrug der Startpreis 419 Franken. In der Region gehören nebst Sörenberg auch die Sportbahnen Marbachegg sowie die Skilifte Bumbach und Linden dem Verbund an. Aktuell sind die Anlagen auf der Marbachegg und in Bumbach in Betrieb. In Linden heisst es auf der Webseite, dass, sofern das Wetter halte, der Kinderlift anlaufen soll.

15.01.2026 :: Silvia Wullschläger (sws)