Gelingt der nächste überragende Endspurt?

Gelingt der nächste überragende Endspurt?
Im ersten Heimspiel 2026 treffen die SCL Tigers auf Biel - einen direkten Konkurrenten im Kampf um einen Platz im Play-In. / Bild: Peter Eggimann (ped)
SCL Tigers: Noch 18 Spiele stehen in der Qualifikation an. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass für die Langnauer vieles möglich ist - wenn sie wieder einen gewaltigen Endspurt hinlegen.

34 von 52 Qualifikationsspielen haben die SCL Tigers hinter sich, also ziemlich genau zwei Drittel. Aktuell ist die Meisterschaft, wie jedes Jahr, während dem Spenglercup unterbrochen. Nach der Pause haben die Langnauer 18 weitere Qualifikationsspiele vor sich. Zeit, einen genaueren Blick auf die Ausgangslage zu werfen.


So geht es weiter 

Das Schlussdrittel der Meisterschaft beginnt am Freitag mit dem Auswärtsspiel in Ambri, anschliessend folgt das Heimspiel gegen Biel am Samstag. Unterbrochen wird die Qualifikation nur noch vom 1. bis 24. Februar wegen den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d´Ampezzo. Nach dem Turnier mit allen NHL-Stars folgen für die SCL Tigers nur noch sechs Runden. Danach stehen die Teilnehmer am Playoff (Ränge 1 bis 6), am Play-In (7 bis 10) sowie am Playout (13 und 14) fest. Und man kennt auch die beiden Clubs auf den Plätzen 11 und 12, die vorzeitig in die Ferien reisen können.


So sieht die Tabellenlage aus 

Davos (77 Punkte), Fribourg (67) und Lausanne (65) bilden ein Spitzentrio, dem die Playoff-Teilnahme kaum mehr zu nehmen ist. Auf den Plätzen 4 bis 8 liegen fünf Mannschaften, die nur durch vier Punkte voneinander getrennt sind: Lugano, Servette, Rapperswil, Zug und die ZSC Lions. Ihre Reserve auf die sechs restlichen Teams, angeführt von den SCL Tigers mit 44 Punkten, beträgt bereits elf und mehr Punkte.


So steht es um die SCL Tigers 

Sie liegen derzeit mit 44 Punkten auf Rang 9 und wären damit für das Play-In qualifiziert. Aber der Weg dorthin ist wegen der überdurchschnittlich grossen Ausgeglichenheit innerhalb der Liga noch sehr lang und steil. Besonders die ausgeglichenen Kräfteverhältnisse haben die Emmentaler im bisherigen Verlauf der Qualifikation schon (zu) viele Punkte gekostet. In nicht weniger als 24 ihrer 34 Partien bestand am Ende eine Differenz von bloss einem oder zwei Toren. Die SCL Tigers gewannen in diesen «engen» Spielen lediglich 29 von 72 möglichen Punkten (40,3 Prozent). Mit weniger Leistungsschwankungen innerhalb der 60 Minuten könnten es mehr sein.


So ein Endspurt muss wieder her 

Vor einem Jahr belegte das Team von Headcoach Thierry Paterlini 13 Runden vor Schluss der Qualifikation mit 51 Punkten den zehnten Platz. Dann aber drehten die Emmentaler gewaltig auf und waren mit 24 Punkten zusammen mit Fribourg die erfolgreichste Finish-Mannschaft der Liga und stiessen über den Play-In-Erfolg gegen Kloten zum zweiten Mal ins Playoff vor. Dieser beeindruckende Endspurt war keine Ausnahme. Am Ende der Qualifikation 2023/24 trumpften die SCL Tigers im gleichen Stil auf. Mit 26 Punkten aus den letzten 13 Spielen, drei Zählern weniger als die ZSC Lions, verteidigten sie den elften Rang bis zuletzt und konnten in die Ferien.


So sieht das Restprogramm aus 

In den letzten 18 Runden treffen die SCL Tigers achtmal Gegner, die nur knapp hinter ihnen liegen: Kloten (a), Biel (h/a) und den SC Bern (h) alle mit je 41 Punkten, Ambri (a/h) mit 38 und Ajoie (a/h) mit 28. Diese Partien gehören alle zur Kategorie «Sechspunktespiele». Die Bilanz der Emmentaler in den bereits gespielten Direktbegegnungen ist nicht ganz überzeugend: zwölf Spiele, 18 Punkte. Extrapunkte gegen die Spitzenteams werden demnach unentbehrlich sein. Und mit diesen darf auch gerechnet werden. Denn die SCL Tigers sind bekannt dafür, dass sie in der Aussenseiterrolle immer wieder für Überraschungen sorgen.

31.12.2025 :: Werner Haller (whz)