In über zwölf Jahre hat Christian Egli über 180 Stubete präsentiert. / Bild: Pedro Neuenschwander (pnz)
Schangnau: Die in der ganzen Deutschschweiz und teilweise auch in der Romandie bekannte «Löie-Stubete» wurde zum letzten Mal von Christian Egli präsentiert und moderiert.
Es ist der erste Freitag des Monats und zahlreiche Örgelispieler, Klarinettistinnen, Akkordeonspieler, Bassisten, Volksmusikliebhaberinnen sowie Tanzbegeisterte und Zuhörer finden sich im «Löwen» Schangnau zur traditionellen Stubete ein. Auf dem Parkplatz sind Autonummern aus der ganzen Deutschschweiz zu sehen und im vollbesetzten Saal die verschiedensten Dialekte zu hören. Formationen aus dem Bündner- und Urnerland und aus dem Toggenburg sind anzutreffen. So präsentiert sich dieser Anlass seit April 2013.
Eine Idee, die Anklang fand
Initiiert wurde die Stubete von Christian Egli, der bei der Wirtin Elsbeth Stettler vorstellig wurde, um einen Anlass mit authentischer, handgemachter Volksmusik ins Leben zu rufen. Nebst den monatlichen Stubete am ersten Freitag des Monats entschlossen sich die beiden ab 2015, mit einem Maisonntag, einem Heumonatsonntag und einem Weinmonatsonntag noch drei weitere Musik- und Tanzanlässe anzubieten. Dies ergibt nach etwas mehr als zwölf Jahren eine stattliche Anzahl von über 180 Stubete, die Christian Egli geleitet hat. Sehr früh hat Egli das Potenzial der sozialen Medien für sich entdeckt. Nahezu von allen Anlässen hat er Videoclips hergestellt und diese, im Einverständnis der gefilmten Personen, auf Youtube hochgeladen. Für die Bekannt- und Beliebtheit der «Löie-Stubete» spricht auch, dass auf Facebook eine Stubete-Gruppe von zirka 800 Personen sowie eine Tanzgruppe existieren. «An unserer Stubete wird getanzt wie früher», sagt Christian Egli. Nun hat er beschlossen, sich aus der aktiven Mitgestaltung zurückzuziehen. Wenn man die Präsenzzeit jeweils von 19:00 Uhr bis nach Mitternacht anschaut, ist das mehr als begreiflich.
Das Ländliche in die Welt getragen
Nebst seiner Tätigkeit mit der «Löie-Stubete» hat sich Christian Egli mit Videoaufnahmen von verschiedensten Anlässen und Tätigkeiten des ländlichen Alltags einen Namen gemacht. Dieser Beschäftigung will er weiterhin nachgehen. Auch die Aufnahmen der Stubete möchte er, sofern möglich und erwünscht, bis auf Weiteres so weiterführen. Zahlreiche Clips von Alpaufzügen, Viehschauen sowie Bau- und Transportarbeiten sind, versehen mit pointierten Kommentaren, auf Youtube zu sehen. Diese werden, wie auch die Videoaufnahmen der Stubete, weltweit von Heimwehschweizern angeschaut, entsprechend kommentiert und verdankt.
Kürzer treten
Christian Egli wohnt dort, «wo sich Hase und Fuchs gute Nacht sagen», wie der Volksmund sagt. Hoch über dem Dorf Schangnau mit atemberaubender Aussicht auf Hohgant, Schratte und Brienzergrat. «Ich könnte an keinem anderen Ort in Frieden leben», sagt er. Wenn man den zufriedenen Menschen an seinem schönen Wohnort kennenlernt, glaubt man vielleicht auch, dass hier der Fuchs dem Hasen gute Nacht sagt, anstatt ihn zu jagen.