Grosshöchstetten: Der Gitarrist und Sänger Fabian Sigmund, alias Fai Baba überraschte in der Kühltür das Publikum mit neuer Musik und Zürcher Mundart.
Wenn die Songtitel «Fotograf», «Veränderet» oder «Füdliblutt» heissen, erwartet man wohl einen gängigen, rockigen Musikstil. Fai Baba, seit mehreren Jahren allein oder mit diversen Bands in Europa unterwegs, gab 2022 sein Debüt mit «Veränderet» auf Zürichdeutsch. Aus der anfänglichen balladenartigen Melodie entwickelt sich, zusammen mit der Begleitband eine fulminante, mit Harmoniewechseln, Synkopen und Kunstpausen gespickte Klangorgie.
Mit seiner hohen, scheinbar oft etwas zaghaften Stimme dazu, setzte Fai Baba den Gegensatz, die «Veränderig» auch musikalisch um.
In den vergangenen Touren waren die Sparte Indie Folk prägend und die Songs in englisch gesungen. Neu ist eigentlich die jetzige Musik nicht unbedingt, aber der Wechsel auf Zürichdeutsch veränderte die Ausdrucksweise. Mit seinen Begleitern (Mike Fischer, Gitarre; Reto Gaffuri, Bass und Arno Troxler, Drums) und Babas eigenem, bis zur Ekstase performtem Gitarrenspiel, wird eine oft überraschende Klangwelt geschaffen, die das Publikum immer wieder faszinierte. Das Ganze wird Swiss Neo Folk genannt und darf schon als neu betitelt werden. Die Konzertbesucher hatten jedenfalls eine ungewohnte Art von musikalischer Bereicherung erlebt.