Eine Premiere für Langnau

Eine Premiere für Langnau
Das renommierte Berner Kammer- orchester – alles professionelle Musiker und Musikerinnen – tritt am 12. Mai in Langnau auf. / Bild: zvg
Langnau: Zum Abschluss der Kammermusik-Saison gastiert das Berner Kammerorchester in Langnau. Es ist das erste Mal, dass in diesem Rahmen ein ­Berufs-Orchester auftritt.

Wie hat es die künstlerische Leiterin der Kammermusik-Abende, Annette Unternährer-Gfeller, geschafft, das renommierte Berner Kammerorchester (BKO) für einen Auftritt in der Provinz zu gewinnen? «Das Berner Kammerorchester hat selber bei uns angeklopft», berichtet Annette Unternährer-Gfeller. «Das Orchester möchte seine Konzertreihe in der Stadt Bern vermehrt durch Konzerte in der Peripherie ergänzen. Weil die Musiker das Programm, das sie in Langnau spielen, am Tag danach auch in Bern aufführen, können Kosten gespart werden. Das Orchester hat uns zudem sehr grosszügige Konditionen offeriert. Solche Win-win-Situationen haben wir auch bei kleineren Ensembles schon öfters genutzt.» Die namhaften Künstlerinnen und Künstler würden neben der zusätzlichen Auftrittsmöglichkeit jeweils auch die Gastfreundschaft auf dem Land und die Nähe zum Publikum schätzen. 


Selten gespielte Werke

Das Berner Kammerorchester stand viele Jahre unter der Leitung von Johannes Schläfli, dem Sohn des früheren Langnauer Pfarrers. Heute wird es vom Berner Oberländer Philippe Bach dirigiert, der ja schon von seinem Namen her sprühendes Musizieren verspricht. Neben Konzerten mit renommierten Solistinnen und Solisten ist dem BKO die Zusammenarbeit mit jungen Talenten ein wichtiges Anliegen. Auf dem Programm des Langnauer Konzertes unter dem Titel «Dreigänger» stehen zwei selten gespielte Werke aus der Romantik für Klavier und Orchester. Von Felix Mendelssohn erklingt das «Capriccio brillant» op. 22 und von Robert Schumann das «Konzertstück» op. 92. Als Solist wird Simon Bucher, ein international gefragter Schweizer Pianist, auftreten. 

Nach der Pause spielt das Orchester die Serenade Nr. 2 von Johannes Brahms, in der die Bläser im Vordergrund stehen, unterstützt von den tiefen Streichinstrumenten. Die dunklen Klänge verleihen dem Stück einen besonderen Reiz. Man darf sich auf einen Ohrenschmaus freuen.

05.05.2022 :: Ruedi Trauffer