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Die Schweiz – eine Insel der Seligen?

«Inmitten einer Welt voller Leid, Unrecht und Brutalität dürfen wir doch stolz auf unsere Heimat sein. Leben wir da nicht auf einer ‹Insel der Seligen›?» Dies konnte man bis vor kurzem da und dort hören. Der Krieg in der Ukraine mahnt uns, diesen Frieden nicht als etwas Selbstverständliches zu geniessen, liegt doch die Ukraine gleichsam vor unserer Haustüre, was den Pegel unserer Ängste steigen lässt. Die Karwoche erinnert uns daran, dass das Dunkle zu unserem Leben gehört. Es muss aber nicht mitgeschleppt, sondern kann verwandelt werden. Davon erzählt eine Legende.

Ein Mann wollte seinen Schatten loswerden, aber es gelang ihm nicht: Er wälzte sich auf dem Boden, sprang ins Wasser, versuchte, über den Schatten zu springen. Alles vergeblich. Ein weiser Mann, der davon hörte, meinte: «Das wäre doch ganz einfach gewesen, den Schatten loszuwerden!» – «Was hätte er denn tun sollen?», fragten die Umstehenden. Der weise Mann antwortete: «Er hätte sich nur in den Schatten eines Baumes zu stellen brauchen.» Beherzigen wir die Mahnung dieser Legende: Stellen wir uns in den Schatten des Kreuzes und verlieren wir nicht kostbare Lebenskraft damit, unseren Schatten loszuwerden. Lassen wir uns den Schatten verwandeln, durch die Nähe zum Kreuz Christi, das für uns dann zum Baum des Lebens wird.


Was keiner wagt, 

das sollt ihr wagen,

was keiner sagt, das sagt heraus,

was keiner denkt, 

das wagt zu denken,

was keiner anfängt, das führt aus.


Wenn keiner ja sagt, 

sollt ihr´s sagen,

wenn keiner nein sagt, 

sagt doch nein,

wenn alle zweifeln, 

wagt zu glauben,

wenn alle mittun, steht allein.


Wo alle loben, habt Bedenken,

wo alle spotten, spottet nicht,

wo alle geizen, wagt zu schenken,

wo alles dunkel ist, macht Licht.


Das Kreuz des Jesus Christus 

durchkreuzt, was ist,

und macht alles neu. 


14.04.2022 :: Rudolf Vogel