Tränkerauktion: Noch ist die Zahl der aufgeführten Kälber sehr bescheiden

Tränkerauktion: Noch ist die Zahl der aufgeführten Kälber sehr bescheiden
Kälber verschiedenster Rassen werden an der Auktion gehandelt. / Bild: Schüpbach Rebekka (rsz)
Schüpbach: Der Verein Tränkerauktion Kanton Bern hatte am 1. Oktober die erste Versteigerung von Tränkerkälbern im Kanton Bern durchgeführt. Einen Monat später ziehen wir Bilanz.

«Ich bin eigentlich überrascht, wie viele Käufer heute gekommen sind», sagt der Präsident vom Verein Tränkerauktion Kanton Bern, Hans-ueli Lüthi. In der Markthalle in Schüpbach warten an diesem 29. Oktober Interessenten und Verkäufer auf den Beginn der Auktion. Acht Kälber werden bald den Besitzer wechseln, weniger, als sich Lüthi eigentlich erhoffte. Die Tiere sind mindestens drei Wochen alt, stammen von Milchviehbetrieben und werden noch mit Milch gefüttert. Weil sie sich nicht zur Nachzucht eignen, werden sie als sogenannte Tränker an Mastbetriebe weiterverkauft. Dort werden die Kälber aufgezogen, bis sie das gewünschte Alter und Gewicht erreicht haben und schliesslich als Kalb-, oder Rindfleisch auf unseren Tellern landen.

Deutliche Preisunterschiede 

Es ist soweit, der erste Muni wird vorgeführt: ein 82 Kilogramm schwerer und 35 Tage alter Simmentaler. Das Erstgebot von elf Franken pro Kilogramm will niemand überbieten, schon ist er verkauft. Auch die nächsten Tiere finden bald einen Käufer. Für lediglich sechs Franken pro Kilo geht ein zierlicher und deshalb für den Fleischmarkt weniger wertvollen Stier der Milch-Rasse Red Holstein weg. Mehr als das Doppelte, nämlich 12.40 Franken pro Kilo blättert nach einigem Hin und Her der Viehhändler Adrian Lüscher für das grösste Kalb des Tages hin: einen 29 Tage alten Muni, der bereits 99 Kilogramm auf die Waage bringt. Lüscher ist zufrieden mit dem Kauf, trotz des eher hohen Preises. «20 Kilo habe ich gratis dazubekommen», meint er dazu, denn er muss dem Verkäufer gemäss Reglement nur maximal 80 Kilogramm bezahlen. Insgesamt vier der acht Kälber hat Lüscher an diesem Tag erstanden. Er wird sie einem befreundeten Landwirt auf dessen Mastbetrieb bringen.  

Ebenfalls zufrieden ist der Landwirt Fritz Schär. Zum ersten Mal brachte er zwei seiner Kälber an die Auktion. «Für mich ging es in etwa auf», meint er. Für den einen Stier bekam er etwas mehr als erwartet, für den anderen etwas weniger. 

«50 Kälber pro Auktion wäre gut»

Auch wenn das Interesse der wöchentlichen Auktion – die abwechslungsweise in Schüpbach und Mülenen stattfindet – bisher bescheiden war: Hansueli Lüthi bleibt zuversichtlich. «Moudon hat auch klein angefangen, jetzt verkaufen sie jeweils um die 300 Tiere.» Mit 50 angemeldeten Kälbern pro Auktion wäre Lüthi bereits zufrieden; dann könnte der Verein die entstehenden Kosten mit den Vermittlungsgebühren in etwa decken. Für Lüthi liegen die Vorteile einer Auktion gegenüber einer Abholung ab Hof durch den Händler nach wie vor auf der Hand: «Einerseits können die Käufer, auch Händler die Tiere vor dem Kauf in Ruhe anschauen.» Dies sei nicht möglich, wenn die Kälber direkt ab Hof abgeholt würden. Der Verkäufer wiederum habe den Vorteil, dass der Preis öffentlich sei und nicht primär der Händler den Preis festlegt. 

Kleineres Krankheitsrisiko

Ist es nicht riskant, dass Krankheiten verschleppt werden, wenn die Tiere alle in der Markthalle zusammenkommen? Hansueli Lüthi winkt ab. «Im Gegenteil. Weil dank der Auktion weniger Zwischenhandel stattfindet, ist das Risiko dabei sogar kleiner!» Am Ende werden die Kälber verladen, wobei man sich hilft. Und dann ist die Auktion auch schon vorbei.