Grünes Licht von 70 Landbesitzern: Jetzt geht es los mit der Arbeit

Grünes Licht von 70 Landbesitzern: Jetzt geht es los mit der Arbeit
OL mit Blick auf die Schrattenfluh: Nächsten Herbst sollen im Gebiet um Marbach gleich zwei verschiedene OL-Wettkämpfe stattfinden. / Bild: zvg
Orientierungslauf: Für nächstes Jahr hat sich die OLG Skandia etwas Grosses vorgenommen: Der Verein organisiert ein OL-Wochenende über die Kantonsgrenze Bern–Luzern hinweg.

«Jetzt haben wir offiziell von allen Seiten grünes Licht. Nun können wir mit der Arbeit loslegen», tönt es sichtlich erleichtert vom Laufleiter Christian Oswald. Es brauchte das Einverständnis von 70 Landbesitzern, Pächtern, Jägern und der Naturschutzbehörde. Ausserdem mussten von den Kantonen Luzern und Bern die Bewilligungen eingeholt werden, um im Gebiet Escholzmatt-Marbach und Schangnau (Grünenwald, Rossweid) das OL-Wettkampf-Wochenende durchführen zu dürfen. Als Laufleiter steht Christian Oswald dem Organisationskomitee vor, welches den Anlass für das Wochenende vom 11. und 12. September 2021 plant. «Jetzt geht es  um Details, wie Beispielsweise der Absprache mit den tangierten Betrieben vor allem in der Hilferen, wo am Lauftag die Kuhherden und Stiere sein werden», so Oswald.


Bis zu 2000 Teilnehmende

Jeden Herbst veranstaltet die OLGruppe Skandia in den Wäldern rund um Langnau den Emmentaler OL mit bis zu 500 Teilnehmenden. Nun wagt sie sich an ein grösseres Projekt und geht dafür über die Kantonsgrenze in die Gemeinde Escholzmatt-Marbach. Erwartet werden am OL-Wochenende mit dem Wettkampfzentrum in Marbach bis zu 1800 Teilnehmende im Alter zwischen zehn und 80 Jahren. Am Samstag soll die Schweizer-Meisterschaft im Mitteldistanz-OL (MOM) im Gebiet Marbachegg durchgeführt werden. Am Sonntag soll dann die Schweizer-Meisterschaft im Langdistanz-OL (LOM) im Gebiet Hilferen stattfinden. Ausserdem soll an beiden Tagen für die Zuschauer und Interessierten im Dorf Marbach ein Dorf-OL angeboten werden. «Die Hilfern ist bekannt als Naherholungsgebiet. Sie ist auch ein wunderschönes Gebiet für OL. Schon 1996 und 2002 haben hier grosse Wettkämpfe stattgefunden», erklärt der Langnauer Laufleiter. Ihn reize es, dort wieder einen grösseren OL durchzuführen. Jedoch sei der Aufwand erheblich. Nicht nur, weil es über das Wochenende gehe und die Transport-Logistik mit Bus und Bergbahn koordiniert werden muss, sondern vor allem, weil für die Marbachegg-Seite noch keine OL-taugliche Karte existiere. «Es gibt in der Schweiz ein paar wenige Personen, die sich professionell oder semiprofessionell mit der Herstellung von OL-Karten beschäftigen. Für unsere Läufe haben wir einen Kartografen engagiert, der auch entlöhnt wird.» 

Auf Sponsoren angewiesen

Damit ist der Laufleiter gleich beim nächsten Punkt, den Finanzen. «Normalerweise trägt sich eine nationale oder regionale OL-Veranstaltung durch die Startgelder. Weil wir aber das Kartenmaterial noch erstellen müssen und die Transporte für die Läuferinnen und Läufer an beiden Wettkampftagen etwas aufwendiger sein werden, sind wir zusätzlich auf Sponsoren angewiesen», erklärt Christian Oswald und doppelt gleich nach: Sie hätten schon einige Zusagen von Gewerbetreibenden beider Regionen Entlebuch und Emmental, dass sie den Anlass unterstützen werden.


Geheimsache Bahnverlauf

«Die ersten Bahnen haben wir bereits auf dem Computer geplant», so der Laufleiter. Da es aber pro Lauf bis zu 40 verschiedene Bahnen brauche – für jede Kategorie eine andere – gebe es für die wenigen Leute, die überhaupt mit dem Bahnlegen betraut sind, noch einiges zu tun, erklärt Oswald. «Die Bahnen müssen bis zum letzten Augenblick geheim bleiben. Da erhalten nicht einmal alle Mitglieder des OKs Einsicht.» Klar könnten sie die Bahnen auf dem Computer planen, doch man müsse auch immer wieder ins Gelände gehen, um zu schauen, ob die Strecke in echt tatsächlich so ist, wie sie digital dargestellt wird. 

Betreffend Corona-Massnahmen sieht Christian Oswald zumindest aus sportlicher Sicht keine grossen Risiken. «Gerade beim OL läuft mittlerweile sehr viel elektronisch und die Läufer starten sowieso gestaffelt.» Schlimmer wäre, sowohl aus gesellschaftlicher wie auch aus finanzieller Sicht, eine fehlende Gastwirtschaft. Aber bis in einem Jahr, so der Laufleiter, werde wohl noch einiges passieren. «Da braucht es einfach eine gewisse Flexibilität bei der Organisation.»

13.08.2020 :: Olivia Portmann (opk)