Dieser Teil der Stehplätze auf der Ilfis-Seite wurden zu Sitzplätzen. / Bild: Micha Strohl (msz)
SCL Tigers: Sitzplätze sind in der Emmental Versicherung Arena begehrter als Stehplätze. In den letzten beiden Wochen wurden daher 120 Steh- in Sitzplätze umgewandelt.
Aufgrund der Euro Hockey Tour ruhte der Meisterschaftsbetrieb in Langnau für exakt zwei Wochen. Die SCL Tigers AG nutzte die Zeit, um bauliche Anpassungen innerhalb der Arena vorzunehmen. Konkret wurden 120 Stehplätze auf der Ilfis-Seite des Stadions – also im Sektor H zwischen Kinder- und Sitzplatzsektor und unterhalb der GLB-Tribüne – durch zusätzliche Sitzplätze ersetzt.
«Sitzplätze sind extrem gefragt»
Die geplante Veränderung stiess vereinzelt auch auf Kritik. Inhaber von Stehplatz-Saisonkarten sowie Teile der Fanszene kritisierten etwa die Verringerung des Stehplatzkontingents wie auch den Zeitpunkt der
Anpassung. Dieter Aeschimann, Geschäftsführer der SCL Tigers, erklärt: «Wir passen uns damit der gestiegenen Nachfrage an.» Sitzplätze seien extrem gefragt und für die meisten Spiele restlos ausverkauft. Der Geschäftsführer nennt als Beispiel das letzte Heimspiel: «5575 Zuschauende waren für die Partie gegen Zug in
die Halle gekommen. Sämtliche Sitzplätze waren ausverkauft. Dagegen waren noch über 300 Stehplätze unbesetzt.» Er verstehe die Emotionen und die Verbindung der Fans, die teils seit Jahrzehnten Spiele von diesen Stehplätzen aus verfolgt hätten, beteuert Aeschimann. «Mit jenen, die sich auf der Geschäftsstelle meldeten, haben wir gesprochen. Die allermeisten von ihnen konnten unsere Gründe nachvollziehen.» Der Club sei auf die Mehreinnahmen angewiesen, die aus zusätzlichen Ticketverkäufen generiert werden. Aeschimann spricht von rund 40´000 Franken Mehreinnahmen, die der Club mit den neuen Sitzplätzen bis Ende der Qualifikation einnehmen kann.
«Viele kauften Sitzplatzabos»
Ausserdem könne man so den Stehplatzabonnentinnen und -abonnenten eine Chance bieten. «Alle Betroffenen haben ein Vorkaufsrecht auf die neuen Sitzplatzabos. Und viele haben davon bereits Gebrauch gemacht.» Es sei die einmalige Chance, mehrere Sitzplatzabos mit nebeneinanderliegenden Plätzen zu kaufen, erklärt Aeschimann. «Es gibt lange Wartelisten für diese Abos.» So hätten auch viele andere Fans ihr Interesse angemeldet. «Das Vorkaufsrecht haben aber nur die bestehenden Stehplatz-Abonnenten.» Die restlichen neuen Sitzplätze waren daraufhin als Einzeltickets verfügbar – und sind bis auf die letzten drei Quali-Heimspiele bereits restlos ausverkauft.
Die 120 aufgelösten Stehplätze machen sechs Prozent der Stehplätze aus. «Insgesamt haben wir 2000 Stehplätze, mit dem Gästesektor 2250. Das ist ein Drittel des ganzen Stadions und damit nach wie vor ein hoher Anteil», erklärt der Geschäftsführer.
Grössere Tribüne auf der Westseite?
Zurzeit läuft auch die Abklärung, ob das Stadion auf der Westseite ausgebaut werden könnte, um zusätzliche Plätze zu schaffen. «Es gibt aber viele Schwierigkeiten in der Umsetzung», erklärt Dieter Aeschimann. Diese seien alle baulicher Art, etwa, weil der sogenannte «Rucksack» draussen wegen der Lastwagenzufahrt nicht abgestützt werden könnte. «In dieser Form ist das aktuell nicht finanzierbar», so Aeschimann. «Zurzeit läuft eine Machbarkeitsstudie unter der Leitung von Peter Jakob. Wir suchen nach weiteren Lösungen.» Micha Strohl