«Das Herstellen meiner Naturseifen ist reines Handwerk»

«Das Herstellen meiner Naturseifen ist reines Handwerk»
Monique Schneider giesst Rapsöl zu der geschmolzenen Butter. / Bild: Veruschka Jonutis (vjo)
Biglen: Seit zwölf Jahren verkauft Monique Schneider ihre handgemachten Naturseifen. In Kursen bringt sie den Teilnehmenden bei, wie man selber eine Seife siedet.

Mit dem Schwingbesen durchmischt Monique Schneider die goldgelbe Masse im grossen Kochtopf. Die Luft im kleinen Atelier ist angereichert mit einer Vielzahl unterschiedlicher Düfte. «Bei der Herstellung von Naturseifen gibt es einige Punkte zu beachten, damit am Ende ein hochwertiges Produkt entsteht», sagt sie und prüft die Temperatur der mittlerweile geschmolzenen Kakao- und Sheabutter. Wichtig sei, dass die geschmolzenen Bestandteile nicht zu stark abkühlten, was eine unschöne Struktur oder gar Klumpen geben könnte. Die Seifensiederin kippt nun Rapsöl dazu und vermengt die Masse. «Jetzt kommt der heikle Moment, nämlich das Beifügen der Lauge. Diese sollte nicht in die Augen gelangen, darum trage ich ab diesem Arbeitsschritt eine Schutzbrille.» Ganz zum Schluss fügt Monique Schneider die ätherische Ölmischung dazu, welche der Seife ihre Duftnote gibt. Die fertige Masse wird ähnlich eines Kuchenteigs in hölzerne Formen gegossen. «Die Formen und die Motive, welche der Seife die Prägung geben, fertige ich selber an. Das Seifenherstellen ist reine Handarbeit; vom Vorbereiten bis hin zum Einpacken.»

Blumen und Kräuter aus dem Garten

Damit die zähe Masse sich gut in den Gussformen verteilt, schlägt Monique Schneider die Holzrahmen auf den Tisch. Dies sei ganz schön schweisstreibend, meint sie. Bis sie die Seifen zu Stücken schneiden könne, müsste diese nun bis zu vier Wochen reifen. 

Für ihre Produkte verwendet die gelernte Kauffrau nur Naturmaterialien aus kontrolliertem biologischen Anbau. «Auch die Blumen und Kräuter aus meinem Garten, die ich für die Herstellung meiner Seifen, Öle oder Hydrolate verwende, werden nicht gespritzt oder gedüngt. So kann ich meiner Kundschaft ein garantiert reines Naturprodukt anbieten», sagt sie. 

Schwierige Planung

Seit 13 Jahren stellt Monique Schneider Naturseifen her, seit zwölf Jahren verkauft sie diese an speziellen Märkten. Zusätzlich betreibt sie seit einigen Jahren ihren Online-Shop «sanft-und-rein». Im Laufe der Zeit seien weitere Produkte wie Raumsprays, Körperöle und Badezusätze dazugekommen, umschreibt sie das Sortiment. «Dieses Jahr ist es mit der Planung schwierig, da aus bekannten Gründen lange Zeit keine Märkte stattfanden.» Sie hofft nun, dass wenigstens die Weihnachtsmärkte durchgeführt werden können. 

Wirkung der Pflanzen

«Die Liebe zur Natur bekam ich quasi schon in die Wiege gelegt. Meine Eltern waren sehr naturbezogen und verwendeten gerne Kräuter bei körperlichen Leiden», erklärt die Seifensiederin. Bereits während ihrer kaufmännischen Ausbildung und der Weiterbildung zur Masseurin und zur  Baubiologin befasste sie sich damit, welche pflanzlichen Wirkstoffe welchen Effekt auf den Körper haben. «Mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, die Inhaltsstoffe der Kosmetikprodukte zu kennen, die wir tagtäglich verwenden. Der Wunsch, selber Seifen herzustellen, entsprang diesem Bedürfnis.» 

Monique Schneider begann, im Internet zu recherchieren und wagte sich an ihre ersten Produktionen. «Natürlich ging dabei einiges schief. Aber nach und nach gelangen mir die Seifen immer besser und nun verfüge ich über eine Grosszahl an eigenen Rezepten.» Heute bietet sie auch Kurse fürs Seifensieden an, welche auf reges Interesse stossen. «Die Teilnehmenden lernen die Rohmateria-
lien und deren Wirkung kennen. Ich zeige ihnen, wie sie die Menge der Lauge und der Öle berechnen müssen, damit jeder am Schluss fähig ist, eine Seife nach eigenem Rezept herzustellen», erklärt sie das Konzept. Aus dem Regal zieht sie eine Schachtel, in der bereits zugeschnittene Seifen liegen. «Jede Seife ist ein Unikat, sei es die Form oder ihr Duft.»