Mehr Platz in neuen Räumlichkeiten für neurologische Patienten

Mehr Platz in neuen Räumlichkeiten für neurologische Patienten
Konolfingen: Die Praxis für Neurologie von Michael Schüpbach wird zu klein. Deshalb wird die bestehende Wohnung im ersten Stock des Hauses zu einem neurologischen Institut umgebaut.

Im Erdgeschoss des Zahnärztlichen Instituts der Gebrüder Bigler werden nicht nur Zähne geflickt, sondern seit drei Jahren auch Nervenkrankheiten behandelt. Im August 2017 eröffnete der Facharzt für Neurologie, Michael Schüpbach, dort seine Praxis. Dass der ehemalige Leiter vom Zentrum für Bewegungsstörungen im Inselspital Bern sich ausgerechnet hier selbständig machte, hat einen einfachen Grund: «Mein Vater ist im Nachbarhaus aufgewachsen und ich kenne die Biglers seit ich denken kann», verrät der 50-Jährige.



Bestehender Standort erweitern

Der zentrale Standort in der Nähe des Bahnhofs ist ideal. Aus der ganzen Schweiz kommen Patienten mit Bewegungsstörungen, wie Parkinson oder Zittern zu ihm nach Konolfingen. Menschen mit Krankheiten wie Multiple Sklerose, Demenz oder Epilepsie werden Schüpbach aus den umliegenden Spitälern oder von Hausärzten zugewiesen.

Der Andrang sei sehr gross und deshalb eine Erweiterung dringend notwendig, erklärt der Neurologe. Umziehen muss er nicht, da die grosszügige Wohnung im ersten Stock frei geworden ist. Wie auch das restliche Haus gehört diese Kaspar und Peter Bigler. «Hier wohnten unsere Eltern», erklärt der Zahnarzt Kaspar Bigler. Dass in diesen Räumen jetzt ein Neurologisches Institut entsteht, mache Sinn. «So können wir Ressourcen gemeinsam nutzen», erklärt er. Damit meint er unter anderem das grosse Wartezimmer sowie das öffentlich zugängliche Nostalgie-Café, das Kaspar Biglers Frau betreibt.



Vier grosse Behandlungszimmer

Michael Schüpbach verrät, wie das zukünftige Institut aussehen wird. Nebst dem Empfang und einem Raum für Medikamente soll es vier grosszügige Behandlungszimmer geben, davon zwei kleine Säle mit je zwei bis drei Betten. «Ich mache zwar nur ambulante Behandlungen, aber manchmal müssen die Patienten zur Infusions-Therapie kommen und mehrere Stunden in der Praxis bleiben», erklärt Schüpbach.

Die Säle sollen zusätzlich für Konferenzen für bis zu 20 Personen genutzt werden können. Für Referate und andere grössere Anlässe steht dem Institut zusätzlich das Kino gegenüber zur Verfügung. Es gehört ebenfalls Biglers und wurde neu mit der entsprechenden technischen Ausrüstung ausgestattet. Dank den Parkplätzen vor dem Kino sind weiterhin genügend Parkmöglichkeiten für die erweiterte Praxis vorhanden. Von aussen betrachtet wird deshalb nicht viel vom Umbau sichtbar. Nur der neue rollstuhlgängige Lift an der Aussenfassade wird verraten, dass etwas geändert hat.

Einsprachen sind keine eingegangen. Die Umbauarbeiten werden nächstens beginnen können. «Voraussichtlich wird das Institut im Herbst eröffnet», hofft Schüpbach. Noch offen ist, wie viel weiteres medizinisches Fachpersonal im Institut tätig sein wird. Aktuell arbeiten nebst Michael Schüpbach eine Pflegefachfrau und eine Sekretärin in der Praxis. Seit Anfang 2020 hilft zudem der bereits pensionierte Neurologe und frühere Chefarzt der Höhenklinik Montana, Claude Vaney, mit.



Ruhestand ist kein Thema

Das Zahnärztliche Institut, wo nebst den Gebrüdern Bigler weitere Zahnärzte arbeiten, bleibt bestehen. Theoretisch könnten sich Biglers bereits in den Ruhestand begeben. Doch davon will Kaspar Bigler nichts wissen. Das Pensionsalter sei zu einer Zeit festgelegt worden, wo die Menschen nicht so alt wurden wie heute, meint er. Diskussion beendet.