Musik hören, statt selber spielen

Musik hören, statt selber spielen
Jürg Streit, Grosshöchstetten:

Es wird Anfang der 1980er-Jahre gewesen sein, als Jürg Streit erstmals für die «Wochen-Zeitung» schrieb. «Jedenfalls bin ich fast von Anfang an mit dabei», sagt er. Damals berichtete er vornehmlich über Vereinsanlässe. «über Hauptversammlungen zu schreiben ist aber nur interessant, wenn sich im Vereinsjahr etwas wirklich Besonderes ereignet hat», gibt Jürg Streit zu bedenken. Heute sind Konzertberichte sein bevorzugtes Genre. Die Liebe zur klassischen Musik wurde ihm in die Wiege gelegt. «Meine Mutter nahm mich jeweils an Konzerte mit, und mein Interesse an der Musik wuchs mit jedem Besuch.» Während des Lehrerseminars spielte er dann Klavier und ein wenig Geige. Weshalb ist aus dem musikbegeisterten
Seminaristen nicht ein Musikpädagoge, sondern ein Sportlehrer geworden? «Selber musizieren war nie so mein Ding», gesteht Jürg Streit. «Hingegen Musik hören blieb meine Leidenschaft.»
Als Platzanweiser in Berns Konzerthäusern konnte der Student zahlreiche Werke und Komponisten kennenlernen. Früher war er vor allem der barocken Musik zugetan, heute sei sein Interesse viel breiter, sagt er. Sogar mit Folklore, Pop und Rock hat er sich angefreundet.

Wenn er selber einen Zugang zur gebotenen Musik habe und auch die Art und Weise des Vortragens ihm einigermassen entspreche, sei es für ihn jeweils einfacher, darüber zu schreiben. «Die grosse
Herausforderung der Konzertbesprechungen besteht für mich aber immer darin, einerseits den Künstlern gerecht zu werden, andererseits den Lesern einen authentischen Eindruck des Dargebotenen  zu vermitteln.» Dieser Herausforderung will sich der 76-Jährige auch in Zukunft stellen. «Das Schöne bei der ‹Wochen-Zeitung› ist, dass ich als freier Mitarbeiter wirklich frei bin, einen Auftrag anzunehmen oder wenns mir nicht passt, halt auch mal nein sagen zu dürfen.»



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