«Eishockey ist mein Leben»

Vanessa Schmid: Für die 15-jährige Langnauer Stürmerin sind die YOG in Lausanne ein erster Karriere-Höhepunkt. Weitere sollen folgen – in der Schweiz, aber auch im Ausland.

Bescheiden, professionell und unaufgeregt, zumindest vordergründig: Vanessa Schmid, die Heimisbacherin in Diensten der SCL Young Tigers, ist durch und durch ein Eishockeykind. «Hockey ist mein Ein und Alles».  «Die Möglichkeit, an den Youth Games teilnehmen zu dürfen und gegen Japan und Tschechien zu spielen ist das Grösste, was ich bisher in meiner Karriere erreicht habe.» Nach ihrer ersten U16-Europameisterschaft im letzten Frühling nun der Sprung auf die Weltbühne. «Unser Team erwartet in Lausanne schon einiges mehr als an einer EM», blickt sie voraus.

Das U16-Kader für die YOG ist im Vergleich zu andern internationalen Anlässen beschränkt, neben zwei Torhüterinnen sind nur 15 Feldspielerinnen zugelassen. Das macht das Ganze noch etwas spezieller, auch die Tatsache, dass der Anlass unter der Olympischen Flagge läuft und nur alle vier Jahre stattfindet, lässt die Vorfreude auf die Tage am Genfersee wachsen. «Das Aufgebot bedeutet mir mega viel», schwärmt Schmid. «Es wird eine Riesenerfahrung, die wir erleben dürfen – ein Meilenstein in unseren Eishockey-Laufbahnen.» Andererseits bleibt Vanessa Schmid auf dem Boden der Realität: «Mal schauen, was alles auf uns zukommt.»



Hohe Ziele

Ihre Ziele hat die Neuntklässlerin an der Talentschule Langnau definiert. Nebst dem «Alles geben» und für das Team kämpfen, vergisst sie eines nicht: «Wir wollen Spass haben.» Denn Spass und ein guter Team-Zusammenhalt sind bereits die halbe Miete und ebnen den Weg zum Erfolg. Vor vier Jahren hat die Nati in Lillehammer Bronze geholt, ähnliches soll nun laut Daniela Diaz, Managerin der Schweizer Frauen-Nationalteams, auch in Lausanne möglich sein. Ihre Gegner kennen die Schweizerinnen zumindest teilweise sehr gut: Gegen das auf U16-Stufe zu den besten Teams Europas zählende Tschechien hat man erst im letzten November in Monthey dreimal gespielt und dabei bei einem Sieg und zwei knappen Niederlagen durchaus gute Leistungen gezeigt. Japan hingegen ist ein neuer Gegner, auf den man bisher noch nie getroffen ist.



Zurück nach Langenthal

Nach dem Grossanlass in Lausanne wird für Vanessa Schmid der Alltag wiedereinkehren: In der Frauen-Liga, in der sie auf zweithöchster Stufe für Langenthal spielt. «Ich werde einige aussergewöhnliche Erfahrungen mitnehmen können», sagt sie. Und das dürfte ihre ohnehin schon ganz gut ins Rollen gekommene Karriere nur beflügeln. Ziele für ihre Zukunft hat sie schon: «Nach der obligatorischen Schulzeit möchte ich das Sport-KV besuchen, möglicherweise in Thun.» Gleichzeitig will sie in der heimischen Liga weiter für Furore sorgen, denn als eine der Jüngsten im Langenthaler Team hat sie sich mit einem Schnitt von 0,7 Punkten pro Spiel (6 Tore, 1 Assist) bereits unter den Besten eingereiht. Das ganz grosse Ziel im Hinterkopf allerdings heisst College-Eishockey in übersee, in einem amerikanischen Universitätsteam. «An der letzten U16-EM waren einige Scouts anwesend», erinnert sie sich, doch Gespräche mit einem der zahlreichen Colleges, die immer wieder auch junge Spielerinnen aus Europa verpflichten, habe sie bisher noch keine geführt.



Siria Dore spielt «Drei-gegen-Drei» 

Mit dabei ist auch die 15-jährige Brandis-Spielerin Siria Dore. Die Verteidigerin wurde für das Drei-gegen-Drei-Spiel aufgeboten. Ganz nach ihrem Motto: «Ein Gewinner ist ein Verlierer, der niemals aufgibt», freut sich die Schülerin aus Jegenstorf auf die He-
rausforderung der Drei-gegen-Drei-Spiele, die erstmals an Olympischen Jugend-Winterspielen ausgetragen werden.



09.01.2020 :: Daniel Monnin (dmb)