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Eishockey – sein Spiel und sein Leben
Eishockey – sein Spiel und sein Leben Eishockey:

Pascal Müller – der ehemalige Tigers-Verteidiger hat die Seiten gewechselt. Seit Mitte April dieses Jahres ist er bei
der SIHF für die Schieds- und Linienrichter zuständig.


 

Eishockey war schon immer ein ständiger Begleiter von Pascal Müller. Eishockey ist sein Spiel und es ist bis auf den heutigen Tag auch sein Leben geblieben. Er war Eishockeyprofi, Teammanager und «Mädchen für alles», Scout, Sportchef – nur Trainer einer Mannschaft war er noch nicht. «Das wollte ich nie, das habe ich mir schon zu einem frühen Zeitpunkt meiner Karriere geschworen», blickt der 40-jährige Langnauer zurück. Aber wie man weiss, sollte man nie «Nie» sagen. Denn seit einigen Monaten ist «Päscu» bei Swiss Ice Hockey als Head of Officials und Officiating Manager angestellt, auf Deutsch kurz zusammengefasst Chef der Schiedsrichter. «Ja», schmunzelt er, «wenn man sich meinen Aufgabenbereich anschaut, kann man schon sagen, dass ich so etwas wie der Headcoach unserer Schiedsrichter bin.» Pascal Müller ist in der Schiedsrichterabteilung des Verbandes Direktor Andreas Fischer unterstellt. Er ist zuständig für den Bereich Leistungssport, welcher die National League, die Swiss League sowie die Juniorenstufen U20-Elit umfasst. Verantwortlich ist er für 84 Schiedsrichter, sieben davon sind Profis. Er muss sie ausbilden und führen, ihnen nach Einsätzen Rückmeldungen geben und sie auf diese Weise in ihrer Weiterentwicklung unterstützen. 

Es gilt, genau wie bei Klubs, Spielern und Mannschaften auch, das Leistungsprinzip. Die Schieds- und Linienrichter müssen nicht nur die Regeln in- und auswendig kennen. 

 

Die Intensität mithalten können

Sie müssen auch läuferisch und athletisch das Tempo und die Intensität, welche die Spiele heute aufweisen, problemlos mithalten können. «Es darf nicht geschehen», betont Pascal Müller, «dass einer müde und damit unkonzentriert wird und deshalb in der letzten Minute einer Partie einen vielleicht entscheidenden Fehler begeht.» In den vergangenen Jahren wurden in den Stadien die tech-nischen Hilfsmittel zur Klärung schwieriger Entscheidungen laufend erweitert. «Sie helfen, keine Frage», sagt Pascal Müller. «Aber es wird nach wie vor Entscheidungen geben, bei welchen es um Millimeter und Sekundenbruchteile geht.» 

 

Als 17-jähriger Junior nach Kanada

Pascal Müller war und ist immer noch mittendrin im Eishockeygeschäft. Die Lehre absolvierte er beim Eishockeyausrüster Bernhard Wüth-rich, wie er selbst ein früherer SCL-
Verteidiger. Als Novize wurde Päscu mit den Langnauern Schweizermeister. Danach suchte er eine neue He-rausforderung und wagte mit 17 als einer der ersten Junioren unseres Landes den mutigen Sprung über den grossen Teich. Eine Saison lang spielte er bei den Shelburne Wolves, weil er herausfinden wollte, wo er im Vergleich mit den kanadischen Nachwuchsspielern stand. 

Die abenteuerliche Spielzeit 1996/97 krönte er mit der Schweizer U18-Nationalmannschaft und dem sensationellen Gewinn der EM-
Bronzemedaille. Im Überraschungsteam spielten mit Markus -Wüthrich und Michael Liniger zwei weitere SCL-Junioren. Ein Jahr danach stieg Pascal Müller mit den Emmentalern und mit Martin Gerber im Tor in die NLA auf. 

 

Einer nach Ehlers Geschmack

Er war kein spektakulärer Spielmacher, dafür entwickelte er sich zu
einem robusten, unerschrockenen,
zuverlässigen und für jeden Gegner unangenehmen Defensivverteidiger, der in der aktuellen SCL Tigers-Mannschaft von Heinz Ehlers wohl auch seinen Platz hätte. Jedenfalls waren Müllers Qualitäten gefragt wie sein weiterer Karriereverlauf mit 697 NLA-Spielen zeigt: Fünf Saisons bei Zug, drei Saisons bei Davos und Arno Del Curto mit dem Spenglercup--Triumph 2006 und dem Meistertitel 2007 als Höhepunkte, je zwei Jahre bei den ZSC Lions und Ambri sowie zum Abschluss eine Saison bei Kloten. Das Unternehmen der Kloten Flyers bot Pascal Müller die Chance, als zurückgetretener Profispieler weiterhin im Eishockeygeschäft zu bleiben. Fünf Jahre lang als Teammanager, Scout und Sportchef. Durch die chaotische Abstiegssaison der Klotener liess sich der Langnauer aber nicht von seinem Weg abbringen. Er suchte wieder einmal eine neue Herausforderung, wechselte die Seiten und fand sie als Chef der Schieds- und Linienrichter beim Eishockeyverband. Und als solcher lässt auch er sich weiterbilden. In diesen Tagen atmet er im Rahmen  eines Schiedsrichterseminars in Montreal etwas NHL-Luft ein.


 

14.11.2019 :: Werner Haller
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