Schwedens Meister meldete vor kurzem die Verpflichtung Andro Kaderlis. / Bild: zvg
Eishockey: Riesenschritt für Andro Kaderli in der höchsten schwedischen Liga. Der Emmentaler wechselt von Absteiger Leksands zum Meisterteam von Skelleftea.
Andro Kaderli kann es auch wenige Tage nach seiner Unterschrift unter den Zweijahresvertrag bei Skelleftea noch fast nicht glauben. «Ich weiss gar nicht recht was ich sagen soll. Es ist einfach nur cool», strahlt der ehemalige Langnauer Junior beim Gespräch in Zollbrück. «Mein Agent Frédéric Holdener erhielt nach dem Saisonende mit Leksands Anfragen von Klubs aus der Schweiz und Schweden. Das letzte Angebot aber war das beste und das überraschendste zugleich – es kam ausgerechnet von Meister Skelleftea.» Andro Kaderli, der Ende Mai 21-jährig wird, musste nicht lange überlegen: «Mehr geht doch gar nicht, oder?» Den schwedischen Medien war zu entnehmen, dass die Verpflichtung des körperbetont und mit hoher Intensität spielenden Flügelstürmers nicht etwa eine Entscheidung der letzten Minute gewesen sei, um noch eine freie Position im Kader auszufüllen. General Manager Erik Forssell: «Nach den Meisterfeierlichkeiten war er der erste Spieler, mit dem wir uns im Hinblick auf die Titelverteidigung verstärken wollten. Andro ist ein junger und willensstarker Spieler, dessen Entwicklung wir bei Leksands seit einiger Zeit beobachtet haben. Weil wir überzeugt sind, dass er weitere Fortschritte erzielen wird, haben wir verpflichtet.»
Hungrig bleiben auf Fortschritte
Andro Kaderli hatte vor kurzem mit Erik Forsell und Meistercoach Daniel Hermansson per Video einen ersten Gedankenaustausch: «Das Gespräch hat mir bestätigt, dass ich den richtigen Entscheid getroffen habe», sagt Kaderli. «Sie haben einen genauen Plan mit mir und geben mir zwei Jahre, um diesen zu erfüllen.» Trainingsbeginn ist Anfang August.
Klub und Stadt kennenlernen
Vorher wird er noch für ein paar Tage nach Skelleftea reisen, um den Klub, das Stadion, die Teamverantwortlichen, die Mannschaftskollegen, die zur Verfügung gestellte Wohnung und die Stadt an der Nordküste Schwedens kennenzulernen. Bis dahin steht neben einem dreiwöchigen Eistraining im Juli ein Aufbautraining auf dem Programm, das sein Agent Frédéric Holdener jeweils von Montag bis Freitag in Lausanne organisiert. Kaderli fährt derzeit fünfmal pro Woche vom heimischen Häusernmoos nach Lausanne und zurück. Irgendwie bezeichnend für ihn – kein Weg ist ihm zu weit, um sich zu verbessern. «Solche und andere Investitionen in meine Karriere haben sich bisher mehr als nur ausgezahlt», meint er. «Entscheidend ist, dass man immer hungrig bleibt auf Fortschritte. Es gibt nur eine einzige Richtung – immer vorwärts, immer mehr.»
In den schwedischen Nachwuchsorganisationen und Profiligen beginnt der Konkurrenzkampf bereits in den täglichen Trainings. Wer sich in einem Team der höchsten Liga behauptet und mit seiner positiven Entwicklung auffällt, erhält seine Chance, egal wie alt oder wie jung er ist. «Mein langjähriger Langnauer Teamkamerad Jamiro Reber ist ein Beispiel dafür», sagt Andro Kaderli. «Weil das Interesse von Schweizer Klubs gefehlt hat, entschied auch er sich für Schweden. In den Playoffs, auf dem Weg zum Titelgewinn, war er einer der besten Fribourger und hat damit gezeigt, wie wertvoll Lehrjahre in Schweden sind.»
Vor drei Jahren noch U18-WM
Andro Kaderli seinerseits ist kein Ausnahmekönner. Er macht durch harte Arbeit kontinuierlich Fortschritte. Vor drei Jahre bestritt er zusammen mit Reber noch die U18-WM. Und nun der Aufstieg zu einem Verein, der zu den dominantesten der letzten Jahre gehörte. Skelleftea wurde in den vergangenen 16 Saisons viermal Meister und sechsmal Vizemeister und ist nach dem neuesten Triumph für die Champions League qualifiziert. «Wer weiss», schmunzelt Kaderli, «vielleicht kommt es sogar zu einem meisterlichen Gipfeltreffen zwischen Fribourg mit Jamiro und Skelleftea mit mir.»