Emmentaler entführt Kranz ins Wallis

Emmentaler entführt Kranz ins Wallis
Die Aebersold-Brüder David, Fabian und Adrian konnten gemeinsam den Kranzgewinn feiern.
Schwingen: Alle drei Aebersold-Brüder gewannen am Emmen­talischen den Kranz. Weil David Aebersold in Zermatt lebt, geht ein Kranz an den Schwingklub Oberwallis.

Einige aufmerksame Zuschauer werden sich am Sonntag gefragt haben, ob es sich um einen Fehler handle, als sie die Schwingerliste etwas genauer analysierten. Grund zum Zweifel war nicht etwa, dass der Name Aebersold dreimal aufgeführt war, sondern eher die Verbandszugehörigkeit und der Schwingklub hinter dem Namen von David Aebersold. Um es vorweg zu nehmen, es handelte sich nicht um einen Tippfehler. David, der Älteste der drei Aebersold Brüder aus Walterswil, trat in Oberdiessbach tatsächlich als Südwestschweizer und nicht als Emmentaler an. Seit letztem November lebt der 25-jährige Kranzschwinger in Zermatt. Am Ursprung dieses Wohnortwechsels stand ein Stelleninserat, welches er im letzten Jahr im Schweizer Bauer entdeckte. «Käser gesucht, Käserei in Zermatt» stand geschrieben. «Da dachte ich, das wäre etwas für mich, schliesslich arbeitete ich zuvor sechs Jahre am selben Ort», sagte Aebersold und ergänzte: «Etwas Neues zu entdecken und dabei das Visier zu öffnen schadet nie. Daher ging ich einmal nach Zermatt und machte mir ein Bild vor Ort.»


Im Wallis kämpfen die Kühe

Was er dabei entdeckte, schien den gelernten Käser zu überzeugen. «Ich hatte zuvor mehrere Weiterbildungen gemacht, hier konnte ich mich nun als Betriebsleiter verwirklichen, daher habe ich mich zu diesem Schritt entscheiden und bin seither eben Wal­liser.» Und wie sieht es mit dem Schwingen aus? Schliesslich ist der Nachbarskanton nicht als Schwinger-Hochburg bekannt. «Ich schwinge seit letztem Winter im Schwingklub Oberwallis. Unsere Schwinghalle befindet sich in Visp und wir haben zwei Klubtrainings pro Woche», sagt Aebersold. «Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Die Walliser sind ähnlich wie wir Berner. Bodenständige und flotte Leute. Einzig das Schwingen kennen sie nicht. Im Wallis kämpfen die Kühe und nicht die Männer.» Aebersold schwingt nicht nur mit, sondern ist schon ein wichtiger Teil im Team und amtet bereits als Trainingsleiter. «Wir sind meistens sechs bis zehn Schwinger im Training. Ich versuche vor allem, den Jungen den Spass und die Freude am Schwingen mitzugeben.»


«Ich fühlte mich als Emmentaler»

Die Freude war am Sonntag auch bei David Aebersold ersichtlich. Erstmals überhaupt konnte er zusammen mit seinen Brüdern Adrian und Fabian vor die Ehrendamen knien. «Es ist wunderschön, dies zusammen zu erleben. Das haben wir uns schon immer gewünscht.» Und wie fühlte er sich nun an, als Gast im Emmental zu schwingen? «Ich habe mich heute als Emmentaler gefühlt. Natürlich gab es Sprüche unter den Kollegen, dass ich einen Kranz in die Südwestschweiz entführt habe, aber das war alles im lustigen gemeint», sagte Aebersold und liess den Abend anschliessend zusammen mit seiner Familie ausklingen, bevor er sich wieder in seine neue Heimat Zermatt aufmachte.

07.05.2026 :: René Willener (rwh)