Doris Berger im Dress von Thorengruppen IBK – dem amtierenden schwedischen Meister, Cupsieger und Champions-Cup-Sieger. / Bild: zvg
Unihockey: Doris Berger hat sich mit Thorengruppen IBK für den Playoff-Halbfinal in Schweden qualifiziert. Nun will sie zum Abschluss ihrer Karriere den Meistertitel gewinnen.
Doris Berger, Gratulation zum Sieg im Viertelfinal und zum ersten SSL-Tor. Ist das Team in Playoff-Form?
Wir haben gegen Malmö dreimal souverän gewonnen, obwohl mit Veera Kauppi unsere beste Spielerin gefehlt hat. Auch haben wir ziemlich viel mit drei Linien gespielt. Das ist ein gutes Zeichen.
Im Halbfinal wartet nun Rönnby. Was erwarten Sie von dieser Serie?
Das ist ein unangenehmer Gegner, gegen den wir in der Qualifikation in beiden Direktduellen Mühe hatten. Es wird also eine schwierige Serie, dennoch wird von uns der Einzug in das Finale erwartet.
Sie sind im Winter von Skorpion Emmental zu Thorengruppen IBK gewechselt. Wie ist es, im besten Club-Team der Welt zu spielen?
Es ist sehr spannend. Zu vielen Spielerinnen hat man immer etwas hochgeschaut, nun sind es Teamkolleginnen. Die Stimmung in der Garderobe ist super. Es wird sehr viel in den Linien gesprochen und wir helfen uns gegenseitig. Es ist viel Unihockey-Wissen vorhanden und die spielerische Qualität ist schon enorm. Das Spiel in der schwedischen Liga ist weniger physisch, dafür technisch hochstehend. Entsprechend wird auch mehr kritisiert, wenn man einen unnötigen Ballverlust hat.
Konnten Sie sich im Team etablieren?
Es ist nicht immer einfach, weil ich oft in der dritten Linie zum Einsatz komme und diese im Vergleich zur Schweiz weniger Spielzeit erhält. Zudem fiel ich gut einen Monat wegen einer Hirnerschütterung aus und war deshalb im Cupfinal zum Zuschauen gezwungen. Nun bin ich aber wieder fit und in den letzten Spielen konnten wir uns als dritte Linie immer mehr profilieren.
Wie lautet Ihr bisheriges Fazit?
Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt gewagt habe und den Traum, in Schweden zu spielen, verwirklichen konnte. Es ist eine coole Erfahrung, auch wenn man das Ganze manchmal hinterfragt, wenn es sportlich nicht optimal läuft und man weit weg von seinem vertrauten Umfeld ist.
Thorengruppen ist in Umeå behei-mattet, also ziemlich weit nördlich. Was bringt das mit sich?
Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zur Schweiz. Für fast jedes Auswärtsspiel ist eine Flugreise so-wie eine Übernachtung nötig. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig und als neue Spielerin ist man zu Beginn am Flughafen etwas verloren. Aber es macht auch Spass, es ist wie eine grosse Schulreise.
Dafür braucht es grosse Flexibilität.
Genau. Aber man hat hier viel Zeit, mehr als in der Schweiz. Wir haben viele Studentinnen im Team, die ab 15.00 Uhr Freizeit haben. Ich selber habe zum Glück eine Anstellung in der Schweiz, bei der ich online und zu flexiblen Zeiten arbeiten kann.
Ich arbeite oft in den Büroräumlichkeiten der Unihockey-Arena. Wenn die Halle frei ist, können wir spielen oder ins Gym gehen.
Hatten Sie trotz allem Zeit, Schweden auch sonst etwas zu erkunden?
Ich habe einige Ausflüge gemacht, war zum Beispiel beim Eisfischen. In der Nähe gibt es einen See, auf dem man zehn Kilometer ununterbrochen Schlittschuhlaufen kann. Und mit fünf Minuten Fahrt und bin im Niemandsland, das ist eindrücklich.
Am 25. April findet in Schweden der Superfinal statt. Sie haben schon länger angekündigt, dass Sie dann Ihre Karriere beenden. Ist der Entscheid in Schweden gekippt?
Nein. Ich will die restliche Zeit in Schweden noch geniessen und den Meistertitel gewinnen. Auch wenn es schwerfällt, ist der Zeitpunkt für etwas anderes nun gekommen. Ich komme am 3. Mai nach Hause und arbeite ab dem 4. Mai Vollzeit.
Bleiben Sie dem Unihockey erhalten?
Es gab schon Anfragen, die ich aber bisher abgelehnt habe. Ich könnte mir vorstellen, später zum Beispiel als Assistenztrainerin mitzuhelfen. Aber nicht sofort, sonst könnte ich auch noch weiterspielen.
Zum Abschluss: Wie sehr fiebern Sie mit ihren Kolleginnen von Skorpion Emmental mit?
Sehr. Wenn es irgendwie geht, schaue ich jedes Spiel. Die Wende in der Serie gegen Chur war sehr stark, ich hoffe, es gelingt auch gegen die Wizards.