Die Senioren wollen im «Ochsen» einen Treffpunkt für sich. / Bild: Markus Wehner (wmb)
Oberdiessbach: Die Seniorentheatergruppe «Silberdischtle» nahm mit dem Stück «Nüüt gäge di Junge» ein Thema auf, das in vorwiegend vergnüglicher Art Probleme der Rentner aufzeigt.
Im Schminkzimmer wartet Rosemarie Wälti. Nach und nach treffen die Schauspielerinnen und Schauspieler ein, von Lampenfieber keine Spur. Man trinkt einen Kaffee oder verzehrt ein Stück vom Apfelkuchen, den eine der Schauspielerinnen mitgebracht hat. Einige schlüpfen nicht zum ersten Mal in eine Theaterrolle. So geht das Schminken zügig voran. Kurz vor dem Öffnen des Vorhangs noch ein Blick ins Textheft, und schon konnte das Spiel beginnen.
«Nüüt gäge di Junge»
Die Lokalitäten des Restaurants Ochsen in der aufstrebenden Kleinstadt Brätschikon sind seit zwei Jahren verwaist. Die Senioren möchten sie von der Stadtverwaltung als Treff zur Verfügung gestellt haben. Aber auch die Jungen wollen den «Ochsen». Die Senioren müssen zugreifen. Eine erste männliche Nachtwache nimmt die verstaubte Beiz zu später Abendstunde in Beschlag. Im Unwissen darüber, als Folge ungenügender Kommunikation, tut dies eine knappe Stunde später aber auch eine weibliche Wachgruppe des Seniorenvereins. So kommt es im Kerzenlicht zu köstlichen Verwechslungen.
Einige Wochen später haben sich die Senioren einigermassen etabliert, illegal natürlich, und deshalb sind sie nicht nur auf die Jungen, sondern auch auf die Stadtverwaltung schlecht zu sprechen. Schliesslich wird der «Ochsen» den Senioren wie auch den Junioren als Treff überlassen. Nicht nur die beiden Altersgruppen finden sich, auch zwei Jugendschätze.
Es war ein Stück nach dem Gusto der vielen Zuschauenden, und so ernteten die Schauspielerinnen und Schauspieler viel Applaus. wmb.
Weitere Aufführungen: 2.4. in Steffisburg;
7.4. in Biglen; 8.4. in Thun-Strättligen.