Mit dem neuen Jodlerchörli ist ein «Abestärn» aufgegangen

Mit dem neuen Jodlerchörli  ist ein «Abestärn» aufgegangen
Das Gründungskonzert des Jodlerchörlis «Abestärn», der aus insgesamt 25 Frauen besteht, zog ein grosses Publikum an. / Bild: zvg
Zäziwil: Zweimal eine volle Kirche – das Gründungskonzert des Jodlerchörlis «Abestärn», unter Mithilfe vom Jodlerklub Reutenen und den «Eduwyss­power», war ein voller Erfolg.

«Mir si ds Chörli Abestärn», sangen die Frauen vierstimmig, als sie zum Auftakt hintereinander die Bühne betraten. In Zeiten, wo viele Chöre eher Abschiedskonzerte geben, sei dieses Gründungskonzert umso erfreulicher, wird später der Präsident vom Jodlerklub Reutenen, dem Götti-Verein des Jodlerchörlis, betonen.

Angefangen hat alles in der Corona­zeit, verriet die Präsidentin des Chörlis, Linda Haldimann, im Gespräch mit der «Wochen-Zeitung». Zuerst hätten sechs Frauen aus Zäziwil unter der Leitung des früheren Dirigenten Paul Wüthrich gelegentlich zusammen gesungen. Daraus entstand ein Projektchor für eine Hochzeit. Von da an ging es bergauf. Mehr und mehr Sängerinnen kamen hinzu, bis sie 2023 beschlossen einen Verein zu gründen.

«Das Ziel unserer bunten Truppe ist es, den Jodelgesang und das Brauchtum zu pflegen», sagte Haldimann. Dazu gehöre unter anderem das Tragen der Gotthelftracht. Dass nur Frauen mit von der Partie sind, sei ursprünglich eher Zufall gewesen, erzählt sie. Inzwischen ist das Jodlerchörli einer von rund 17 reinen Frauen-Jodelchören schweizweit und Mitglied des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes. Als solcher stellt sich gegenüber den männlichen Kollegen eine besondere Herausforderung. Die meisten Jodellieder sind ursprünglich für Männerstimmen gesetzt und müssen daher umgeschrieben werden.


So ein «Chrüsimüsi»

Benannt ist das Jodlerchörli Abestärn nach dem Abendstern (Venus), der abends nach den Chorproben als erster Stern am Himmel erscheint und die Sängerinnen auf dem Heimweg begleitet. «Chrüsimüsi» wäre als Alternativer Name ebenfalls in Frage gekommen, denn von den 25 Sängerinnen sind fast alle irgendwie mit mindestens einem anderen Mitglied des Chörlis oder dem Jodlerklub Reutenen verwandt oder verschwägert. Ein richtiges Durcheinander, wie das Publikum in der amüsanten Vorstellungsrunde gleich selbst miterlebte: Die Sängerinnen stellten sich nämlich nicht mit ihrem Namen vor, sondern mit dem teilweise komplizierten Verwandtschaftsgrad zum einen oder anderen Mitglied.

Ob verwandt oder nicht, ihre Lieder klangen jedenfalls «ärdeschön» und harmonisch. Mit Liedern wie «Fründe» von Helene Aeschlimann oder «E Älp­lertraum» von Emil Wallimann besangen die Sängerinnen die Wichtigkeit von Freundschaften und beschrieben die Schönheit des Alpfrühlings.


Erfreut über die vielen Besucher

Auch der Jodlerklub Reutenen überzeugte mit schönen Liedern und wünschte seinem «Göttikind» mit «I wünsch dir Glück» nur das Beste. Als dritte Gruppe sorgte das Schwyzerörgeli-Quartett «Eduwysspower» mit lüpfiger Tanzmusik für Stimmung.

Im Anschluss an das Gründungskonzert des Jodlerchörlis «Abestärn» folgte mit dem zweiten Teil das gemütliche Beisammensein mit Kaffee, Kuchen und anderen Köstlichkeiten im Kirchgemeindehaus.

«Wir hatten zwei super Konzerte», schaut Linda Haldimann später auf das Wochenende zurück. «Besonders freute uns, dass so viele Leute gekommen sind!»

26.03.2026 :: Rebekka Schüpbach (srz)